Fes, Marokko: Reisebericht inklusive Meknes, Volubilis und Moulay Idris

In Fes endet unsere Rundreise durch Marokko. Die Medina mit ihren Stadttoren, Souks, Moscheen und Gerbereien erschlägt uns beinahe. Doch in der Königsstadt gibt es viel mehr zu sehen. Und auch bis Meknes, Volubilis und Moulay Idris ist es nicht weit. 

1,1 Millionen Menschen leben in Fes (auch Fès oder Fez) im Norden von Marokko. Das kulturelle Zentrum des Landes erstreckt sich über mehrere Hügel, sodass es ständig bergauf und bergab geht. Es gibt drei große Stadtteile: Fes al Bali, Fes al Djdid sowie Ville Nouvelle, wobei ersterer – die Altstadt – aus touristischer Sicht am interessantesten ist.

Das große Highlight von Fes ist die mittelalterliche Medina, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Altstadt Fes al Bali mit ihren Stadttoren, Souks, Moscheen und Gerbereien. Sie erscheint sehr ursprünglich und kommt dem, wie es vor Jahrhunderten ausgesehen haben mag, ziemlich nah. Natürlich sind etliche Touristen unterwegs, aber die Einheimischen sind deutlich in der Überzahl.

Mehr als 10.000 Gassen in der Medina von Fes

Unser Rundgang durch die Medina beginnt am westlichen Stadttor, dem Bab Boujloud, einem der bekanntesten Fotomotive und Treffpunkte von Fes. Außen erstrahlt es in andalusischem Blau, innen in islamischem Grün. Durch den Torbogen eröffnet sich ein schöner Blick hinein in die Medina auf zwei Minarette.

Blick durch den Torbogen des Bab Boujloud in die Medina von Fes

Um nicht gänzlich die Orientierung zu verlieren, halten wir uns am ersten Tag an die beiden „Hauptstraßen“ Talaa Seghira und Talaa Kebira, die vom Bab Boujloud abgehen. Sobald wir links oder rechts von ihnen abbiegen, scheinen wir uns in einem Labyrinth zu befinden. Mehr als 10.000 Gassen soll es in der Medina geben. Deshalb kann es sich lohnen, mit einem Guide, der die Wege und Sehenswürdigkeiten kennt, unterwegs zu sein. Sollte man sich verlaufen – was garantiert passiert –, bieten die Stadttore, die Babs, Orientierung.

Tausende Shops bilden die Souks in den schmalen, autofreien Gassen, die manchmal nach oben offen und manchmal überdacht sind. Ob Lebensmittel, Kunsthandwerk oder Haushaltswaren: Für jede Produktkategorie gibt es zahlreiche Händler nah beieinander. Durch die nicht enden wollenden Wege schieben sich Menschen, Maultiere und Esel-Karren. Ruhig geht es nur am Freitag während des Nachmittagsgebetes zu, wenn viele Läden geschlossen haben. Dann lässt es sich entspannt durch die Gassen schlendern – allerdings ohne die Exotik eines orientalischen Basars.

In den Souks von Fes

Kunsthandwerker

In den Hauptgassen wirkt alles noch ganz ansehnlich. Abseits wird es schnell dunkel und dreckig. In der Medina sollen sich viele Taschendiebe und andere dubiose Gestalten aufhalten, sodass dringend davon abgeraten wird, in der Dunkelheit allein durch das Labyrinth zu irren.

In den Hauptgassen wirkt alles noch ganz ansehnlich. Abseits wird es schnell dreckig, wie in dieser alten Karawanserei

Auf einem Holzwagen liegt eine Rinderhälfte. Bei einer Fleischerei ein paar Meter weiter hängen Ziegenfüße. Darunter fressen Katzen Därme auf. Viele Menschen betteln. Einer liegt mit dem Kopf auf dem Bordstein und schläft. Obwohl wir bereits seit anderthalb Wochen durch Marokko reisen und schon so manche Medina gesehen haben, sind wir in Fes erschlagen und überwältigt von den vielen Eindrücken.

