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Goa Beach Guide, Indien: Die schönsten Strände von Norden nach Süden

Im Goa Beach Guide stellen wir die schönsten Strände von Norden nach Süden vor – mit vielen Reisetipps, auch für den Urlaub mit Kindern in Indien.

Goa im Südwesten Indiens ist der kleinste Bundesstaat des südasiatischen Landes. Die ehemalige portugiesische Kolonie gilt schon seit der Hippiezeit als beliebtes, internationales Reiseziel. Obwohl es in Goa zahlreiche Sehenswürdigkeiten gibt, reisen die meisten Touristen nur an die etwa 100 Kilometer lange Küste. Die Liste der schönen Strände dort ist lang. Viele davon zeichnen sich durch eine eigene Atmosphäre aus und ziehen unterschiedliches Publikum an. Deshalb kann eine Reise nach Goa je nach persönlichem Geschmack sehr verschieden empfunden werden.

Zwar erscheint das warme Meer an Goas Küste sehr sauber. Doch klares, türkises Wasser wie häufig in Südostasien gibt es in diesem Teil Indiens nicht. Dafür sind die Entfernungen gering. So lassen sich ohne großen Aufwand viele verschiedene Strände besuchen: ideal für Beach-Hopping! Dabei werfen fast überall Rettungsschwimmer, die ihren Job sehr ernst nehmen, einen Blick auf die Badenden.

Wir waren bereits dreimal in Goa. Das erste Mal im Jahr 2010, zuletzt im April 2017 mit unserer kleinen Tochter Emma. Meist wohnen wir an einem Strand mit guter Infrastruktur und unternehmen von dort mit Motorroller oder Taxi Ausflüge in die Umgebung. Wer bislang noch nicht in Indien war, erlebt Goa als sanften Einstieg in ein intensives, herausforderndes, tolles Reiseland. Je nach Reiseart gilt Goa als eins der günstigsten Langstreckenreiseziele.

Julia und Töchterchen Emma beim Beach-Hopping in Goa: Meist wohnen wir an einem Strand mit guter Infrastruktur und unternehmen von dort aus Ausflüge, zum Beispiel mit einem Motorroller

Die tendenziell schönsten Strände Goas befinden sich im Süden, wo die Landschaft hügeliger und insgesamt grüner ist – was aber nicht heißt, dass es in Nordgoa keine tollen Strände gibt! Doch welchen Strand in Goa besuchen? Um die Auswahl zu erleichtern, stellen wir in diesem Goa Beach Guide die besten und schönsten Strände von Norden nach Süden vor.

Arambol Beach (Nordgoa)

Dank schönem Strand und guter Infrastruktur lässt es sich gut am Arambol Beach in Nordgoa aushalten

Arambol Beach (auch Harmal Beach genannt) ist der nördlichste erschlossene Strand in Goa. Nur der nahezu menschenleere Querim Beach liegt noch weiter im Norden.

Arambol erstreckt sich über mehrere Kilometer und eignet sich gut für lange Spaziergänge. Am nördlichen Ende geht es vorbei an einer Felszunge mit einem Hügel, der schöne Blicke auf die Umgebung ermöglicht, zum Kalacha Beach. An einem Abschnitt in südlicher Richtung findet täglich zum Sonnenuntergang der Drum Circle statt, wo Alt- und Neu-Hippies gemeinsam trommeln und tanzen. Davor verkaufen in Goa Hängengebliebene vor allem Schmuck und Kinderkleidung, um ihren Aufenthalt zu finanzieren. Noch mehr in Richtung Süden wird es schnell einsam. Wer weiter läuft, landet nach etwa einer Stunde am Mandrem Beach, später dann am Ashvem Beach und schließlich am Morjim Beach (siehe unten). 

