Marrakesch, Marroko: Highlights, Bilder und Infos unserer Reise mit Kind

Marrakesch heißt unser erstes Reiseziel in Marokko. Die Stadt erfüllt alle Klischees des Orients. Highlights, Bilder und Infos im Überblick.

Marrakesch, oh Marrakesch! Nur dreieinhalb Flugstunden von zu Hause entfernt, lässt Du alle Klischees vom Orient wahr werden und nimmst uns mit Deinem Zauber in den Bann. Danke für diesen schönen Einstand in Marokko!

Diese Zeilen lassen vermuten, dass es uns in Marrakesch sehr gut gefällt. Drei Tage verbringen Julia, Emma und ich in Marokkos zweitgrößter Stadt, in der knapp eine Million Menschen leben. Auf dem Weg vom Flughafen in die Medina, die Altstadt, in der sich die meisten Sehenswürdigkeiten befinden, lassen wir erste Eindrücke von der „Perle des Südens“ auf uns wirken. Aufgrund der Farbe vieler Gebäude wird sie auch „Rote Stadt“ genannt. Verschleierte Frauen, Männer in traditioneller Kleidung, Esel-Karren selbst auf den Hauptstraßen: Sofort wird deutlich, dass wir uns in einem anderen Kulturkreis befinden.

Der Charme von Marrakesch liegt in der Exotik, die sich Mitteleuropäern wie uns im Gassengewirr der Medina offenbart. Mal riecht es nach Minze, mal etwas faulig, häufig dampft es aus Kesseln.

Verschleierte Frauen, Männer in traditioneller Kleidung: Sofort wird deutlich, dass wir uns in einem anderen Kulturkreis befinden

Reizüberflutung in den Souks von Marrakesch

Zu den absoluten Highlights von Marrakesch zählen die riesigen, überdachten Basare, die Souks (auch Suks oder Suqs geschrieben). Schon in Buchara (Usbekistan) und Maskat (Oman) erlebten wir orientalische Märkte. Aber die Souks in Marrakesch sind wesentlich weitläufiger und eindrucksvoller. Anfangs schlendern wir nur durch die Hauptadern, später trauen wir uns auch in die Seitengassen.

Zu den Highlight von Marrakesch zählen die überdachten Basare, die Souks

Wir sind überwältigt von der Fülle der Waren. Es gibt Tausende Verkaufsstände – mit Teppichen, Lampen, Kleidung, Gewürzen, Oliven, Ziegenköpfen, Tierfellen, Korbwaren, getrockneten Früchten, Süßigkeiten und vielem mehr. Wer soll das alles kaufen? Jede Produktkategorie befindet sich in einem speziellen Bereich. So lassen sich die Preise gut vergleichen. Die Händler bieten ihre Waren offensiv, aber höflich an. Entgegen der Erwartung erleben wir sie als relativ unaufdringlich. Was vielleicht daran liegt, dass wir als Familie unterwegs sind.

Auf den Souks gibt es Tausende Verkaufsstände

Während Julia ankündigt, dass sie das eine oder andere Schüsselchen und Tellerchen mit nach Hause nehmen wird, verspüre ich nicht das Bedürfnis nach Shopping. Das Einzige, das ich kaufe, ist eine violette Kindersonnenbrille für Emma für 50 Dirham (DH), was 4,50 Euro entspricht. Dennoch begeistert mich der Fülle des Angebots und das ganzen Drumherum.

Tagsüber geht es unter den Schatten spendenden Dächern der Souks vergleichsweise ruhig zu. Obwohl Esel-Karren und Mopeds durch die Gänge fahren. Spätnachmittags und speziell abends schieben sich die Massen durch die Gassen. Farben leuchten, Garküchen dampfen, der Muezzin ruft: Reizüberflutung pur! Einen Ausweg aus dem Getümmel bieten die Dachterrassen einiger Restaurants. Auf ihnen lässt sich das wuselige Treiben entspannt aus der Distanz bei einem Minztee betrachten.

