Ardèche, Südfrankreich: Sommerurlaub mit Kind

Die Ardèche-Region in Südfrankreich lädt mit beeindruckenden Flusslandschaften, mittelalterlichen Dörfern und wilder Natur zum Sommerurlaub.

Einen Teil dieses Sommerurlaubs verbringen wir mit Freunden in der Nähe des Flusses Ardèche in Südfrankreich. Wir mieten uns für eine Woche ein uriges Ferienhaus in einem kleinen Bergdorf namens Ribes. Es liegt in der Nähe der hübschen Kleinstadt Joyeuse inmitten von Weinbergen. Läden oder Restaurants gibt es dort nicht. Dafür eine Kirche, mit Wein bewachsene Steinhäuser, Kastanien- und Granatapfelbäume, Hibiskus, Hortensien, Lavendel, Rosmarin und jede Menge Ruhe.

Wir kochen und grillen gemeinsam und lassen die Abende bei Wein und Pastis ausklingen. Tagsüber entspannen wir an einigen der unzähligen Flussbadestellen oder erkunden mit dem Auto die Sehenswürdigkeiten der Region. Wirklich spektakulär ist wohl nur die beeindruckende Ardèche-Schlucht. Dafür begeistert die Gegend mit wilder Natur mit Bergen und Flusstälern, mittelalterlichen Dörfern, Märkten und Höhlen.

Ribes liegt in der Nähe der hübschen Kleinstadt Joyeuse inmitten von Weinbergen

Baden am Pont d’Arc

Wenn es so etwas wie ein Wahrzeichen dieser Region gibt, dann ist es der Pont d’Arc. Dabei handelt es sich um eine 60 Meter lange, 54 Meter hohe, natürliche Steinbrücke über die Ardèche. Das Felsentor ziert viele Postkarten und gilt als beliebtes Fotomotiv. Es befindet sich rund drei Kilometer vom Ort Vallon-Pont-d’Arc entfernt und stellt eine Art Eingang zur Ardèche-Schlucht (siehe unten) dar.

Beiderseits des Pont d’Arc liegen beliebte Badestellen. Bei unserem Besuch im heißen August zählen wir zu den vielen Besuchern und kühlen uns dort ab. Nah am Ufer können Kinder gut Planschen, aber es wird schnell tief. Beiderseits des Pont d`Arc gibt es kostenpflichtige Parkplätze.

Das Pont d’Arc gilt als Eingang zur Ardèche-Schlucht

Spektakuläre Ardèche-Schlucht (Gorges de l’Ardèche)

Nach gerade einmal 125 Kilometern mündet die Ardèche in die Rhône. Auf dem letzten Drittel durchquert der Fluss die spektakuläre Ardèche-Schlucht (Gorges de l’Ardèche) und fließt an beeindruckenden, bis zu 300 Meter hohen Felswänden aus Karst vorbei.

Am besten lässt sich die Ardèche-Schlucht per Boot erkunden. Vielenorts werden acht bis 32 Kilometer lange Kanu- und Kajaktouren angeboten. Die Preise sind überall ähnlich. Im Hochsommer sind an manchen Tagen mehrere Tausend Kanus und Kajaks auf dem Fluss unterwegs.

Oberhalb der Ardèche-Schlucht verläuft zwischen den Orten Vallon-Pont-d’Arc und Saint-Martin-d’Ardèche die knapp 40 Kilometer lange, kurvenreiche Panoramastraße D 290 mit vielen Aussichtspunkten. Unterwegs lassen sich mehrere Höhlen besichtigen (siehe unten).

Labeaume, Balazuc, Vogüé und mehr Villages de caractère

In der Ardèche-Region gibt es 20 sogenannte Villages de caractère: traditionelle, mittelalterliche Dörfer, die als besonders schön gelten. Wir besuchen drei davon – Labeaume, Balazuc und Vogüé – und sind begeistert. Damit auch unsere Tochter Emma auf ihre Kosten kommt, verbinden wir die Besichtigung mit einem Badeausflug. Denn alle drei Dörfer liegen direkt am Fluss.

Den Anfang macht das im 12. Jahrhundert gegründete Labeaume. Rechterhand am gleichnamigen Fluss ragt eine Felswand gen Himmel. Oben befindet sich ein Aussichtspunkt mit tollem Blick auf das gegenüberliegende Dorf, das Flusstal und die Steinbrücke darüber.