Dank schönem Strand und guter Infrastruktur ohne Massentourismus lässt es sich in Arambol durchaus einige Zeit aushalten. Tagsüber tummelt sich das entspannte Publikum – viele Backpacker, Familien, Russen und an Wochenenden Inder – am breiten, feinsandigen, eher grauen Strand. Schwimmen ist dort aufgrund recht hoher Wellen nur bedingt möglich. Baden, auch mit kleinen Kindern, stellt in Ufernähe jedoch kein Problem dar. Am späten Nachmittag füllen sich die Strandrestaurants mit Gästen, die mit Füßen im Sand bei gutem indischen Essen und mit kühlem Bier in der Hand den schönen Sonnenuntergang genießen. In einer kleinen Hauptstraße mit Strandzugang bieten Läden den üblichen Touristenbedarf an. Es gibt eine Handvoll Bars mit Livemusik, aber keine exzessive Partyszene wie anderswo in Goa.

Generell geht es in Arambol eher einfach zu. In Strandnähe befinden sich einige wenige Mittelklasseunterkünfte. Echte Hotels gibt es dagegen nicht. Wie häufig in Indien liegt abseits des Strandes viel Müll herum, und es riecht nach Räucherstäbchen und Gammel.

Morjim Beach (Nordgoa)

Kein eigenes Reise-, aber ein lohnenswertes Ausflugsziel in Nordgoa: Der Morjim Beach ist gut für Kindern geeignet

Kein eigenes Reise-, aber ein lohnendes Ausflugsziel stellt der Morjim Beach dar, der nahe der Mündung des Chapora-Flusses mit Blick auf das gleichnamige Fort liegt. Der knapp drei Kilometer lange, breite Strand ist gut für Kinder geeignet, hat nur geringe Brandung und fällt sehr flach ab – was aber auch bedeutet, dass Schwimmen nicht oder nur sehr weit draußen möglich ist.

Unterkünfte direkt am Strand gibt es nicht. Stattdessen wirbt ein Dutzend Restaurants mit Verpflegung und Sonnenliegen um Kundschaft. Besser nicht hinter die Hütten gucken: alles total verdreckt. Abseits der Beach Snacks ist es sehr einsam. Am Strand befindet sich eine Aufzuchtstation für seltene Schildkröten.

Vagator Beach (Nordgoa)

Schöner Strand in Nordgoa: Little Vagator Beach (auch Ozran Beach)

Den einen Vagator Beach gibt es gar nicht. Stattdessen handelt es sich um mehrere Küstenabschnitte. Big Vagator Beach heißt ein langer Sandstrand mit rudimentärer Infrastruktur, der vor allem bei Indern als beliebtest Ausflugsziel mit Jetski, Parasailing und Bananenbooten gilt. Spätnachmittags erscheint der Big Vagator Beach schöner als bei unserem ersten Besuch im grellen Mittagslicht. Das ändert aber nichts daran, dass er schäbig wirkt – wie das einzige Restaurant am Platz.

Hinter einer Felszunge befindet sich Little Vagator (auch Ozran Beach): drei kleine, von Hügeln umgebene, geschwungene, malerische, nebeneinander liegende Buchten. Kühe und Hunde sind sehr präsent, ebenso wie fotogene Palmen. Das beliebteste Fotomotiv ist aber ein Steingesicht am Südende des Strandes. Häufig liegen Felsen im Wasser, doch es gibt viele gute Badestellen. An sich sind die feinsandigen Strände recht flach und somit kindergerecht. Einzelne große Wellen trüben den Badespaß.

In jeder Bucht gibt es mehrere Beach Shacks mit Sonnenliegen und -schirmen. Der Wettbewerb der Strandrestaurants hält die Preise niedrig. Obwohl die meisten wie windschiefe Hütten erscheinen, wird erstaunlich gut gekocht. Spätestens ab Mittag stehen häufig Bier und Rum auf den Tischen.

Vagator ist bekannt für Open-air-Rave-Partys. Bei unserem Besuch Ende der Saison im April ist davon nichts zu spüren.

Die meisten Touristen übernachten oben im Ort, wo sich ein großes Angebot an Guesthouses und Hotels befindet. Es gibt aber auch schöne Unterkünfte direkt am Strand beziehungsweise am Hügel mit tollen Blicken über die Bucht. Sie sehen nicht gerade günstig aus, und die Auswahl ist gering.