Abends wird es eng auf den Souks und in den Gassen der Medina

Marokkanischer Minztee auf der Dachterrasse eines Restaurants

Natürlich verlaufen wir uns immer wieder. Wie alle anderen. Doch früher oder später enden die Hauptwege unter freiem Himmel. Einmal landen wir auf dem Rahba Kedima, dem ehemaligen Sklaven- und heutigen Gewürzmarkt. In der Mitte des kleinen Platzes gibt es Korbwaren und Hüte im Überfluss. In den Shops am Rande ziehen Gewürzpyramiden die Blicke auf sich. An manchen Hausfassaden hängen Berber-Teppiche. Kinder scharren sich um Käfige mit erbärmlich aussehenden Leguanen, Schildkröten und kleinen Rochen im Wasser. Auch Emma guckt.

Einmal landen wir auf dem Rahba Kedima, dem ehemaligen Sklavenmarkt

Gewürzshop

Nachdem wir uns satt gesehen haben, wollen wir uns satt essen. Die Wahl fällt auf das Café des Epices. Nur Touristen wie wir sitzen dort. Aber die Lage am und der Blick auf den Rahba Kedima sind top. Wir bestellen zwei vegetarische Tajine, gekochte Kartoffeln für Emma, trinken zwei Kannen Minztee und etwas Wasser – und bezahlen recht viel für das Gebotene. Zumal es an der Straße leckere süße und herzhafte Pancakes für etwas mehr als nichts gibt. In angenehmer Atmosphäre zu speisen, hat natürlich auch etwas.

Blick vom Café des Epices auf den Rahba Kedima

Auf dem berühmten Djemaa el Fna

Den berühmten Djemaa el Fna im Herzen von Marrakesch lassen wir uns selbstverständlich nicht entgehen. Der riesige Platz gilt als die Top-Sehenswürdigkeit der Stadt und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf Arabisch soll der Name etwa „Versammlung der Toten“ bedeuten. Während der Herrschaft der Almohaden fanden an diesem Ort Hinrichtungen statt.

Auf dem Weg zum Djemaa el Fna

Heute gleicht der Djemaa el Fna einem großen Jahrmarkt unter freiem Himmel, der etwas von Mittelaltermarkt und (für die Münchner) von Tollwood hat – nur in echt. Auf dem Platz gehen sowohl Einheimische als auch Touristen flanieren – und treffen auf Schlangenbeschwörer, Zahnzieher, Geschichtenerzähler, Berufsfolkloristen, Sonnenbrillenverkäufer und Bettler. Kutscher warten auf Kundschaft. Es wird getrommelt und getanzt. Durch die Luft ziehen Gerüche von Weihrauch und frischem Essen.

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Penetrant sind die Frauen, die Henna auf die Hände malen wollen. Einmal legt mir jemand von hinten eine Schlange um den Hals und grinst mich an: „Foto?“ „Nein, nimm das herunter!“ Wer ein Bild macht, wird kräftig zur Kasse gebeten – ist immer wieder zu lesen – oder zieht lauten Zorn auf sich. Tierquälerei: Affen werden an Leinen gehalten und sollen auf den Schultern von Touristen für (teure) Fotos posieren. Großer Spaß für Kleine: Fanta- und Cola-Flaschen angeln.

Während unserer Zeit in Marrakesch schlendern wir mehrmals über den Djemaa el Fna. Auf ihm gibt es diverse Saft- und Essenstände. Mindestens zwei frisch gepresste Orangensäfte pro Tag dürfen es für mich schon sein. Einmal verlangt der Verkäufer 15 statt neun DH für einen Saft und ein kleines Wasser. Weshalb man immer einen kontrollierenden Blick auf das Wechselgeld werfen sollte. Wer so etwas noch nicht erlebt hat, mag es anstrengend finden. Nicht so schlimm, meinen wir.

