Reisebericht Kreta mit Kind und Mietwagen: Die schönsten Strände plus Heraklion, Plakias, Chania & Co.

Kreta begeistert uns mit schönen Stränden, sehenswerten Altstädten und vielen anderen interessanten Orten. Zwei Wochen fahren wir Griechenlands größte Insel mit Kind und Mietwagen ab. Unser Reisebericht mit zahlreichen Bildern.

Kreta ist mit 8336 Quadratkilometern nicht nur die größte Insel Griechenlands, sondern auch eine der vielfältigsten. Das stellen wir im Zuge der Planungen für unsere Reise während der Pfingstferien fest. Gut zwei Wochen haben wir Zeit – natürlich nicht genug angesichts der Fülle der Möglichkeiten. Also konzentrieren wir uns auf Ziele in Zentralkreta und im Westen und verschieben den Osten auf nächstes Mal.

Wir stellen uns eine abwechslungsreiche Rundreise mit schönen Stränden, sehenswerten Altstädten und vielen anderen interessanten Orten zusammen und fahren sie mit einem Mietwagen ab. Unsere Stationen: drei Nächte in Heraklion beziehungsweise am nahen Ammoudara Beach an der zentralen Nordküste zum Ankommen, vier Nächte in Plakias an der Südküste überwiegend zum Baden, drei Nächte in Kretas wohl schönster Altstadt Chania, deren Umgebung ebenfalls viel zu bieten hat, vier Nächte in Kissamos als Basis für die Topstrände im Westen sowie zum Schluss eine weitere Nacht in Heraklion.

Kretas Inselhauptstadt Heraklion (Iraklio)

Unsere Reise beginnt mit einem zweieinhalbstündigen Nonstopflug von München in die Inselhauptstadt Heraklion (Iraklio). Sie ist mit 170.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt Kretas. Weil wir spätabends ankommen und nicht sofort weiterreisen wollen – und es einiges zu sehen gibt – bleiben wir drei Nächte am nahen Ammoudara Beach. Von dort fahren wir nachmittags darauf mit der Buslinie 6 in etwa 25 Minuten zum zentralen Eleftherias-Platz, wo wir unseren Bummel durch Heraklions hübsche Innenstadt mit Fußgängerzonen und Gassen beginnen. Schon vom Bus aus fällt uns die Minas-Kathedrale mit ihrem großen Vorplatz auf. Sicherlich die schönste Kirche Heraklions.

Heraklions schönste Kirche: die Minas-Kathedrale

Byzantiner, Venezianer, Osmanen: Mehrere Mächte haben Heraklion besetzt. Weil die Stadt häufig zerstört wurde, gibt es trotz langer Geschichte nicht allzu viele bauliche Überreste von früher. Ein paar allerdings doch: Aus venezianischer Zeit stammt der 1628 errichtete Morosini-Brunnen, der heute zu den beliebtesten Fotomotiven Heraklions zählt. Aufgrund der vier Löwen, die das Becken tragen, heißt er auch Löwenbrunnen.

Beliebtes Fotomotiv in Heraklions Altstadt: der Morosini-Brunnen, der auch Löwenbrunnen genannt wird

Wer von dort die 25 Avgoustous Str. entlang geht, kommt an der geschichtsträchtigen Titus-Kirche vorbei. Vor ihr befindet sich ebenfalls ein schöner Platz, von dem netten Seitengassen abzweigen.

Der malerischste Ort von Heraklion ist zweifelsohne der venezianische Hafen. Fotografen dürfen sich auf eine Fülle an Motiven freuen: gelbe Fischernetze, weißblaue Boote und das monumentale Kastell Koulos. Die Festung, die besichtigt werden kann (zwei Euro Eintritt), wurde im 16. Jahrhundert von den Venezianern erbaut. Unsere knapp siebenjährige Tochter Emma findet den Besuch spannend, zumal es im angenehm kühlen Inneren reichlich zu sehen gibt: Kanonen samt Kugeln, Tonkrüge, einen Film, Wandtafeln mit zahlreichen Infos. Von oben bieten sich tolle Blicke auf den Hafen, die Altstadt und das Meer.

