Fünf Sehenswürdigkeiten in Marokkos Hauptstadt Rabat

Marokkos Hauptstadt Rabat hält Besucher mit einigen Sehenswürdigkeiten und einer entspannten Atmosphäre bei Laune.

Unsere Rundreise durch Marokko führt uns auch nach Rabat. Die Hauptstadt des Landes liegt am Atlantischen Ozean, weshalb das Klima auf uns angenehm mild wirkt. Schon auf den ersten Blick erscheint Rabat erstaunlich sauber, übersichtlich und organisiert. Das mag daran liegen, dass hier der König von Marokko residiert. Deshalb gehört Rabat zu den vier sogenannten Königsstädten, in denen sich historische Gebäude bestimmter Herrscherdynastien befinden. 

Im Vergleich zu allen anderen Orten, die wir in Marokko besuchen, treffen wir in Rabat die wenigsten Touristen. Nirgendwo sind die Verkäufer aufdringlich. Selbst an manchen bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es keine Souvenir-Shops.

Im Vergleich zu allen anderen Orten, die wir in Marokko besuchen, treffen wir in Rabat die wenigsten Touristen

Wie überall in diesem muslimischen Land sorgen die Muezzine in verlässlicher Regelmäßigkeit für einen beeindruckenden Soundtrack.

Minarett in der Neustadt von Rabat

Im modernen Rabat gibt es große Büro- und Verwaltungsgebäude, eine neue Tram, gehobene Restaurants und schicke Läden. Aus touristischer Sicht interessanter sind die Altstadt und die Viertel nahe des Flusses Bouregreg.

Im an sich empfehlenswerten Stefan-Loose-Reiseführer* wird Rabat romantisiert. Rabat sei „eine der schönsten Hauptstädte der Welt“, heißt es darin. Ganz sicher nicht, empfinden wir. Das soll aber niemanden von dem Besuch abhalten.

Wir betrachten die Stadt als willkommenen Zwischenstopp auf der Durchreise von Marrakesch nach Fès. Rabat verzaubert uns zwar nicht wirklich. Aber die Atmosphäre ist entspannt, und es gibt einiges zu sehen. Wir bleiben zwei Nächte und anderthalb Tage und finden es so optimal.

Lange Rede, kurzer Sinn. Das ist unser Sightseeing-Programm …

Tolle Aussicht von der Kasbah der Oudayas (Oudaias)

Der wohl beliebteste Ort in Rabat ist die Kasbah der Oudayas, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die im 12. Jahrhundert errichtete, von monumentalen Mauern begrenzte Festung wurde nach einem für die Bewachung der Stadt zuständigen Kriegerstamm benannt. Sie liegt wunderbar auf einem Hügel. Von den großen Terrassen eröffnen sich tolle Blicke auf die Atlantikküste, die Strände von Rabat und die Molen, aber auch auf die Bouregreg-Mündung und die Stadt Salé gegenüber. Einheimische und Touristen gleichermaßen genießen die Kulisse und machen Fotos von sich und der Umgebung. Besonders schön ist die Stimmung am späten Nachmittag.

Die Kasbah der Oudayas wurde nach einem für die Bewachung der Stadt zuständigen Kriegerstamm benannt

Von den großen Terrassen eröffnen sich tolle Blicke, in diesem Fall auf den Fluss Bouregreg. Im Hintergrund ist der Hassan-Turm zu sehen. Links befindet sich die Stadt Salé

Im Inneren der Kasbah lädt das blau-weiße Gassengewirr zum Spazieren ein. Der Minztee mit der wohl besten Aussicht Rabats lässt sich auf der schönen Terrasse des Café des Maures mit vielen Mosaiken genießen. Gleich daneben befinden sich die andalusischen Garten, die zehn Dirham Eintritt kosten.

Blau-weißes Gassengewirr im Inneren der Kasbah

Minztee am Plage de Rabat, dem Stadtstrand

Von der Kasbah der Oudayas gehen wir hinab an einem Friedhof vorbei zum Plage de Rabat. Der Strand ist feinsandig und leider recht dreckig. Bei unserem Besuch ist er aufgrund der starken Brandung – die einige Surfer gern nutzen – nur bedingt zum Baden geeignet. Im Hochsommer sollen sich hier Tausende dicht an dicht tummeln und im Meer abkühlen.

Von der Kasbah der Oudayas gehen wir an einem Friedhof vorbei zu Rabats Stadtstrand

Wir spazieren auf einer der beiden Molen und blicken über den Strand hinauf zur Kasbah der Oudayas. Dann nehmen wir Platz in einem der einfachen Cafés, trinken – mal wieder – Minztee und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen.