Blick auf Labeaume

Zunächst testen wir mit Luftmatratze ausgiebig die sehr schöne, an diesem heißen Sommertag entsprechend gut besuchte Badestelle am Felsen.

Gut besuchte Badestelle vor einer Felswand

Badespaß in Labeaume

Nach anderthalb Stunden locken wir Emma mit der Aussicht auf ein Eis in den Ortskern. Wir spazieren durch die engen, steilen, verwinkelten, gepflasterten Gassen vorbei an Wohnhäusern, Lädchen, Restaurants und einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Ihre „Belohnung“ erhält Emma auf dem atmosphärischen Hauptplatz nahe des Flusses, der sich mit Brunnen, Karussell, Kastanienbäumen und Cafés perfekt als Kulisse für einen französischen Spielfilm eignen würde.

Karussell auf dem Hauptplatz von Labeaume

Tags drauf fahren wir zum nächsten Village de caractère: nach Balazuc. Das sehenswerte, mittelalterliche Dorf schmiegt sich an Felsen oberhalb des linken Ardèche-Ufers. Angesicht der pittoresken Umgebung zücke ich die Kamera – und stelle fest, dass der Akku noch in der Unterkunft in der Ladestation liegt. Zum Glück haben wir ein iPhone dabei und machen diesmal damit Bilder.

Balazuc an der Ardèche

Unterhalb des Ortskerns lädt eine Badestelle mit grandiosem Blick auf eine Felswand und eine Steinbrücke zum Verweilen ein. Während Julia sich sonnt, schwimmen Emma und ich in der Ardèche oder spielen Mau-Mau.

Baden in Balazuc an der Ardèche – vor grandioser Kulisse

Auf dem Rückweg machen wir einen kleinen Umweg und statten Vogüé einen Besuch ab. Auch dieses Village de caractère liegt direkt an der Ardèche am Fuß einer Kalksteinwand. Parallel zum Flussufer – an dem man sehr gut Baden kann – verläuft eine schmale Straße mit schönen Häusern, netten Läden und einigen Restaurants. Von überall zu sehen ist das Château de Vogüé, eine mittelalterliche Burg.

Noch ein Village de caractère: Vogüé an der Ardèche

Französische Märkte – zum Beispiel in Joyeuse

Jeden Tag findet in einer anderen Stadt ein Markt statt. Wo genau, wissen die Leute vor Ort. Wir nutzen an einem Mittwochvormittag in Joyeuse die Gelegenheit zu einem Marktbesuch und schlendern an Hunderten Ständen und Plantanen-Bäumen vorbei. Am meisten interessieren uns die lokalen Produkte. So entdecken wir blauen Käse, Hibiskus mit riesigen Blüten und Tomaten so groß wie Kürbisse. Zum Abschluss gibt es in einem Café leckeren Kaffee, bevor wir mit Wildheidelbeeren, Olivenpaste und Maronencreme im Gepäck zurück nach Ribes fahren.

Ein Highlight für Julia: Märkte in Frankreich

Blauer Käse!?

Knoblauch auf dem Markt in Joyeuse

Unzählige Badestellen

Wie schon erwähnt, gibt es in dieser Gegend unzählige Badestellen, nicht nur an der Ardèche. Das ist gut so, denn im Sommer erreichen die Temperaturen fast 40 Grad Celsius. An Badestellen an bekannten Orten ist im Juli und August entsprechend viel los. Aber im Prinzip braucht man nur einen Fluss entlang fahren und findet immer irgendwo ein lauschiges Plätzchen.

Unsere „Hauptbadestelle“ liegt nur eine kurze Autofahrt von Ribes entfernt. Auf einer Lichtung umgeben von dichtem Wald fließt die Beaume gemächlich dahin. Es gibt klares Wasser, flache und tiefe Stellen, einen Sprungfelsen, Schatten unter Bäumen, wenige Besucher und einige Parkplätze an der Straße – perfekt!