Abwechslung ins Strandleben bringt der Besuch des Chapora-Forts. Die Ruinen der portugiesischen Festung thronen auf einem Hügel mit umwerfenden Blicken auf die Küste.

Anjuna Beach (Nordgoa)

Anjuna ist berühmt für seinen Flohmarkt. Die Verkaufsstände ziehen sich vom Strand weit landeinwärts

Einst entdeckten die Hippies Anjuna als Reiseziel für sich, dann die Techno-Bewegung. Noch immer dröhnt Trance aus den riesigen Boxen so mancher Strandbar bis in den frühen Morgen hinein und macht das Schlafen in der Nähe unmöglich.

Anjuna wirkt zum Teil abgerockt und schmuddelig und hat die besten Zeiten vermutlich hinter sich. Dennoch hat der Ort durchaus seine Reize. Schön ist der rund zwei Kilometer lange, feinsandige, von Palmen gesäumte Strand. Schwarze, poröse Felsen unterteilen ihn in Nord- und Südanjuna. Am Strand machen es sich Kühe gemütlich. Inder verkaufen Kokosnüsse, gegrillte Maiskolben und Obst. Aufdringliche Strandverkäuferinnen stürzen sich auf die Passanten und wollen ihnen Schmuck und Tücher verkaufen. An einer Stelle werden Fahrten mit Jetski und Bananenboot angeboten, die fast ausschließlich Inder in Anspruch nehmen. Es stört aber nicht wirklich. Weil es dort keine spitzen Steine im Wasser gibt und es relativ flach ins Meer hinein geht, eignet sich der Strandabschnitt in Nordanjuna vor den Bars am besten zum Baden und Schwimmen, auch für Kinder. Wer etwas in einem der guten Dutzend Lokalen bestellt, nutzt die Sonnenliegen und –schirme davor kostenlos. In Südanjuna gibt es nur eine Handvoll Restaurants, aber einige davon auf zwei Etagen mit schönem Blick auf die Bucht und den Sonnenuntergang. 

Nach Anjuna kommt ein eher jüngeres, internationales Publikum. Es wird viel Russisch gesprochen. Auch indische Familien scheinen Anjuna zu mögen. Parallel zum Strand befindet sich ein Dorf mit vielen Budgetunterkünften. Genug Auswahl herrscht ebenfalls in der unteren Mittelklasse, darunter Holzbungalows direkt am Strand. Schicke Resorts oder gute Hotels gibt es nicht.

Mittwochs trifft sich halb Goa beim riesigen Anjuna-Flohmarkt, der in den 1970er-Jahren von Aussteigern gegründet wurde. Die Verkaufsstände – sicher mehrere Hundert – ziehen sich vom Strand weit landeinwärts. Selbst für Shoppingmuffel wie mich ist der Anjuna-Flohmarkt ein echtes Erlebnis!

Anjuna eignet sich für einen Aufenthalt von mehreren Tagen. Wer Abwechslung braucht, mietet sich ein Motorrad und klappert die Strände in der Umgebung ab.

Baga Beach, Calangute Beach, Candolim Beach, Sinquerim Beach (alle Nordgoa)

In Baga (Foto) und Calangute herrscht Massentourismus. Dort macht die indische Mittelklasse (Party-)Urlaub

Südlich des Baga-Flusses zieht sich ein sehr langer, durchgehenden Strand entlang, der je nach Abschnitt einen anderen Namen trägt. Am nördlichen Baga Beach und am folgenden Calangute Beach herrscht Massentourismus. Dort machen die indische Mittelklasse und manche Ausländer, vor allem aus Russland, (Party-)Urlaub. Viele biertrinkende Männergruppen erfreuen sich am kompletten “Wassersport”-Programm. Es gibt kilometerlange Reihen mit Liegen, Sonnenschirmen und sogar Handtüchern, dahinter ein Restaurant nach dem nächsten.