Heraklions venezianischer Hafen

Auf dem Weg zum Kastell Koulos

Koulos wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Unsere knapp siebenjährige Tochter Emma findet den Besuch spannend

Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher zur Marktgasse, deren Besuch sich nicht wirklich lohnt. Das Angebot ist hauptsächlich auf Touristen ausgerichtet und entsprechend voll mit Souvenirläden. Nur am Ende befinden sich ein paar authentische Fischstände und Tavernen.

In Heraklions Zentrum gibt es viele nette Cafés und Restaurants. Beim Schlendern durch die Gassen stoßen wir abends auf eine urige Taverne, deren Tische und Stühle schön schattig unter Bäumen auf einem kleinen Platz stehen. Während unsere Tochter Emma auf Pommes Frites besteht, bestellen wir griechischen Salat und Weißwein – ein super Sommeressen. Danach geht es mit dem Bus wieder zurück nach Ammoudara.

Erfrischung gefällig? Eisladen in Heraklion

Als sehr sehenswert gilt das renommierte Archäologische Museum von Heraklion. Aufgrund des guten Wetters und der zeitnahen Besichtigung von Knossos verzichten wir auf den Besuch.

Palast von Knossos

Wo wir schon mal da sind, schauen wir uns natürlich die Topsehenswürdigkeit der Insel an: den Palast von Knossos. Der größte minoische Palast Kretas liegt fünf Kilometer südlich von Heraklion und ist gut mit öffentlichen Bussen erreichbar (mit der Linie 2 vom Eleftherias-Platz, in der Hauptsaison mit der Express-Linie von Ammoudara).

Mit 15 Euro pro Person (Kinder kostenlos) ist der Eintrittspreis recht happig. Von Griechenlands archäologischen Stätten ist nur die Akropolis in Athen teurer. Aber als Fans „alter Steine“ lassen wir uns die überall als „Must see“ angepriesene Sehenswürdigkeit nicht entgehen.

Als Fans „alter Steine“  schauen  wir uns natürlich den Palast von Knossos an

Schon vor 9000 Jahren siedelten Menschen in der Gegend um Knosses. Die Minoer lebten in dieser Region noch vor der Zeit der antiken Griechen. Bis die minoische Kultur – immerhin die erste Hochkultur Europas – vermutlich im 14. Jahrhundert vor Christus unterging.

Ab 2000 vor Christus begannen die Minoer mit dem Bau des Palastes von Knossos, der 1600 vor Christus seine Blütezeit erreichte. Über 1000 Zimmer sollen es damals gegeben haben. Mehr als 100.000 Menschen lebten seinerzeit in der Gegend um Knossos.

Am späten Nachmittag beginnen wir unseren Rundweg, der etwa eine Stunde dauert. Emma führt uns als Reiseleiterin durch die Anlage. „Hier war ein Fenster“, sagt sie, „und dort eine Toilette“. Emma scheint es zu gefallen. Die Stätte liegt schön in einem Tal mit Blick auf einen Berg. Zu sehen gibt es alte Steine, einige Säulen und Wandmalereien sowie einsturzgefährdete Gebäude – insgesamt nicht besonders viel für eine „Topsehenswürdigkeit“. Obwohl ich mir der historischen Bedeutung von Knossos bewusst bin, gibt es in Griechenland beeindruckendere, atmosphärischere archäologische Stätten, zum Beispiel auf der Kykladen-Insel Delos nahe Mykonos. Für die Hälfte des Eintrittspreises hätte uns Knossos wahrscheinlich gefallen. So finden wir es etwas überteuert und betrachten die 15 Euro als Spende.

Emma führt uns durch die Anlage

Tipp für Fotografen: Das bekannteste Fotomotiv von Knossos, das Palastgebäude mit den drei Säulen und der Wandmalerei, wird nur vormittags von vorn angeschienen.

Ammoudara Beach (Amoudara Beach)

Gleich westlich von Heraklion – und gut mit Bus und Taxi zu erreichen – liegt der mehrere Kilometer lange Ammoudara Beach, auch Amoudara Beach geschrieben. Direkt nach der Ankunft auf Kreta schätzen wir die Kombination aus Strand und Nähe zur Inselhauptstadt. Einen kompletten Urlaub würden wir hier aber nicht verbringen. Denn so spektakulär ist der grobkörnige, naturbelassene Strand nicht.