Unsere „Hauptbadestelle“ an der Beaume

Tropfsteinhöhlen in der Ardèche-Region

Bei unserer Reise nach Südfrankreich haben wir herrliches Sommerwetter – bis auf einen Tag. Ab morgens um vier Uhr setzen kräftige Gewitter ein. Mit dichten Wolken zwischen den Tälern und markerschütternden Donnern herrscht eine ganz besondere Stimmung. Wir nutzen den Regentag zum Entspannen. Wir Erwachsenen lesen. Die Kinder spielen im Haus stundenlang Verstecken. Und abends finden sich alle zum Kochen ein.

Wir nutzen den Regentag zum Entspannen

Alternativ hält die Ardèche-Region auch ein Schlechtwetterprogramm parat. An Regen- oder heißen Sommertagen bietet sich die Besichtigung einer der vielen Tropfsteinhöhlen an. Die bekannteste ist die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Grotte Chauvet mit etwa 35.000 Jahre alten Felszeichnungen. Zum Schutz dieser darf sie nicht betreten werden. Aber ein Besuch der Nachbildung – der La Caverne du Pont d`Arc – soll sich sehr lohnen. Weitere bekannte Tropfsteinhöhlen sind die Grottes de Saint-Marcel-d’Ardèche, Aven-grotte de MarzalGrottes de la Madeleine sowie Orgnac l’Aven.

Eldorado für Outdoor-Sport

Wer sich für Outdoor-Sport begeistert, kommt in der Ardèche-Region voll auf seine Kosten. Ob Wandern, Biken, Klettern, Kanufahren oder Stand-Up-Paddling: Es gibt diverse Möglichkeiten.

Unterkünfte in der Ardèche-Region

Der Tourismus spielt in dieser Region noch keine große Rolle – außer direkt an der Ardèche-Schlucht, die vor allem von Franzosen besucht wird. Touristisches Zentrum ist der Ort Vallon-Pont-d’Arc. Jedoch ist es fast egal, wo man wohnt. Denn die Gegend erkundet man am besten per Auto. Zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen, Ferienhäuser und weitere Unterkünfte lassen sich bei Booking.com* vergleichen und buchen.

Wir – sechs Erwachsene und drei Kinder – mieten uns ein rustikales Ferienhaus mit Atmosphäre im Bergörtchen Ribes. Alle Infos dazu hier. Unsere Freunde waren schon mehrfach dort, Julia ebenfalls einmal vor zehn Jahren.

Ferienhaus mit Atmosphäre in Ribes, Südfrankreich

Eine schöne Alternative ist die Reise mit einem Wohnmobil, denn dann hat man seine „Ferienwohnung“ immer dabei. Zumal es viele Campingplätze mit Stellplätzen für Wohnmobile gibt. Wohnmobile lassen sich unter anderem bei Campanda vergleichen und mieten.

Anreise an die Ardèche

Die meisten reisen mit dem eigenen Auto an. Das macht Sinn, schließlich geht es nicht ohne fahrbaren Untersatz vor Ort. Allerdings schreckt mich die lange Fahrzeit ab, denn von München sind es immerhin knapp 1000 Kilometer. Deshalb fliegen wir nach Montpellier, schauen uns die Stadt an und reisen mit dem Mietwagen* weiter. Zurück geht es über Nizza.

Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Montpellier (IATA: MPL) etwa 140 Kilometer beziehungsweise zwei Fahrstunden von Vallon-Pont-d’Arc entfernt. Eventuell kommen auch die Airports von Marseille (MRS) und Nizza (NCE) in Frage, von wo es ebenfalls Direktverbindungen nach Deutschland gibt.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Beste Reisezeit für die Ardèche

Die beste Reisezeit für die Region Ardèche ist die Zeit zwischen Frühsommer und Herbst. Dann ist es häufig warm und trocken. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer für die Ardèche

Wer nur an die Ardèche reist, ist mit dem „Ardèche, Frankreichs wilder Süden: Reise- und Wanderführer“* am besten bedient. Da wir auch noch Montpellier besuchen, haben wir den sehr ausführlichen „Languedoc-Roussillon Reiseführer Michael Müller Verlag“* dabei. Eine gute Alternative ist der „Südfrankreich Reiseführer Michael Müller Verlag“*.

Sommerurlaub in den Bergen von Südfrankreich

Und wie gefällt Dir die Ardèche-Region?

Text und Fotos: Heiko Meyer

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Dieser Beitrag wurde unterstützt von Campanda.

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