Saftstand auf dem Djemaa el Fna

Um die Mittagszeit ist der Djemaa el Fna einfach nur ein heißer, leerer Platz. Ab Spätnachmittag, wenn die Sonne in warmem Licht strahlt, erwacht er zum Leben. In den angrenzendes Restaurants beobachten die Touristen das Treiben. Einige Terrassen locken mit toller Aussicht, viele davon zu dieser Tageszeit jedoch mit Gegenlicht. Perfekt für Panoramafotos am späten Nachmittag eignet sich die oberste Etage des Café Las Terrasse. Wer sie besuchen will, muss ein Getränk kaufen. Wenig überraschend: An den Geländern drängen sich Fotografen.

Blick vom Café Las Terrasse auf den Djemaa el Fna

Wahrzeichen von Marrakesch: die Koutoubia-Moschee

Nur wenige Hundert Meter südöstlich vom Djemaa el Fna – und von dort überall zu sehen – ragt die Koutoubia-Moschee (auch Moschee el Mouassine) fast 70 Meter hoch in den Himmel. Das Bauwerk wurde im 12. Jahrhundert errichtet und gilt als Wahrzeichen von Marrakesch. Auf dem Platz davor herrscht ständiges Kommen und Gehen.

Die Koutoubia-Moschee ragt fast 70 Meter in den Himmel

Im Koutoubia-Garten dahinter verbringen Liebespaare auf Parkbänken zwischen Grünflächen und Palmen ruhige Momente. Auf der anderen Seite der Koutoubia-Moschee führt eine Hauptstraße nach einer Weile am „Secret Garden“ vorbei, der weder „geheim“ noch spektakulär ist. Es handelt sich um eine schöne Parkanlage. Nicht mehr und nicht weniger.

Geschlossen: die Madrasa Ben Youseff

Am nächsten Nachmittag haben wir etwas Pech beim Sightseeing. Erst hat die Madrasa Ben Yousseff wegen Renovierung geschlossen. Sie gilt als eine der schönsten Koranschulen in ganz Marokko und als eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Marrakesch.

Meisterwerk der Handwerkskunst: der Bahia-Palast

Dann machen wir uns bei bestem Fotolicht auf in den südlichen Teil der Medina. Zunächst wollen wir dem Palais Bahia, dem Bahia-Palast, einen Besuch abstatten. Schließlich befinden wir uns in einer der vier Königsstädte von Marokko. Wieder stehen wir vor verschlossenen Toren. Denn wie viele Sehenswürdigkeiten in Marrakesch schließt der Palast bereits um 16.45 Uhr. Gut planen! Am nächsten Mittag versuchen wir es erneut. Das Meisterwerk der Handwerkskunst beeindruckt mit kunstvoll verzierten Wänden, Decken und Säulen in schönen Innenhöfen und Zimmern. Doch angesichts der Besuchermassen, die sich durch die Gänge drängen, machen wir es kurz. Früh morgens oder kurz vor der Schließung könnte es allerdings ganz idyllisch in dem um 1900 errichteten Palast sein.

Kunstvoll verzierte Säule im Bahia-Palast

Anstehen für die Saadiergräber

In Erinnerung an die beeindruckende Nekropole Sha-i-Sinda im usbekischen Samarkand freue ich mich auf den Besuch der Saadiergräber (Les Tombeaux Saadiens) in Marrakesch. Doch der Zeitpunkt ist schlecht: Draußen stehen wir lange an. Ein Reisebus nach dem nächsten spuckt unzählige Touristen aus, die offenbar alle dieselben Pläne haben wie wir. Drinnen ist es noch schlimmer. Als Teil der Besucherschlange schieben wir uns im Schneckentempo auf Tuchfühlung mit den Nachbarn durch die Anlage und nehmen bei erster Gelegenheit Reißaus.