Emma zum ersten Mal am Ammoudara Beach. Kurz nach der Ankunft auf Kreta schätzen wir die Kombination aus Strand und Nähe zu Heraklion

Im Westen bilden die Berge eine schöne Kulisse. Im Osten sind Heraklions Häuser zu sehen. Der Ammoudara Beach ist flankiert von Hotels, an einigen Abschnitten gibt es Strandliegen. Ein paar nette Cafés laden zum Verweilen ein.

An einigen Abschnitten gibt es Strandliegen

Bei unserem Aufenthalt ist es recht windig, was die anwesenden Kitesurfer nicht stört. Trotz etwas Brandung eignet sich der Strand gut zum Schwimmen und Baden, in Ufernähe auch für Kinder. Jedenfalls stürzt sich Emma – wenn sie nicht gerade den Hotelpool unsicher macht – ohne Pause in die Fluten und lässt sich von größeren Wellen wieder zum Ufer transportieren.

Emma stürzt sich ohne Pause in die Fluten

Der Ammoudara Beach gilt als beliebtes, stadtnahes Badeziel für die Leute aus Heraklion. Wir sind an einem Wochenende im Juni vor Ort, aber außerhalb der Abschnitte mit Strandliegen hält sich der Besucheransturm in Grenzen.

Plakias und die schönen Strände an Kretas Südküste 

In knapp zwei Stunden fahren wir mit einem Mietwagen von Heraklion erst die nördliche Küstenstraße entlang, dann durch das Landesinnere durch ein Gebirge nach Plakias an Kretas Südküste. Das letztes Stück der serpentinenreiche Strecke führt durch die Kotsifou-Schlucht, nach deren Verlassen sich ein toller Blick auf Plakias eröffnet.

Plakias liegt landschaftlich wunderschön von Bergen umgeben direkt am Meer. Der Ort ist eine gute Basis zur Erkundung von Kretas Südküste, die angesichts zahlreicher Strände und von Gebirgen vor allem Bade- und Wanderfans anzieht. Aufgrund der Fallwinde am Eingang der Kotsifou-Schlucht ist es in Plakias häufig sehr windig – ein paar Kilometer weiter jedoch nicht.

Plakias mit dem gleichnamigen Plakias Beach liegt wunderschön von einem Gebirge umgeben direkt am Meer

Zwar handelt es sich bei Plakias um einen Touristenort. Aber alles bleibt im Rahmen und die Stimmung entspannt. Es gibt viele Unterkünfte, urige Tavernen, nette Cafés und Supermärkte. An der Strandstraße bietet eine mobile Kaffeebar 42 verschiedene Arten der Kaffeezubereitung an. Ein paar davon probiere ich aus. In Reisebüros lassen sich diverse Tagesausflüge, unter anderem per Boot, buchen. Unabhängig ist man natürlich mit einem Mietwagen.

In Plakias sind vor allem Familien mit Kindern und ältere Leute unterwegs. Jüngeres Publikum ist eher die Ausnahme (obwohl es eine Jugendherberge gibt).

Unsere Tage in Plakias laufen immer gleich – gut – ab: morgens ausschlafen, so lange es mit einem Schulkind und einer Frühaufsteherin eben geht. Nach dem Frühstück folgen ein paar Stunden am Swimmingpool, bevor wir ab frühen Nachmittag mit dem Mietwagen die Strände der Umgebung erkunden. Östlich und westlich von Plakias locken jede Menge Badebuchten.

Östlich und westlich von Plakias locken jede Menge Badebuchten

Da Emma gleich nach der Ankunft ein deutsches Mädchen, Clara, kennenlernt, verbringen die beiden, und damit auch wir Eltern, einen großen Teil des Tages gemeinsam.

Plakias Beach

In Plakias gibt es zwei Strände. Der anderthalb Kilometer lange, breite, sichelförmige Plakias Beach wirkt auf uns zwar nicht wie der im Reiseführer angekündigte „Wahnsinnsstrand“. Aber gut aushalten lässt es sich dort allemal. Da dieser geschützt liegt und es meist flach ins Wasser geht, ist er sehr gut für Kinder geeignet. Es gibt mehrere Bars und Tavernen.