Blick von der Mole auf den Plage de Rabat und die Kasbah der Oudayas

Am Nachbarstrand ist weniger los

Am Nachbarstrand gibt es ein etwas besseres Restaurant, das Borj Eddar, das bekannt für Fisch und Meeresfrüchte ist. Ein schöner Ort, um bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang zu zelebrieren. Uns riecht es etwas zu sehr nach Fisch, deswegen ziehen wir weiter.

Außerhalb von Rabat soll es gute, zum Baden geeignete Strände geben.

Rabats Wahrzeichen: Hassan-Turm

Der Hassan-Turm gilt als Wahrzeichen von Rabat und Zentrum des gleichnamigen Stadtviertels Quartier Hassan nahe des Flusses. Der 44 Meter hohe Turm auf quadratischer Grundfläche wurde ab 1192 errichtet und sollte einmal das 87 Meter hohe Minarett von Marokkos größter Moschee werden. Auf einer Rampe im Inneren hätte der Muezzin mit seinem Pferd hinaufreiten sollen. Doch die Bauarbeiten wurden eingestellt, nachdem der Bauherr verstarb.

Der 44 Meter hohe Hassan-Turm, das Wahrzeichen von Rabat

Reiterwache am Eingang zum Gelände des Hassan-Turms

Um den Hassan-Turm herum befindet sich ein großer Platz mit alten Säulen und schönen Brunnen. In einem prächtigen Mausoleum liegen unter anderem die Überreste von König Mohammed V. Die Anlage wird von Soldaten in traditioneller Uniform bewacht. Eintritt frei.

In einem prächtigen Mausoleum liegen die Überreste von Mohammed V.

Das Mausoleum wird von Soldaten in traditioneller Uniform bewacht

Ruinen, Störche und Katzen in der Nekropole Chellah

Am östlichen Stadtrand liegt hinter riesigen Mauern die Chellah – eine Nekropole, in der bedeutende Persönlichkeiten aus dem 13. und 14. Jahrhundert bestattet wurden. In der weitläufigen Anlage, deren Besuch zehn Dirham kostet, befinden sich zahlreiche Ruinen und schöne Gärten. Auf vielen Gebäuden nisten Störche.

Fotosession am Eingang der Chellah

Die Chellah ist ein sehr atmosphärischer Ort. Ein Muss für Fans von „alten Steinen“ wie mich. Auch Emma, der wir beim Spazieren Geschichten dazu erzählen, ist begeistert. Vor allem natürlich von den vielen Störchen und Katzen. Der Besuch der Chellah lohnt sich unbedingt. Für uns das Highlight von Rabat!

Auf den Ruinen der Chellah nisten Störche – ein sehr atmosphärischer Ort

In den Gassen der Medina

Hinter hohen Mauern verbirgt sich die Medina, die Altstadt, von Rabat. Sie erscheint nicht ganz so beeindruckend und verwirrend wie die etwa in Marrakesch oder Fès. Aber trotzdem lohnt es sich, durch die Gassen zu spazieren und die Atmosphäre aufzusaugen.

Es lohnt sich, durch die Gassen der Medina zu spazieren

Direkt nach dem Haupteingang bieten im Marché Central diverse Händler vor allem Lebensmittel an. Zwar ist die Markthalle architektonisch nicht besonders bemerkenswert. Doch innerhalb und auf den Straßen außerhalb tobt das Leben.

Gewürzhändler auf dem Marché Central

Straßenszene nahe des Marché Central in der Medina von Rabat

Dann beginnt die Rue Mohammed V., einer der Hauptwege der Medina, mit zahlreichen Straßenrestaurants und kleinen Shops. Von ihr zweigen schmale Gassen ab, in denen es merklich ruhiger wird. Manche wirken gammelig. Wir kommen an einem Fleischer vorbei. In der Auslage liegen „Dinosaurierköpfe“, wie unsere Tochter Emma feststellt. Es handelt sich um Ziegen und Rinder.

Streetfood in der Medina von Rabat

Rechterhand geht es zu den Souks, den Märkten, die natürlich das Herz einer orientalischen Medina bilden. Auch hier gilt: Wer bereits die von Marrakesch oder Fès gesehen hat, wird von denen in Rabat nicht überwältigt sein. Alles wirkt aufgeräumter, entspannter und unaufdringlicher, aber auch irgendwie langweiliger.