Fleischerei in der Medina von Fes

Wir legen auf der Terrasse eines Restaurants nahe des Bab Boujloud eine Pause ein und müssen alles erst einmal sacken lassen. Für Julia und mich gibt es eine vegetarische Suppe, marokkanischen Salat und Couscous mit Gemüse. Unsere knapp sechsjährige Tochter Emma entscheidet sich wieder einmal für Pommes Frites.

Restaurant nahe des Bab Boujloud

Wir legen auf der Terrasse eine Pause sein

Emma macht die Tour erstaunlich gut mit. Allerdings müssen wir ihr reichlich Anekdoten aus unserer Vergangenheit erzählen. Nach dem Essen spaziert sie gut gelaunt und singend durch die Gassen. Spätnachmittags und hungrig hilft nur, sie auf den Schultern zu tragen.

Viele Sehenswürdigkeiten von Fes liegen versteckt

Mit Fes muss man erst einmal warm werden, denn die Stadt erschließt sich erst nach und nach. Das liegt unter anderem daran, dass viele Sehenswürdigkeiten in der Medina unscheinbar und eher versteckt am Weg liegen. Zu den wichtigsten zählt die älteste Universität der Welt, die heutige Kairaouine-Moschee, die 860 von einer reichen Kaufmannstochter gegründet wurde und nach der Azhar-Moschee in Kairo als zweitwichtigste islamische Instanz überhaupt gilt. Wie die meisten Moscheen in Marokko darf sie nur von Muslimen betreten werden. Dafür werfen wir einen Blick durch das Tor hinein.

Die älteste Universität: die heutige Kairaouine-Moschee in Fes

Bei den Koranschulen, den Medresen, sind die Muslime kulanter. So staunen wir über die kunstvolle Dekoration in der Medrese Bou Inania. Die bekannte Medrese Attarine hat leider wegen Restaurierung geschlossen.

Wir staunen über die kunstvolle Dekoration in der Medrese Bou Inania

Auch die Medrese Attarine liegt eher unscheinbar am Weg. Leider hat sie wegen Renovierung geschlossen

Besuch der Gerbereien (Tanneries) von Fes

Das Gerberviertel gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Fes. Die Gerbereien, die Tanneries, liegen versteckt in der Medina und sind über unscheinbare Wege zu erreichen. Die Dame in unserem Riad gibt uns die Kopie eines Stadtplans und kreist das Gebiet ein. Wir fragen uns durch und werden schließlich fündig. Wir genießen die Aufmerksamkeit von jüngeren Leuten, die uns als Guide begleiten wollen. Einer besteht darauf, dass er „nur Student“ sei und uns den Weg zeigen will. Von der Hauptstraße ab geht es links-rechts-links-links-links-rechts-links (oder so ähnlich) durchs Gassengewirr. Dann stehen wir vor einem Geschäft mit mehreren Etagen. Wir blicken auf einige marokkanische Männer und ein riesiges Angebot an Lederwaren – die wir vermutlich alle kaufen sollen. Jemand stellt sich vor und will uns zu einer Terrasse führen, von der wir schöne Blicke auf die Tanneries, die Gerbereien, haben sollen. Misstrauisch erwarte ich Hardselling. Doch am Ende erweist sich der Mann als sehr höflich und sagt, dass er sich natürlich über einen Kauf freuen würde, aber dass niemand zu etwas gezwungen werde. Hinterher schauen wir uns das üppige Warenangebot an – und verabschieden uns rasch.

Blick von der Terrasse auf eine Gerberei

Nach dem Betreten der Terrasse bietet der Mann uns Minze gegen den unangenehmen Geruch an. Zumindest hier oben lässt es sich auch ohne auszuhalten. Die Blicke hinab auf die Gerberei beeindrucken uns sehr. Wie in einem Mikrokosmos lassen sich die meisten Arbeitsschritte der Lederherstellung beobachten. In Bottichen werden Tierhäute mit ammoniakhaltigem Vogelkot gegerbt, dann mit – angeblich – rein natürlichen Farbstoffen gefärbt und getrocknet. Die Arbeit in den Gerbereien ist sehr schwer und sicherlich nicht förderlich für die Gesundheit. Später in den Souks lässt sich die Weiterverarbeitung zum Beispiel zu Schuhen und Taschen anschauen.