Während sich ein großer Teil des Plakias Beach am Ortszentrum befindet, nehmen das östliche Ende FKK-Fans in Beschlag. Dahinter ragt die steile Felswand des Kaps Kakomouri hinauf. Ein Pfad mit schöner Aussicht führt an ihr vorbei um das Felskap herum zum Damnoni Beach.

Skinos Beach

Direkt westlich vom Fischerhafen befindet sich – nahe am Ortskern von Plakias – ein weiterer schöner, kurzer Strand mit vorgelagerten Felsen im Wasser: der Skinos Beach. Wie an allen erschlossenen Stränden werden Liegestühle und Sonnenschirme vermietet.

Der Skinos Beach nahe am Ortskern von Plakias

Souda Beach

Von Plakias führt eine Straße drei Kilometer in Richtung Westen vorbei an kleinen, versteckten Badebuchten zum attraktiven Souda Beach – ein 300 Meter langer, atmosphärischer Sand- und Kiesstrand. Den östlichen Teil dominieren FKK-Fans. Im Westen ist er von einer hohen Felswand begrenzt. Wer in der dortigen Strandbar oder in der nahen Taverne etwas bestellt, nutzt die Strandliegen kostenlos.

Am 300 Meter langen Souda Beach

Panoramastraße von Plakias nach Frangokastello

Von Plakias führt eine etwa 25 Kilometer lange Panoramastrecke mit vielen Serpentinen durch Gebirge und Bergdörfer nach Frangokastello. Unterwegs bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die Küste.

Unterwegs von Plakias nach Frangokastello

Das venezianische Fort Frangokastello wurde im 14. Jahrhundert in einer Ebene vor einem Gebirge errichtet. Die Mauern und Wachtürme sind gut erhalten. Ansonsten gibt es im Innern nicht viel zu sehen, weshalb man sich die zwei Euro Eintritt sparen kann.

Das venezianische Fort Frangokastello

Unterhalb der Festung liegt ein schöner, sehr flach abfallender Sandstrand. Bis auf ein paar Felsen gibt es im klaren Wasser keine Steine – was Kindern sehr gefällt.

Unterhalb der Festung Frangokastello liegt ein schöner, sehr flach abfallender Strand

Perfekt für Kinder: Badespaß am Frangokastello Beach

Damnoni Beach

Östlich von Plakias – und von dort in 45 Minuten zu Fuß erreichbar – liegt hinter dem Kap Kakomouri der etwa 500 Meter lange Damnoni Beach. In der ersten Hälfte der Bucht gibt es mit Wassersport, einer großen Hotelanlage, Sonnenliegen und Tavernen das volle touristische Programm. In der zweiten Hälfte, die hinter einem Bach beginnt, geht es deutlich ruhiger zu.

Östlich von Plakias liegt der Damnoni Beach

Ammoudaki Beach

Eine Piste führt östlich vom Damnoni Beach zu weiteren, von Felswänden begrenzten Badebuchten mit feinem Kies. Am kleinen Ammoudaki Beach wird im sehr klaren, Türkis schimmerndem Wasser meist nackt gebadet. Oberhalb des Strandes gibt es einen Kiosk.

Direkt daneben folgt eine kleine, namenlose Bucht mit einem ebenfalls sehr attraktiven Strand. Wer dort badet, sieht nur wenige andere Leute.

Am Ammoudaki Beach wird meist nackt gebadet. Im Hintergrund ist der Damnoni Beach zu sehen

Ammoudi Beach

Wer den Weg weiter wandert, trifft schon bald auf den größeren Ammoudi Beach, der mit Auto auf einer Asphaltstraße erreichbar ist. Der breite, feine Kieselstrand wirkt mit seinen Klippen und dem klaren Wasser optisch sehr reizvoll. Aufgrund der Steine ein paar Meter vom Ufer entfernt, eignet er sich gut zum Schnorcheln. Es gibt eine Taverne. Bäume spenden Schatten.

Der optisch sehr reizvolle Ammoudi Beach

Emma schnorchelt

Preveli Beach, Triopetra Beach & Co.