Der an sich schöne, hellsandige Strand wirkt mangels Palmen wenig atmosphärisch. Die starke Brandung macht speziell das Baden mit Kindern zum Wagnis. Souvenir? Massage?  Jetski? Es vergeht kaum ein Moment, ohne dass man angesprochen wird. Besonders busy geht es an den Strandzugängen zu.

Unterkünfte direkt am Wasser gibt es nicht, dafür viele Mittelklassehotels an der geschäftigen Straße, die parallel zum Strand verläuft. Auch der Ort erscheint wenig attraktiv: ständiges Hupen, Baustellenlärm, Shop an Shop, und Touristen werden ohne Unterlass auf Dienstleistungen angesprochen. Baga und Calangute muss man definitiv nicht gesehen haben!

Etwas ruhiger geht es am Candolim Beach und am Sinquerim Beach zu. In den Zentren des Pauschaltourismus gibt es viele Ferienanlagen der Mittelklasse und gehobene Hotels.

Colva Beach (Südgoa)

Den Colva Beach in Südgoa besuchen an Wochenenden viele indische Touristen

Nahe von Goas internationalem Flughafen befinden sich mehrere kleine Strände, darunter der Bogmalo Beach. Südlich der Halbinsel beginnt ein über 25 Kilometer langer, nahezu gerader Küstenabschnitt, der je nach zugehörigem Dorf einen anderen Namen trägt. Einer der bekanntesten ist der Colva Beach, der mit weißem Puderzuckersand, freistehenden Kokospalmen und Fischerbooten sehr idyllisch erscheint. Allerdings strömen am Hauptzugang unzählige indische Touristen ans Meer und lassen es sich bei Parasailing, Jetski & Co. gutgehen, vor allem an Wochenenden. Wir sind – unpassender Weise – in Badehose und Bikini unterwegs und ziehen schnell ungewollte Aufmerksamkeit auf uns. Aber schon Hundert Meter davon entfernt wird es deutlich ruhiger. So zeigt auch das Beitragsbild (siehe oben) den Colva Beach.

Am Strand gibt es mehrere Restaurants und einige Bungalows, doch die meisten Unterkünfte – darunter viele Hotels der Mittelklasse – befinden sich im Ort. Nach Colva kommen eher ältere europäische Touristen, die den Indern beim Urlaub machen zuschauen, aber auch Ruhe genießen wollen.

Benaulim Beach (Südgoa)

Strandszene am Benaulim Beach

Wer am Strand in Richtung Süden entlang wandert, benötigt eine knappe Stunde bis zum ruhigeren Benaulim Beach. Trotz einiger Wassersportangebote und Beach Shacks ist dort wesentlich weniger los als in Colva. Der Strand erscheint ebenfalls sehr schön mit feinem Sand, Palmen und Fischern, die früh morgens hinaus aufs Meer fahren. Dennoch begeistert uns der Aufenthalt in Benaulim nicht. Liegt es vielleicht an der Ratte, die sich nachts in unseren Bungalow geschlichen hat?

Benaulim besuchen eher ältere Europäer, die in Goa den Winter verkürzen. Die meisten Unterkünfte gibt es im Dorf.

Südlich von Benaulim folgen unter anderem der Varca Beach, der Cavelossim Beach und der Betul Beach – alles ruhige Strände mit eher hochpreisigen Anlagen.

Cola Beach (Südgoa)

Beschwerliche Anreise, aber sehr idyllisch: Cola Beach

Eher Ausflugsziel als echte Destination ist der am besten mit einem Auto zu erreichende Cola Beach. Die Anreise ist beschwerlich, denn ab der Hauptstraße führt eine etwa drei Kilometer lange, staubige Schotterpiste mit zahlreichen Steigungen und Schlaglöchern vorbei an Cashew- und Jackfruchtbäumen zum Strand. Dieser liegt sehr idyllisch inmitten von Hügeln und Wald. Sehr schön in die Umgebung ein fügt sich das von außen hübsche Krishna Paradise Beach Resort* mit einem kleinen Fluss davor. Es gibt zwei, drei weitere Unterkünfte in Strandnähe. Aber am Cola Beach sollten nur diejenigen wohnen, die Einsamkeit und Ruhe schätzen. Wie die meisten Tagestouristen legen wir eine Pause im Restaurant des Blue Lagoon Beach Resort* ein.