In Bottichen werden Tierhäute mit ammoniakhaltigem Vogelkot gegerbt und dann gefärbt

Das Leder landet später auf den Souks, zum Beispiel als Kinderschuhe

Anschließend wollen wir zurück zur Hauptstraße. Die ersten Gassen finden wir noch, wissen schon bald aber nicht, wie es weiter geht. Ein junger Mann, der sich als Mohammed vorstellt, will uns den Weg zurück zeigen. Uns ist klar, dass dieser Service nicht kostenlos sein wird. Soweit weg von der Hauptstraße können wir gar nicht sein. Aber Mohammed führt uns am Ende rund eine halbe Stunde durch meist leere, schmale Gassen und vertröstet uns immer wieder, dass wir gleich am Ziel seien. Immer wieder neue Wege, immer wieder geht es um die Ecke. Wir kommen uns vor wie in einem Labyrinth. Mehrmals fragt er nach Geld und behauptet, dass wir nur noch „dort vorn links“ entlang müssten und dann schon am Ziel seien. Wir betonen, dass er erst etwas bekommt, wenn wir tatsächlich ankommen. Weil uns das Spiel sehr nervt, geben wir ihm am Ende nichts und sagen ihm, dass das sehr unhöflich war. Er protestiert nicht.

Am Tag vor unserer Heimreise besichtigen wir ein weitere Gerberei in einem anderen Teil der Medina. Dort sprechen Einheimische Interessierte an und begleiten sie durch die verwinkelten Gassen. Während wir beim ersten Mal die Kulisse von einer Terrasse betrachten, wagen wir uns diesmal direkt ins Geschehen. Wir gehen erst an den Becken vorbei, dann durch die Häuser.

Wir gehen erst an den Becken vorbei, …

… dann durch die Häuser

Tierhäute hängen zum Trocknen aus. Es stinkt erbärmlich. Überall liegen Dreck und vermutlich Chemikalien. Auch wenn die Leute behaupten, es seien nur natürliche Farben im Einsatz, zum Beispiel Kurkuma für Gelb. Es muss furchtbar sein, das ganze Leben in dieser Umgebung zu verbringen. Ich rate Emma, später in der Schule gut aufzupassen, damit sie nicht am Ende hier arbeiten muss.

Trocknende Tierhäute

Diesmal werden wir nicht zu einem Shop geführt, was ganz angenehm ist. Dafür verlangt der Guide hinterher 100 Dirham. Eigentlich wollen wir ihm unsere letzten 42 Dirham in die Hand drücken, die wir – außer dem Geld fürs Flughafentaxi – noch haben. Er besteht jedoch auf 100 Dirham. Also kramt Julia aus ihrem Portemonnaie fünf Euro heraus und gibt sie ihm dazu.

Aussichtspunkt bei den Meriniden-Gräbern

Auf einem Hügel nördlich der Altstadt befinden sich die Meriniden-Gräber und die Ruinen einiger Wehrtürme. Dort gibt es die besten Blicke auf die Medina und auf Fes insgesamt. Dort wird deutlich, wie groß die Stadt tatsächlich ist. Und dort ist die Stimmung spätnachmittags besonders schön. 

Auf einem Hügel nördlich der Altstadt gibt es die besten Blicke auf die Medina und auf Fes insgesamt

Ebenfalls auf dem Hügel: die Ruine eines Wehrturm

Nachdem alle Fotos gemacht sind, spazieren wir den Hügel hinab. Dabei treffen wir auf eine Schaf- und Ziegenherde. Der Hirte hebt erst ein Zicklein, dann ein kleines Lamm auf Emmas Arme – für sie das Highlights in Fes.