In den Souks

Hotels und Riads in Rabat

In Rabat leben mehr als eine halbe Million Menschen. Und wie es sich für eine Großstadt gehört, gibt es vom einfachen Guesthouse bis zum Luxushotel für alle Ansprüche passende Zimmer. Je knapp 300 verschiedene Unterkünfte lassen sich allein bei booking.com* und Agoda* vergleichen und buchen.

Wer nur kurz in der Stadt ist, wohnt am besten in oder nahe der Medina. Dort spielt sich das Leben ab. Und von dort sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit kurzer Taxifahrt erreichbar.

Wir buchen vorab das Riad Dar Karima (booking.com*/Agoda*) – eine gute Wahl. Es liegt im Herzen der Medina in einer Seitenstraße der Rue Mohammed V. Hinter einem unscheinbaren Tor befindet sich ein schöner Hinterhof. Wir wohnen in einem der Familienzimmer. Es ist ansprechend eingerichtet, sehr sauber und mit einem schönen Bad – dem besten unserer Reise – ausgestattet. Emma darf zu ihrer großen Freude in dem „wundervollen Prinzessinnen-Bett“ schlafen. Dafür muss Julia aufs Schlafsofa im Nebenzimmer ausweichen, was „schlimmer“ klingt als es ist. Wie in allen Riads ist es recht hellhörig. Dafür habe ich stets Ohropax* dabei.

Julia vorm „wundervollen Prinzessinnen-Bett“ im Riad Dar Karima in der Medina von Rabat

Morgens gibt es ein üppiges, typisch marokkanisches – und damit süßes – Frühstück in stilvoller Wohnzimmer-Atmosphäre. Wir fühlen uns sehr wohl im Riad Dar Karima.

Anreise nach Rabat

Vom internationalen Flughafen Rabat-Salé (IATA-Code: RBA) bestehen Direktverbindungen zu mehreren europäischen Städten, in Deutschland nur nach Düsseldorf-Weeze (NRN). Außerdem gibt es Inlandsflüge nach Agadir (AGA).

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

An- und Weiterreise mit Zug und Bus

Innerhalb Marokkos bietet sich für Rabat die An- beziehungsweise Weiterreise mit dem Zug an. So benötigen wir von Marrakesch bequeme viereinhalb Stunden. Zwei Tage später fahren wir in zwei Stunden nach Fés. Fahrkarten lassen sich problemlos am Schalter kaufen. Zugfahrpläne unter www.oncf.ma/en.

In Rabat gibt zwei Bahnhöfe: Rabat Agdal und Rabat Ville. Letzterer ist die erste Wahl, wenn man in der Medina wohnt. Taxifahrer sprechen Touristen gleich beim Verlassen des Bahnhofs an. Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, fahren auf der Hauptstraße zahlreiche blaue Taxis (Petite Taxi) vorbei. Für die Strecke zur Medina nahe unseres Riads zahlen Einheimische wohl zehn Dirham (also weniger als einen Euro). Wir zahlen ohne zu Verhandeln 40 Dirham. Die Taxis fahren normalerweise mit Taxameter. Das erleben wir bei unseren insgesamt fünf Fahrten aber nur einmal (und zahlen dann angenehme 8,40 Dirham für die Strecke).

Die häufig empfohlenen Busgesellschaften Supratours und CTM betreiben eigene Busstationen in Rabat – mit Verbindungen in alle Richtungen. Die Tickets sollten möglichst mindestens einen Tag vorher gekauft werden (geht auch online).

Beste Reisezeit für Rabat

Als beste Reisezeiten gelten Frühjahr und Herbst. Dann ist es nicht zu kalt und nicht zu warm. Doch Rabat ist ein Ganzjahresziel. Im Winter ist es kühler (zum Teil unter 20 Grad Celsius) und feuchter, im Sommer warm (über 30 Grad Celsius) und trocken.

Bei unserem Besuch Anfang April empfinden wir das Klima als sehr angenehm. Morgens und abends benötigen wir eine Strickjacke. Tagsüber herrscht sonniges, trockenes T-Shirt-Wetter.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer für Marokko

Für Marokko gibt es eine große Auswahl an Reiseliteratur. Wir sind mit dem seinerzeit aktuellsten Reiseführer unterwegs – dem „Stefan Loose Marokko“*: ausführliche Beschreibungen, viele nützliche Informationen, sympathische Schreibe – eine gute Wahl, auch wenn wir nicht alle Aussagen und Empfindungen teilen. Ebenfalls einen guten Eindruck machen der „Lonely Planet Marokko“* sowie der „Reise Know-How Marokko“*. 

Julia und Emma blicken auf die Mündung des Bouregreg in den Atlantik

Und wie gefällt Dir Rabat?

Text und Fotos: Heiko Meyer

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