In der nahen und fernen Umgebung von Plakias locken zahlreiche weitere attraktive Strände. Als eine der schönsten Badestellen Kretas gilt der Palmenstrand von Preveli tief unten am Ende eines Flusstals. Beiderseits des Flusses befindet sich das – nach Vai im Osten – zweitgrößte Palmenhain Kretas. Vor der Mündung lädt ein schattenloser Sandstreifen zum Verweilen am Mittelmeer ein. Der Preveli Beach zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen Kretas. Am einfachsten ist er per Boot zu erreichen, was 15 Euro für Hin- und Rückweg ab Plakias kostet. Los geht es in der Saison um 10 und um 12 Uhr.

Wir fahren mit dem Auto in die Nähe des Preveli Beach, entscheiden uns dann aber um. Mit zwei Kindern im Gepäck raten uns alle entgegenkommenden Passanten vom halbstündigen, steilen Ab- und späteren Aufstieg ab. Den für unseren letzten Tag vor Ort geplanten Ausflug mit dem Boot von Plakias nach Preveli verschieben wir aufgrund der Witterung auf die nächste Kreta-Reise.

Weiter entfernt liegt der auf Bildern sehr ansehnliche Triopetra Beach, an dem drei Felsnadeln aus dem Wasser ragen. Von Plakias werden Bootstouren dorthin angeboten. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist: Auf der Strecke von Spili nach Agia Galini führt eine Asphaltstraße nach Triopetra. Von westlicher Seite gibt es unseres Wissens nach keine Straße.

Bergdörfer Mirthios und Sellia

Von den oberhalb von Plakias liegenden Bergdörfern Mirthios und Sellia gibt es großartige Blicke auf die Bucht. Manchen halten an der Durchgangsstraße oder wandern hinauf, um bei einem Essen in einer der Tavernen die Aussicht zu genießen.

Agia Galini

Auf dem Weg von Plakias nach Chania machen wir einen Umweg und fahren die landschaftlich extrem schöne Strecke nach Agia Galini. Unterwegs passieren wir eine tiefe Schlucht und kommen an mehr als 2000 Meter hohen Bergen vorbei, an denen sich sehr gut die verschiedenen Vegetationszonen beobachten lassen. Die Straße führt durch Olivenhaine, in höheren Lagen wachsen keine Bäume mehr, nur noch Gräser und Moose, und der felsige Untergrund wird mehr und mehr sichtbar. Ganz oben liegt sogar noch Schnee, während wir im Auto bei 30 Grad Celsius Außentemperatur die Klimaanlage einschalten. Angesichts der vielen Kurven kann Emma die Aussicht leider nicht genießen, denn ihr ist schlecht.

In Agia Galini selbst bleiben wir nur eine Stunde. Der Touristenort schmiegt sich fotogen an einen Hang. Schön ist der Fischerhafen anzuschauen. In den Gassen gibt es entweder Tavernen oder Souvenirshops. Gleich neben Agia Galini liegt ein stark frequentierter Strand. Wir finden, dass Plakias wesentlich mehr Charme hat.

Agia Galini schmiegt sich fotogen an einen Hang

Chania: Kretas schönste Stadt

Die mit 55.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Kretas gilt als die schönste der Insel. Vor allem aufgrund der Altstadt, die noch relativ gut erhalten ist, obwohl die Hälfte von deutschen Bombern während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

Touristischer Hotspot ist der von einer Mole umgebene venezianische Hafen mit einer Flaniermeile. Um ihn gruppieren sich gut erhaltene Häuser, in deren Erdgeschossen sich meist Tavernen befinden. Von dort aus bieten sich Panoramablicke auf das Wasser, die pastellfarbenen Gebäude sowie auf die Weißen Berge im Hintergrund.

Touristischer Hotspot von Chania: der venezianische Hafen

An die Herrschaftszeit der Osmanen erinnert die Giali Tsamisi, die im 17. Jahrhundert erbaute Moschee am Meer, auch für uns ein beliebtes Fotomotiv.

Beliebtes Fotomotiv: die Giali Tsamisi, die Moschee am Meer in Chanias Altstadt

Hinter der Promenade zweigen stimmungsvolle, verwinkelte, häufig von Wein überwachsene Gassen ab, in denen es merklich ruhiger zugeht. Dort wechseln Wohnhäuser mit Cafés, Tavernen, Pensionen und Kunsthandwerk-Läden ab.