Souks, Gärten und Königspalast in Fes al Djdid

Wer die Medina durch das Bab Boujloud verlässt, trifft rechterhand auf das Bab Chorfa mit weiteren Marktständen davor. Gerade aus geht es über den riesigen Place Boujloud zum Jardin Jnan Sbil. In der schönen, bei Einheimischen beliebten Parkanlage kuscheln Verliebte auf ruhigen Bänken. Ein Besuch des Gartens gehört sicherlich nicht zum touristischen Pflichtprogramm, stellt aber eine nette Abwechslung zur quirligen Medina dar.

Wer die Medina durch das Bab Boujloud verlässt, trifft rechterhand auf das Bab Chorfa mit weiteren Marktständen

Mit dem Jardin Jnan Sbil beginnt die „neue“ Altstadt Fes al Djdid, die ab dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Trotz Stadtmauern und Souks wirkt dieses Viertel ganz anders als die Medina. Als wichtigste Sehenswürdigkeit gilt der Königspalast Dar al Makhzan, der nicht betreten werden darf. Gegen ein Foto vom prachtvollen Eingangsportal spricht aber nichts.

Trotz Stadtmauern …

… und Souks wirkt Fes al Djdid ganz anders als die Medina

Der Königspalast Dar al Makhzan darf nicht betreten werden

Tagesausflug nach Volubilis, Moulay Idris und Meknes

Nach dem Abendessen schauen wir uns noch ein wenig vor dem Bab Boujloud um. Wir suchen einen Fahrer für einen Tagesausflug nach Meknes, knapp 70 Kilometer entfernt. Schließlich wollen wir nach Marrakesch, Rabat und Fes auch die vierte marokkanische Königstadt besichtigen  Der im Riad aufgerufene Preis für die Tagestour, die auch Stopps in Volubilis und Moulay Idris einschließt, erscheint uns mit 75 Euro zu hoch. Am Ende zahlen wir bei dem selbst gefundenen Fahrer 750 Dirham und sparen rund elf Prozent. Per Handschlag verabreden wir uns für zehn Uhr des folgenden Tages am Bab Boujloud.

Römische Ruinen in Volubilis

Wir sind pünktlich, unser Taxifahrer ebenfalls. Erstes Ziel unserer Tagestour ist Volubilis rund 70 Kilometer von Fes entfernt. Schon die Anfahrt zu den Ruinen der einstigen Hauptstadt der römischen Provinz Mauretania Tingitana ist sehr schön. Je näher wir der archäologischen Stätte kommen, desto grüner und hügeliger erscheint die Landschaft. Volubilis selbst liegt herrlich inmitten von Olivenhainen und Blumenwiesen.

Zur Blütezeit Ende des zweiten und Anfang des dritten Jahrhunderts nach Christus sollen in der bedeutenden römischen Provinzhauptstadt mehr als 10.000 Einwohner gewohnt haben. Sie lebten überwiegend vom Export von Oliven und von Wildtieren.

Obwohl nach dem Niedergang viele Steine und Säulen nach Meknes abtransportiert und dort verbaut wurden, handelt es sich bei Volubilis um die am besten erhaltenen Monumente aus der römischen Antike in diesem Teil Nordafrikas. Seit 1997 gehören die Ruinen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu sehen sind neben vielen alten Steinen und Säulen eine Basilika und ein Triumphbogen.

Julia besichtigt die römischen Ruinen von Volubilis

Neben der historischen Atmosphäre genießen wir vor allem die Ruhe, die im großen Kontrast zu den trubeligen Gassen von Fes steht. Da wir genau zur Mittagszeit mit dem grellsten Licht vor Ort sind, erwarte ich bei den Bildern keine Wunder. Eintritt: 20 Dirham pro Erwachsener.