Kraftvolle Wellen klatschen an den schönen, grobkörnigen Cola Beach. Schnell wird es tief. Zum Schwimmen mag der Strand noch geeignet sein, zum Baden mit Kindern überhaupt nicht. Hinter einigen Felsen geht es zu einem zweiten, sehr attraktiven Strandabschnitt mit schrägen Palmen und üppigem Grün dahinter.

Agonda Beach (Südgoa)

Lieblingsstrand vieler Goa-Fans: Agonda

Sehr lang, sehr breit, sehr ruhig, sehr schön! Der Agonda Beach wird häufig genannt, wenn Goa-Fans über ihre Lieblingsstrände sprechen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie diesen wunderschönen, von Palmen gesäumten Sandstrand nur mit wenigen anderen teilen müssen. Strandverkäufer gibt es nicht, dafür Fischerboote, Kühe und Hunde. Mit etwas Glück lassen sich sogar Delfine beobachten. Manchmal schwimmen sie morgens recht nah ans Ufer. Von den Felsen am Südende hat man einen schönen Blick auf die Küste. Außer dort ist das Baden und Schwimmen in Ufernähe gut möglich.  

Agonda ist ein toller Ort, um in einfachen Bungalows am Strand zu übernachten. Die Auswahl an Budgetunterkünften ist überraschend groß. Es gibt aber auch ein schickes Resort wie das The Bay Agonda*. Viele machen Yoga in Agonda.

Palolem Beach (Südgoa)

Der Palolem Beach gilt als einer der schönsten Strände Goas

Schräge Palmen säumen eine sichelförmige Bucht, die ganz flach ins Meer abfällt. Im feinen, hellen Sand liegen Fischerboote, Kühe und Hunde. Der Blick auf eine Insel komplettiert die Idylle, vor allem zum Sonnenuntergang. Der Palolem Beach erscheint besonders malerisch und gilt ohne Zweifel als einer der schönsten Strände Goas. Trotz immer mehr Besuchern – vor allem Individualtouristen und indische Urlauber – versprüht er noch reichlich Charme.

Am nördlichen Ende stellen ein Fluss und eine kleine, vorgelagerte Insel die natürliche Grenze dar. Bei Ebbe führt ein schöner Spaziergang durch knöcheltiefes Wasser dorthin. Südlich befinden sich Felsen, von denen perfekte Blicke über die ganze Bucht möglich sind. Direkt am Hauptzugang zum Strand – vorbei an Souvenirshops, Getränkeläden, Restaurants, Rikschas und Motorrollern – ist vor allem am späten Nachmittag viel los. Schließlich wollen neben den Touristen auch die Menschen aus der Umgebung das Panorama genießen. Dort liegen jede Menge Boote im Sand, und Fischer offerieren ihre einstündigen, unspektakulären Delfintouren (“No dolphin, no money”), die auch kurz zum Butterfly Beach führen.

In Palolem ist die Auswahl an Unterkünften groß. Es gibt viele Anlagen – meist mit Restaurant – mit eher einfachen, aber sauberen Holzhütten. Besonders begehrt – und am teuersten – sind wie überall die Beachfrontbungalows. Mittelklasse- und Spitzenhotels gibt es bislang nicht – was sich angesichts der Popularität von Palolem bald ändern könnte. Am besten wohnt es sich am ruhigen, schmaleren Abschnitt weiter nördlich (rechts vom Hauptzugang) beziehungsweise am breiten Strand südlich (links). Die zahlreichen Restaurants bietet die ganze Vielfalt der indischen Küche an.

Das Wasser wirkt sehr sauber und klarer als an anderen Stränden Goas. Palolem eignet sich gut zum Schwimmen und Baden. Es bleibt lange flach – ideal für Kinder. Aber je nach Saison und Wetter muss vereinzelt mit höheren Wellen gerechnet werden. Wir halten Palolem für einen der am besten für einen Aufenthalt mit Kindern geeigneten Strände in Goa.