Kleiner Unfall an der Kasbah-Moschee (Moschee al-Mansur)

Als kleine Wiedergutmachung für den anstrengenden, wenig erfolgreichen Besuch der Saadiergräber trage ich Tochter Emma eine Zeitlang auf den Schultern. Wir kommen an der nahen Kasbah-Moschee (auch Moschee al-Mansur) vorbei, die eine ähnliche Anmutung wie die Koutoubia-Moschee hat. Unachtsam spaziere ich auf dem Gehweg unter dem Ast eines Baumes entlang – der Emma am Kopf trifft. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Aber das Geheule ist zurecht groß, und es dauert sehr lange, bis sie meine Entschuldigung akzeptiert.

Wir kommen an der Kasbah-Moschee vorbei

Mellah: das alte jüdische Viertel

Ein Spaziergang führt uns kurz durch die Mellah, das alte jüdische Viertel von Marrakesch. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde es errichtet und bot mehreren Tausend Juden Heimat. Die Stimmung in diesem geschichtsträchtigen Viertel unterscheidet sich von anderen Gegenden der Stadt, obwohl auch hier wieder „Markt“ angesagt ist. Wir genießen die vergleichsweise ruhige Atmosphäre.

Julia in der Mellah, dem alten jüdischen Viertel von Marrakesch

Den größten jüdischen Friedhof Marrokkos, der ebenfalls in der Mellah liegt, sehen wir leider nur einmal im Vorbeifahren vom Taxi aus. Die ältesten Gräber stammen aus dem 16. Jahrhundert. Taxifahrten sind ebenso wie die meisten Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten übrigens günstig in Marrakesch.

Störche im El-Badi-Palast

Ebenfalls im 16. Jahrhundert wurde der Palais el Badi, der El-Badi-Palast, erbaut – was 25 Jahre gedauert haben soll. 360 Zimmer soll es dort einst gegeben haben. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Dennoch lohnt sich die Besichtigung. Mehrere Ruinen stehen in der weitläufigen Anlage, die von einer Terrasse aus überblickt werden kann. Auf den alten Gebäuden und Mauern nisten Störche und andere Vögel. Betonwege führen über riesige Wasserbassins. Die Atmosphäre ist schön, und morgens teilen wir den El-Badi-Palast nur mit wenigen anderen Touristen. Auch Emma gefällt´s.

Auf den alten Gebäuden und Mauern im El-Badi-Palast nisten Störche

Schöne Atmosphäre im El-Badi-Palast. Auch Emma gefällt´s

La Tannerie – Die Gerbereien

In einem weniger besuchten Teil der nördlichen Medina liegen die Gerbereien. Sie sollen nicht so beeindruckend erscheinen wie die in Fes, was wir vorher wissen. Besichtigen wollen wir sie dennoch und streifen suchend durch die Gassen der Altstadt.

Backshop in der nördlichen Medina nahe der Gerbereien

Wir fragen uns durch bei vereinzelten Touristen und kommen der Sache näher. Männer in Kutten dominieren das Straßenbild. Einer spricht uns an und möchte unser Guide werden. Wir lehnen ab, aber er weicht uns nicht von den Fersen. Mit Kamera in der Hand bin ich etwas unentspannt. Er deutet mit seiner Hand auf eine Tür in einem Stahltor. Dahinter verbirgt sich schließlich eine Gerberei. Es riecht erbärmlich. Auf den Becken liegen Tierhäute. Ein Arbeiter erklärt Julia und Emma begeistert sein Handwerk. Als ich Fotos mache, ernte ich finstere Blicke.

Tierhäute in einer Gerberei

Auf dem Rückweg schmeißen Kinder mit kleinen Steinen auf uns und treffen Julia an der Schläfe. Nichts passiert, zum Glück. Julia hält ihnen eine Standpauke, die zu wirken scheint.