Auch das zweite Hafenbecken wirkt sehr atmosphärisch, besonders am späten Nachmittag. Vor der Kulisse historischer Gebäude bilden luxuriöse Jachten und einfache Fischerboote einen interessanten Kontrast.

Vom historischen Zentrum Chanias führt die geschäftige Chalidon Street vorbei an Geschäften, Restaurants und einer großen Kirche in die Neustadt. Wir spazieren durch die kreuzförmige Markthalle, wo neben Souvenirs Käse, Fisch, Olivenöl und andere Spezialitäten aus Kreta angeboten werden.

In Chanias Markthalle

Wenig überraschend für einen Ort am Meer: In und in der Nähe von Chania gibt es zahlreiche Strände. Der 400 Meter lange Stadtstrand liegt nur zehn Gehminuten vom venezianischen Hafen entfernt. Dort stehen Sonnenschirme dicht an dicht, und es geht es vor allem an Wochenenden sehr trubelig zu. Vom Balkon unserer Unterkunft (siehe unten) sehen wir den schönen, uns empfohlenen Golden Beach (Hrysi Arti) gleich westlich der Stadt, der sich sehr gut für Kinder eignen soll.

Von Chania aus sind viele Tagesausflüge möglich: unter anderem zur Samaria-Schlucht, der mit 13 Kilometern längsten Schlucht Europas, zur Akrotiri-Halbinsel mit Stränden wie Stavros und Marathi sowie sehenswerten Klöstern, zur Lagune von Balos sowie zum Falassarna Beach und zum Elafonisi Beach. Die drei letztgenannten Orte besuchen wir vom näheren Kissamos aus.

Stavros Beach (Akrotri-Halbinsel)

Einen Nachmittag verbringen wir am Stavros Beach, für uns einer der schönsten Strände Kretas. Der Sandstrand befindet sich in einer Lagune vor einer mehr als 300 Meter hohen Felswand. Das Wasser ist megaklar. Durch die geschützte Lage gibt keine Wellen – ideal für Kinder.

Ideal für Kinder: der Stavros Beach auf der Akrotri-Halbinsel, knapp 20 Kilometer von Chania entfernt

Emma spielt stundenlang im warmen Wasser, schnorchelt, sucht mit Julia nach Krebsen und Fischen und spielt mit mir 1-2-3-Hüpf. Bei unserem Besuch am Wochenende ist viel los. Aber die Leute verteilen sich gut. Für das Strandliegen-Set mit Sonnenschirm zahlen wir stolze 20 Euro. Aber ohne Schatten geht es am baumlosen Stavros Beach nicht. Der Strand ist in Griechenland sehr bekannt. Denn an diesem Ort wurden entscheidende Szenen des Oscar-prämierten Spielfilms „Alexis Zorbas“ (1964) mit Anthony Quinn gedreht, weshalb er auch Zorbas Beach heißt.

Der Stavros Beach befindet sich knapp 20 Kilometer von Chania entfernt auf der nordöstlich liegenden Halbinsel Akrotri. Dort liegen zahlreiche schöne Strände, sehenswerte Klöster sowie der Flughafen von Chania.

Tretbootfahren auf dem Kournas-See

Von Chania aus machen wir einen Ausflug nach Rethymno und legen einen Zwischenstopp am Kournas-See ein. Das bei Einheimischen beliebte Ausflugsziel liegt malerisch vor einer riesigen Bergwand. Von den Terrassen einiger Tavernen – die meisten davon an diesem Sonntag gut gefüllt mit Gästen – bieten sich schöne Blicke auf das rund 1080 Meter lange und bis zu 880 Meter breite Gewässer.

Mit einem Tretboot fahren wir eine Stunde über Kretas einzigen Süßwassersee (sieben Euro für zwei Personen, zwölf für vier). Die Schildkröten und Wasserschlangen, die hier leben sollen, sehen wir nicht. Doch trotzdem bleibt uns der Ausflug, der sich speziell mit Kindern anbietet, als eines der schönsten Urlaubserlebnisse in Erinnerung. Julia und Emma treten in dem Boot, das die Anmutung eines Autos hat. Ich sitze hinten mit den Füßen im klaren Wasser und der Kamera in der Hand. Hätten wir Badesachen dabei, wäre es perfekt. So schauen wir den anderen zu, die von der Wasserrutsche ihres Tretboots hinein ins kühle Nass des Kournas-Sees sausen. Immer wieder.