Patnem Beach (Südgoa)

Der Patnem Beach stellt speziell in der Hauptsaison eine gute Alternative zu stark frequentierten Stränden dar

Gleich südlich von Palolem, und über einen Pfad zu Fuß zu erreichen, liegt der Patnem Beach. An diesem Strand geht es wesentlich ruhiger zu als beim großen Nachbarn. Dank ausreichend Infrastruktur eignet er sich für einen längeren Aufenthalt und stellt speziell in der Hauptsaison eine gute Alternative zu stark frequentierten Stränden dar. Viele Familien wissen das zu schätzen.

Direkt an dem schönen, breiten Strand gibt sich mehrere Unterkünfte und Restaurants. Weitere liegen dies- und jenseits der kleinen Hauptstraße mit einigen Läden. Die Brandung ist relativ stark, aber noch akzeptabel. Im Sand liegen einige Boote – und viele Hunde und deren Haufen.

Rajbagh Beach (Südgoa)

Am sehr ruhigen, grobkörnigen, schönen Rajbagh Beach gibt es einige wenige Sonnenliegen

Felsen bilden die Grenze vom Patnem Beach zum Rajbagh Beach. An dem sehr ruhigen, grobkörnigen, schönen Strand gibt es einige wenige Sonnenliegen und Stände, an denen Obst, Getränke und Souvenirs verkauft werden. Die Brandung ist stark. Aber wer im Wasser erst einmal ein paar Meter vom Ufer weg ist, kann gut schwimmen.

Direkt am Strand kann nicht übernachtet werden. Aber dahinter beginnt das riesige Areal des The Lalit Golf & Spa Resort* mit einem 18-Loch-Golfplatz. An der Straße gibt es weitere Unterkünfte, Restaurants und Shops.

Talpona Beach, Galgibag Beach (Südgoa)

Wer von Stränden nicht genug bekommt, kann Ausflüge mit dem Motorrad zum Talpona Beach und zum Galgibag Beach unternehmen. Beide Pinienstrände sind selbst in der Hauptsaison sehr einsam. Am Galgibag Beach gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Er steht unter Naturschutz. Ähnlich wie am Morjim Beach in Nordgoa brüten dort seltene Schildkröten.

Trotz wachender Rettungsschwimmer kann das Schwimmen aufgrund starker Brandung und Unterströmungen an diesen Stränden sehr riskant sein.

Goa mit Kindern

Goa ist eins der besten Reiseziele für Urlaub in Indien mit Kindern

Goa ist neben Kerala eins der besten Reiseziele in Indien mit Kindern. In Goa kann man perfekten Strandurlaub verbringen und theoretisch jeden Tag einen anderen Beach besuchen. Auf die Dauer mag das etwas langweilig erscheinen. Aber den Kids macht das Baden nun mal am meisten Spaß, und in Goa befinden sich viele Strände relativ nah beieinander. Wir ziehen alle paar Tage an einen anderen Strand und haben so wenigstens das Gefühl, verschiedene Orte gesehen zu haben.

An allen Stränden wachen in der Hauptsaison Rettungsschwimmer über das Wohl der Badegäste. Für Kindern geeignete Strände in Goa sind unter anderem Arambol, Morjim, Vagator, Anjuna, Colva, Benaulim, Agonda und Palolem. Für einen längeren Aufenthalt eigenen sich aufgrund guter Infrastruktur aus unserer Sicht vor allem Palolem und Arambol.