Jardin Majorelle in der Neustadt

Der Jardin Majorelle zählt zu den am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten in der Neustadt von Marrakesch. Der vom Maler Jacques Majorelle angelegte botanische Garten wurde nach dessen Tod und Jahrzehnte langer Verwilderung von Modeschöpfer Yves Saint Laurant wieder hergerichtet. Heute wachsen dort mehr als 300 Pflanzenarten und sorgen für eine betörende Farbenpracht.

Die Meinungen über den Jardin Majorelle reichen von „wunderschön“ bis „geht so“. Deshalb lassen wir es angesichts unseres bisherigen Besichtigungsprogramms lieber ruhig angehen und sonnen uns auf der Dachterrasse unseres Riads.

Auf der Dachterrasse unseres Riads

Ausflüge und Touren ab Marrakesch

Ob an die Atlantikküste, in das Atlasgebirge oder in die Wüste: Von Marrakesch aus gibt es ein üppiges Angebot an ein- oder mehrtägigen Ausflügen. Wer ganz sicher gehen will, bucht Touren schon zu Hause in einem Reisebüro. Doch auch vor Ort lässt sich alles problemlos organisieren. Zum Beispiel liegt in unserem Riad ein ganzer Ordner mit Touren aus. Und in der Medina herrscht kein Mangel an kleinen Reisebüros, die alle das Gleiche anbieten. Die Gruppentouren sind durchaus günstig.

Wir haben spezielle Vorstellungen und wollen für zwei Tage einen privaten Fahrer organisieren. Der Plan: an Tag eins von Marrakesch nach Ouarzazate zu den Filmstudios und weiter zur Lehmfestung Ait Ben Haddou, an Tag zwei morgens zurück nach Marrakesch und weiter nach Essaouira an den Atlantik – was sich als recht teurer erweist. Wir entscheiden uns für eins der „günstigen“ Angebote und buchen für 2500 DH (220 Euro) einen Allradwagen mit Fahrer, der uns auf dem Rückweg in Marrakesch an der Busstation absetzen soll. Die Tour hat ihren Preis, ist aber sehr schön und bequem.

Mit Kind in Marrakesch

Monatelang freuen wir uns auf den Trip nach Marokko. Dann komme ich am Vorabend der Reise abends aus dem Büro: Emma hat Fieber, Kopfschmerzen und roten Augen und spuckt dann auch noch. Die Stimmung ist im Keller. Klar, das kann immer passieren. Aber gut finden muss ich es nicht. Dass wir nicht mit einem kranken Kind nach Marokko reisen, versteht sich von selbst. Bis in die Nacht prüfe ich verschiedene Optionen. Am nächsten Morgen werden Julia und ich Zeuge einer Wunderheilung. „Ich fühle mich viel besser. Wir können los“, sagt Emma, nach dem sie die Augen aufgeklappt hat und ohne Fieber aus dem Bett springt. Zum Glück. Los geht´s. Während der ganzen Zeit in Marokko hat Emma keine gesundheitlichen Probleme.

Trotzdem übertreiben wir es in Marrakesch nicht. Mittags machen wir Siesta, sodass Emma etwas schlafen, sich wenigstens ausruhen kann. Beim Sightseeing wird es ihr manchmal langweilig. Dann hilft es, passende Geschichten zu erzählen und sie dafür zu interessieren. Wenn sie nach einer Weile fußfaul wird, trage ich Emma auf den Schultern – damit wir vorankommen. Wichtig ist ebenfalls, vor dem Stadtbummel ausreichend zu essen. Sonst heißt es schon nach wenigen Minuten: „Ich habe Hunger.“

Die Mittagspause ist nah: Julia und Emma beim Stadtbummel in Marrakesch

Bis auf das Frühstück im Riad und Pancakes an der Straße ist Emma nicht sehr angetan vom marokkanischen Essen. Stattdessen wünscht sie sich Spaghetti oder Nudeln, die wir in der Medina zunächst nirgendwo sehen, akzeptiert als Alternative aber auch Pommes Frites. Außerdem überreden wir sie dazu, zwischendurch Gemüse von unserer Tajine oder Obst zu essen. Lecker findet sie Lemonsoda und frischen Orangensaft.