Zwischenstopp in Moulay Idris

Etwa vier Kilometer von Volubilis entfernt schmiegt sich das hübsche Örtchen Moulay Idris an einen Hügel. Das Dorf wurde nach dem gleichnamigen Staatsgründer Marokkos benannt, der hier begraben liegt. Entsprechend viele Pilger kommen nach Moulay Idris. Obwohl das heilige Areal von Nicht-Muslimen (mal wieder) nicht betreten werden darf, lohnt zumindest ein kurzer Stopp auf der Durchreise. Im Zentrum des Ortes gibt es einen Markt und eine ganze Reihe an Restaurants, dessen vegetarische Tajines sehr köstlich aussehen. Angesichts unseres üppigen Frühstücks belassen wir es bei Kaffee, Minztee und Wasser und schauen uns das Treiben in dem Dorf an, an dem es mindestens so viele Esel wie Einwohner zu geben scheint.

In Moulay Idris scheint es mindestens so viele Esel wie Einwohner zu geben

Marokkos vierte Königsstadt Meknes

Am frühen Nachmittag erreichen wir Meknes und komplettieren damit die Liste der vier marokkanischen Königsstädte. Mehr als 600.000 Menschen leben in dem modernen Verwaltungszentrum. Touristen wie wir kommen vor allem, um die Medina und das Gelände um den Palast von Moulay Ismail zu sehen, der Meknes Ende des 17. Jahrhunderts zu seiner Hauptstadt machte. Die gigantischen Stadtmauern sind schon von weitem zu sehen. Marokkos wohl schönstes Stadttor, das Bab al Mansour, führt – genau wie das kleinere, ebenfalls imposante Bab Djemaa an Nouar – zum Palast.

Marokkos wohl schönstes Stadttor: das Bab al Mansour in Meknes

Gegenüber liegt der Place al Hedim, der „Platz der Zerstörung“. Ähnlich wie auf dem viel größeren Djemaa el Fna in Marrakesch tummeln sich hier Schlangenbeschwörer, Schausteller mit Affen und Pferden, Henna-Frauen, Bettler und viele andere Gestalten. Es gibt reichlich zu sehen – weshalb es sich lohnt, in einem der einfachen Restaurants am Platz Platz zu nehmen.

Wir lassen uns von den Schleppern ansprechen, die uns ihre Speisekarten präsentieren. Einer verspricht uns je 20 Dirham Rabatt auf Tajine- und Couscous-Gerichte. Wir nehmen das Angebot an und beobachten bei Speisen und Getränken aus dem Schatten das Geschehen auf dem Place al Hedim und vor den Stadttoren. Später beim Bezahlen will der Kellner den vollen Betrag auf die Rechnung schreiben. Als ich von dem offerierten Rabatt erzähle, lässt er mich die korrigierten Zahlen notieren und willigt ein. Nun werden insgesamt 140 Dirham fällig – plus weitere zehn, die er als Trinkgeld für angemessen hält. Wir verabschieden uns per Handschlag.

Gleich hinterm Place al Hedim beginnen die Souks. Weil wir der Märkte schon ein wenig überdrüssig sind, tauchen wir nur kurz in die Händlergassen ein, in denen es aber entspannter zuzugehen scheint als in den anderen Königsstädten. Unsere Tour endet mit der Besichtigung der riesigen Lagerhallen des damaligen Herrschers. Schließlich verlassen wir Meknes so, wie wir angekommen sind: durch das Stadttor Bab al Berdain.

Wir verlassen Meknes so, wie wir angekommen sind: durch das Stadttor Bab al Berdain

Der Ausflug von Fes nach Meknes lässt sich ohne Probleme mit Bus oder Bahn unternehmen, dann allerdings ohne Volubilis und Moulay Idris. Mit dem Taxi ist die Tour selbstverständlich angenehmer – und teurer. In Meknes zu übernachten, ist aus unserer Sicht nicht nötig.

Weitere Ausflüge und Aktivitäten

Von Fes aus lassen sich weitere Ausflüge unternehmen, zum Beispiel in den Mittleren Atlas. Selbst lange Tagestrips in die blaue Stadt Chefchaouen sind möglich, wenn auch mit Übernachtung sinnvoller.

An einem Regentag bietet sich die Teilnahme an einem Kochkurs an. Julia nutzt die Gelegenheit in unserem Riad und lässt sich die Zubereitung einer vegetarischen Tajine erklären.