Die Strände Palolem (Foto) und Arambol eignen sich gut für einen längeren Aufenthalt in Goa mit Kindern

Weil vereinzelt Glasscherben, zerbrochene Bierflaschen oder scharfkantige Muscheln oder Steine im Sand liegen, sollten Kinder immer Badeschuhe* tragen! Mehr zum Thema Ausrüstung in unserer Packliste für Reisen mit Babys und Kleinkindern in Asien. Wichtig, nicht nur für Kinder: Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Indien ist berühmt-berüchtigt für Durchfallerkrankungen, und fast alle Reisenden bekommen irgendwann einmal einen “Bombay Belly” (=Durchfall). Wer sich bei der Auswahl des Essens an die alte Reiseregel “Cook it, peel it or forget it” (“Koche es, schäle es oder vergiss es”) hält, hat in Sachen Magenverstimmung meist nichts zu befürchten. Unsere Tochter Emma übersteht die Goa-Reise ganz ohne gesundheitliche Probleme. Allerdings achten wir sehr genau darauf, dass sie weder Eis, noch Rohkost und Milchprodukte wie Lassi und Yoghurt zu sich nimmt. Emmas kulinarische Favoriten in Goa sind Brotsorten wie Naan, Roti und Puri, Pommes Frites, Reis, gegrillte Maiskolben, frisches Obst und Lemon-Soda. Vor jedem Essen muss sie sich sorgfältig die Hände waschen.

Indisches Frühstück: Obstsalat und Roti

Zwar ist es mit der Hygiene in Goa besser bestellt als in vielen anderen Teilen Indiens. Von “steril” kann aber nicht die Rede sein. Deshalb und aufgrund mäßiger medizinischer Infrastruktur empfehlen wir eine Reise nach Goa erst ab dem Kleinkindalter. Mit einem Säugling, zum Beispiel während der Elternzeit, würden wir persönlich eher nach Thailand oder Malaysia reisen (wenn es unbedingt Asien sein soll).

Bei unserem ersten Goa-Trip im Jahr 2010 sind wir wirklich alles mit öffentlichen Bussen gefahren. Mit Kind leisten wir uns häufiger den Luxus eines Taxis, weil Emma bei unserer letzten Südindienreise durch Kerala im Bus schlecht geworden ist und wir ihr das diesmal ersparen wollen.

Noch ein Unterschied zu früher: Aufgrund der Hitze verzichten wir mit Kind auf Sightseeing.

Ausflüge und Sehenswürdigkeiten in und ab Goa

Jeden Tag in Goa am Strand zu verbringen, klingt verlockend – ist auf Dauer aber eintönig. Abwechslung ins Strandleben bringen Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in der Nähe oder zu weiter entfernten Reisezielen.

Goa war rund 450 Jahre lang portugiesische Kolonie und weist daher eine spezielle kulturelle Prägung auf. Dies wird besonders deutlich in Goas hübscher Hauptstadt Panaji, in der sich viele Gebäude aus der Kolonialzeit befinden – zum Beispiel die prächtige Kirche Our Lady of the Immaculate Conception.

In Goas hübscher Hauptstadt Panaji befindet sich die prächtige Kirche Our Lady of the Immaculate Conception

Ein sehr lohnenswerter Tagesausflug – am besten per Rikscha – führt ins neun Kilometer von Panaji entfernte Old Goa. Dort stehen einige der ältesten Kirchen Indiens (und größten Asiens). Sie sind alles, was von der ehemaligen Hauptstadt der portugiesischen Enklave übrig blieb.

Ein Aufenthalt in Goa lässt sich gut kombinieren mit einer Reise zur UNESCO-Weltkulturerbestätte Hampi (unbedingt mehrere Tage einplanen!), zu den Höhlen und Tempeln von Badami sowie zu den ruhigen Stränden von Gokarna. Diese Orte liegen im benachbarten Bundesstaat Karnataka und sind innerhalb eines Tages zu erreichen. Viele Reisende verbinden einen Trip nach Goa mit einem Besuch der südindischen Metropole Mumbai.

Anreise zu Goas Flughafen und Weiterreise zu den Stränden

Goas internationaler Flughafen Dabolim (IATA-Code: GOI) wird von diversen Airlines angeflogen. Ab Deutschland bietet nur Condor ab Frankfurt (FRA) Nonstopflüge an. Meist günstiger sind Umsteigeverbindungen unter anderem mit Qatar Airways, Oman Air, British Airways, Air India oder Lufthansa. Flüge nach Goa können sehr preiswert sein – wenn man nicht (so wie wir – Julia ist Lehrerin) auf die Schulferien angewiesen ist.