Unterkünfte in Marrakesch

Vom sehr einfach Guesthouse bis zum Luxushotel: Marrakesch bietet für jedes Budget eine passende Übernachtungsmöglichkeit. Mehr als 2000 verschiedene Unterkünfte lassen sich allein bei booking.com* vergleichen und buchen. Bei Agoda* ist die Auswahl sogar noch größer.

Stilecht übernachtet man in Marokko am Besten in einem Riad. So heißen die traditionellen Häuser mit einem Hinterhof, die sich meist hinter einer unscheinbaren Tür verbergen.

Wir buchen vorab das Riad Tamarrakecht*, das in der Medina in einer Seitengasse in Gehweite mehrerer Sehenswürdigkeiten liegt. Es erscheint schon bei Tageslicht schick. Abends schimmern dann unzählige Farben und lassen den Traum von 1001 Nacht wahr werden.

Abendstimmung im Riad Tamarrakecht in der Medina von Marrakesch

Das Riad Tamarrakecht hat hohe Decken, verzierte Sitzmöbel im Innenhof, zwei kleine Swimmingpools, in denen Rosenblätter schwimmen, und sehr viel Grün. Die Wände der Aufgänge dekorieren alte Fotos und schöne Lampen und Vasen. Ein leicht süßlich-schimmliger Geruch zieht durch die Luft. Die Zimmer sind eher klein, aber groß genug und gemütlich und ansprechend eingerichtet. Schön ist das geflieste, geräumige Bad. Wie in allen Riads ist es auch hier recht hellhörig. Doch für solche Fälle habe ich immer Ohropax* dabei, die auf keiner Reise fehlen dürfen.

Die Zimmer sind eher klein, aber groß genug und gemütlich und ansprechend eingerichtet

Bei unserer Ankunft serviert eine  junge Frau süßen Minztee und Gebäck. Der Hausherr begrüßt uns und nimmt sich Zeit, uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Marrakesch auf einer Karte zu zeigen. Emma findet das nicht ganz so spannend und spielt lieber mit seinem Neffen, dem „kleinen Mann“, wie sie sagt, der vielleicht drei Jahre alt ist.

Bei gutem Wetter wird das üppige Frühstück auf der Dachterrasse serviert. Viel Süßes ist dabei, mehrere Marmeladen, Honig, Pancake, natürlich Minztee, für mich marokkanischen Kaffee mit Gewürzen, frisch gepresster Orangensaft, Omelette mit Paprika, Joghurt, Oliven und Brot. Tags drauf gibt es marokkanische Gemüsesuppe in einer traditionellen Tonschüssel. „Oh, wir bekommen das Frühstück im Blumentopf“, stellt Emma fest.

Frühstück inklusive Gemüsesuppe im „Blumentopf“ auf der Dachterrasse des Riad Tamarrakecht

Wichtig: Wer sich für eine Unterkunft in der Medina entscheidet – was Sinn macht –, sollte sich mit dem Taxi abholen lassen. Denn viele Riads sind schwer zu finden, vor allem als „Neuling“. Wer mit dem Taxi an einem der Stadttore der Medina abgesetzt wird und den Weg nicht findet, wird auf„Guides“. treffen, die den Weg zu den Riads kennen – aber bei Ankunft unverschämte Preise verlangen.

Anreise nach Marrakesch

Der große, moderne Flughafen Marrakesch-Menara (IATA-Code: RAK) liegt viereinhalb Kilometer südwestlich des Stadtzentrums und wird von zahlreichen internationalen Airlines angeflogen. Zu mehreren deutschen Städten bestehen Direktverbindungen. Inlandsflüge gibt es nur nach Casablanca (CMN). Nach dem Verlassen des Sicherheitsbereiches gibt es ATMs. Die (teuren) Wechselschalter nahe der Gepäckbänder zu beanspruchen, ist also unnötig.