Julia (l.) macht in unserem Riad einen Kochkurs und lässt sich die Zubereitung einer vegetarischen Tajine erklären

Es ist angerichtet

Hotels und Riads in Fes

Vom sehr einfach Guesthouse bis zum Luxushotel: Fes bietet für alle Ansprüche passende Übernachtungsmöglichkeiten. Je mehr als 400 verschiedene Unterkünfte lassen sich allein bei booking.com* und Agoda* vergleichen und buchen.

Stilecht übernachtet man in Marokko natürlich in einem Riad. So heißen die traditionellen Häuser mit einem Innenhof, die sich meist hinter einer unscheinbaren Tür verbergen. Da wir mit unserem Riad nicht rundum zufrieden sind, wollen wir es an dieser Stelle nicht empfehlen.

Ideal für einen Besuch von Fes ist eine Unterkunft in der Medina. Man ist mitten im Geschehen, und alle Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erreichen. Allerdings sollte man sich möglichst an einem markanten Punkt abholen lassen oder gleich die Abholung etwa vom Flughafen oder Bahnhof organisieren lassen. Denn „sein“ Riad im Labyrinth der Medina ohne ortskundige Hilfe zu finden, ist alles andere als einfach – und nach Einbruch der Dunkelheit keinesfalls lustig.

In der Medina von Fes sind die von außen unscheinbaren Riads alles andere als leicht zu finden. Im besten Fall weisen kleine Schilder den Weg

Anreise nach Fes

Vom internationalen Flughafen Fes-Saïss (IATA-Code: FEZ) bestehen Direktverbindungen zu zahlreichen europäischen Städten. Von Deutschland aus fliegt (nur) Ryanair von Düsseldorf-Weeze (NRN), Frankfurt-Hahn (HHN) und Memmingen (FMM) nach Fes.. Außerdem gibt es Inlandsflüge nach Agadir (AGA), Casablanca (CMN), Marrakesch (RAK) und Tanger (TNG).

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

An- und Weiterreise mit Zug und Bus

Innerhalb Marokkos bietet sich die An- und Weiterreise mit dem Zug an. So benötigen wir von Rabat nach Fes nur zwei Stunden. Nach Marrakesch dauert es sieben Stunden. Fahrkarten lassen sich problemlos am Schalter kaufen. Zugfahrpläne unter www.oncf.ma/en.

Der Bahnhof von Fes liegt sich im Stadtteil Ville Nouvelle. Davor warten zahlreiche Taxifahrer. Einheimische zahlen für ein Taxi vom Bahnhof zur Medina 15 bis 18 Dirham. Unser Fahrer verlangt 50 Dirham. Aber er ist freundlich und ruft in der Unterkunft an, sodass wir von der Rezeptionistin abgeholt werden. Sehr gut! Denn ohne sie hätten wir es wohl niemals dorthin geschafft.

Die häufig empfohlenen Busgesellschaften Supratours und CTM betreiben eigene Busstationen in Fes – mit Verbindungen in alle Richtungen. Die Tickets sollten möglichst mindestens einen Tag vorher gekauft werden (geht auch online).

Beste Reisezeit für Fes

Als beste Reisezeiten gelten Frühjahr und Herbst. Dann ist es nicht zu kalt und nicht zu warm. Doch Fes ist ein Ganzjahresziel. Im Winter ist es kühler (deutlich unter 20 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur) und feuchter, im Sommer heiß (bis 40 Grad Celsius) und trocken.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer für Marokko

Für Marokko gibt es eine große Auswahl an Reiseliteratur. Wir sind mit dem seinerzeit aktuellsten Reiseführer unterwegs – dem „Stefan Loose Marokko“*: ausführliche Beschreibungen, viele nützliche Informationen, sympathische Schreibe – eine gute Wahl, auch wenn wir nicht alle Aussagen und Empfindungen teilen. Ebenfalls einen guten Eindruck machen der „Lonely Planet Marokko“* sowie der „Reise Know-How Marokko“*. 

Wir verlassen Fes durch das Bab Boujloud

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Text und Fotos: Heiko Meyer

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