Von Goa gibt es Inlandsflüge unter anderem nach Mumbai (BOM), Delhi (DEL), Bengaluru (BLR), Chennai (MAA), Kolkata (CCU), Ahmedabad (AMD), Hyderabad (HYD), Indore (IDR) und Pune (PNQ). Zudem bestehen Nonstopverbindungen zu zahlreichen asiatischen Metropolen.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Warum auch immer: Aber bei der Ankunft am Flughafen von Goa gibt es keinen Geldautomaten (ATM) mehr. Das Wechselbüro am Gepäckband verlangt tatsächlich zehn (!) Prozent Kommission. Besser auf dem Weg zu dem Stränden bei einem ATM anhalten und dort Geld abheben. Achtung: Bei manchen deutschen Banken muss man ausländische Währung im Gegenwert von zum Beispiel mindestens 50 Euro abholen, sonst wird die Transaktion am ATM abgebrochen.

Bei der Ankunft befindet sich ein Pre-Paid-Taxi-Schalter. Die Fahrer bringen einen für einen Festpreis zu den gewünschten Stränden. Wer keine indischen Rupien dabei hat, kann unterwegs Geld abholen. Nach Arambol ganz im Norden dauert es etwas mehr als eine Stunde,  nach Palolem im Süden ebenfalls.

Bei der Ankunft an Goas Flughafen befindet sich ein Pre-Paid-Taxi-Counter. Die Preise zu den Stränden sind festgelegt

Unterkünfte an Goas Stränden

Goa gehört zu den beliebtesten Reisezielen Indiens (auch für Inder). Entsprechend umfangreich ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Eine große Auswahl an Unterkünften aller Preisklassen gibt es unter anderem bei booking.com*. Ein weiterer guter Ausgangspunkt für Recherchen ist das Vergleichsportal Hundredrooms.

Die Zeit um Weihnachten und Silvester gilt als absolute Spitzensaison. Dann sollte niemand ohne Reservierung anreisen. Im Gegensatz dazu herrscht in der Nebensaison freie Bettenwahl, und vor Ort lassen sich große Rabatte aushandeln.

Goa gehört zu den beliebtesten Reisezielen Indiens. Entsprechend groß ist das Angebot an Unterkünften

Beste Reisezeit für Goas Strände

Die trockenen Monate Oktober bis April gelten als beste Reisezeit. Klimatisch am angenehmsten dürften es zwischen November und Februar sein. Bei unseren Aufenthalten jeweils im März und April ist es sehr heiß: tagsüber 35 Grad Celsius und mehr – nicht wirklich ideal. Aber der Wind und das Meer – und eine Klimaanlage – machen die Hitze erträglich.

Ein Beispiel: Als wir Mitte April abends um 21.30 Uhr auf der Veranda unseres Bungalows sitzen, beträgt die Außentemperatur immer noch 30 Grad. Wenn wir im Zimmer nach Emma schauen, empfinden wir die 25 Grad als angenehm kühl.

Von Mai bis September zieht der Monsun über Goa. Starker Regen und aufgewühltes Meer sind die Folge. Oft ist die Sonne tagelang nicht zu sehen. Dann haben fast alle Restaurant und Unterkünfte an den Stränden geschlossen.

Reiseführer für Goa

Die Auswahl an deutschsprachigen Reiseführern über Indien ist groß. Umfangreiche Kapitel zu Goa bieten unter anderem der “Lonely Planet Reiseführer Südindien und Kerala“*, der “Reise Know-How Indien – der Süden“* sowie der “Stefan Loose Reiseführer Indien, Der Süden“*. Letzterer ist eine bearbeitete Übersetzung des englischsprachigen “Rough Guide to India“*.

Sonnenuntergang am Palolem Beach in Südgoa

Welcher von Goas Stränden gefällt Dir am besten?

Text und Fotos: Heiko Meyer

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