Der große, moderne Flughafen Marrakesch-Menara wird von zahlreichen internationalen Airlines angeflogen

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Weiterreise ab Marrakesch mit Bus und Bahn

Der größte Busbahnhof von Marrakesch – der Gare Routière – mit Bussen und Sammeltaxis in alle Richtungen befindet sich am Bab Doukkala, dem westlichen Stadttor der Medina. Viele Touristen fahren mit den meist besseren, teureren Bussen von Supratours und CTM. Beide Gesellschaften betreiben eigene Busstationen: Der von Supratours befindet sich direkt am Bahnhof, der von CTM in Laufweite davon. Bis Essaouira dauert es etwa drei, bis Agadir dreieinhalb bis vier, bis Rabat viereinhalb, bis Ouarzazate fünf, bis Fes acht und bis Merzouga (für Erg Chebbi) zwölfeinhalb Stunden, um einige Beispiele zu nennen. Tickets sollten möglichst mindestens einen Tag vorher gekauft werden (geht auch online).

Die Busstation von Supratours befindet sich direkt am Bahnhof von Marrakesch

Eine entspannte Alternative für Reiseziele nördlich von Marrakesch ist der Zug. Der Bahnhof von Marrakesch ist für eine Millionenstadt relativ klein, aber sehr sauber (wesentlich sauberer etwa als der von München) und busy. Mehrere Züge täglich verkehren unter anderem nach Casablanca (drei Stunden), Rabat (viereinhalb Stunden) und Fes (sieben Stunden). Zugfahrpläne unter www.oncf.ma/en.

Marrakesch-Urlaub in den Osterferien – beste Reisezeit?

Als beste Reisezeiten für Marrakesch gelten Frühjahr und Herbst. Dann ist es nicht zu kalt und nicht zu warm. Aber die Stadt ist ein Reiseziel für das ganze Jahr. Im Winter ist es etwas kühler (um 20 Grad Celsius), im Sommer trocken heiß (zum Teil über 40 Grad Celsius).

Marrakesch ist ein tolles Reiseziel für die Osterferien. Bei unserem Besuch im Ende März herrscht trockenes, angenehmes Wetter mit tagsüber fast 25 Grad Celsius und Sonnenschein den ganzen Tag – ein schöner Kontrast zum nassgrauen Schneewetter in Deutschland. Während des Klima in den Osterferien nahezu perfekt ist, liegen die Nachteile bei den teuren Flügen, recht hohen Übernachtungspreisen und vielen Touristen an den Hauptspots.

Frühjahr und Herbst sind die besten Reisezeiten für Marrakesch mit tagsüber fast 25 Grad Celsius und Sonnenschein den ganzen Tag

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer für Marrakesch

Für Marokko gibt es eine große Auswahl an Reiseliteratur. Wir sind mit dem seinerzeit aktuellsten Reiseführer unterwegs – dem „Stefan Loose Marokko“*: ausführliche Beschreibungen, viele nützliche Informationen, sympathische Schreibe – eine gute Wahl, auch wenn wir nicht alle Aussagen und Empfindungen teilen. Ebenfalls einen guten Eindruck machen der „Lonely Planet Marokko“* sowie der „Reise Know-How Marokko“*.

Wer nur Marrakesch und Umgebung besucht, ist mit dem „Reise Know-How Südmarokko mit Marrakesch, Agadir und Essaouira“*, „Reise Know-How CityTrip Marrakesch“* sowie dem „DuMont direkt Reiseführer Marrakesch“* gut beraten.

Und noch ein letztes Mal auf den Djemaa el Fna, bevor die Reise weiter geht …

Uns gefällt Marrakesch sehr gut. Und Dir?

Text und Fotos: Heiko Meyer

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