Eins unserer schönsten Urlaubserlebnisse auf Kreta: Tretbootfahren auf dem Kournas-See

Ausflug nach Rethymno

Kretas drittgrößte Stadt Rethymno liegt 60 Kilometer westlich von Heraklion und 45 Kilometer östlich von Chania und eignet sich somit gut für einen Tagesausflug. Der venezianische Hafen in der Altstadt ist nicht so groß wie der von Chania, aber sehr atmosphärisch. Dahinter beginnen viele schmale Gassen, überwuchert von grünem Wein, mit typisch kretischen Tavernen und hübschen Kunsthandwerk-Läden. Dazwischen ziehen eine blendend-weiße Kirche oder auch das Minarett einer Moschee die Blicke auf sich. Schließlich stand Rethymno – wie ganz Kreta – jahrhundertelang unter osmanischer Herrschaft. Von überall aus ist die imposante Festung zu sehen, die wir mangels Zeit nicht besuchen. Unterhalb laden zahlreiche Tavernen mit Blick aufs Meer zum Verweilen ein.

Julia am venezianischen Hafen von Rethymno

Moschee in der Altstadt von Rethymno

Von Kissamos aus zu den Stränden in Kretas Westen

Unsere letzte Station auf Kreta – bevor es zurück nach Heraklion und wieder nach Deutschland geht – ist das Küstenstädtchen Kissamos knapp 40 Kilometer westlich von Chania. Es liegt direkt in einer von zwei Halbinseln geschützten Bucht. Hier fühlen wir uns sofort wohl. Hier steht der Tourismus nicht so sehr im Fokus. Hier scheinen wir im „echten“ Kreta angekommen zu sein.

Mehrmals schlendern wir über den kleinen, hübschen, zentralen, abends für Autos gesperrten Platz, an dem sich auch das Archäologische Museum befindet. An der Promenade direkt am Golf von Kissamos kehrt erst am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so brennt, Leben ein. Dann nehmen die Gäste auf den blau-weißen Stühlen und Tischen der Tavernen am Meer Platz und lassen sich ein laues Lüftchen um die Nase wehen.

Julia und Emma an der Promenade von Kissamos

Sehenswürdigkeiten gibt es nicht wirklich. Dafür lassen sich von Kissamos aus die bekannten Strände in Kretas Westen am besten erkunden – ohne die zusätzlichen 40 Kilometer von Chania.

Falassarna Beach

Der Falassarna Beach 14 Kilometer westlich von Kissamos wird in jedem Reiseführer als Highlight angepriesen. Und beim ersten Anblick bei der Anfahrt von oben in den Bergen wächst die Vorfreude noch. Die Euphorie ebbt ab, als wir am langen Strand zu Beginn Tavernen und dann zwei Abschnitte mit Sonnenschirmen und Wassersport entdecken. Als wir dazwischen einen schönen Platz identifiziert und uns niedergelassen haben, finden wir nach einer Weile Gefallen am Falassarna Beach.

Wir finden Gefallen am schönen Falassarna Beach

Hinter dem Strand erheben sich – wieder einmal – Berge. Am breiten, langen Sandstrand verteilen sich die Besucher gut. Das Wasser ist erstaunlich klar und meistens ohne Felsen, und es bleibt lange flach – was Kinder schätzen. Aufgrund der Lage ist der Strand ideal für Sonnenuntergänge.

Das Wasser am Falassarna Beach ist erstaunlich klar und meistens ohne Felsen – was Kinder schätzen

Emma behält den Falassarna Beach leider nicht so gut in Erinnerung. Bei unserem zweiten Besuch macht sie im Wasser Bekanntschaft mit einer Qualle. Ihre Haut am Knie brennt und wird rot. Zum Glück nichts Ernstes, und der Rettungsschwimmer hilft mit Anti-Quallen-Lotion.

Balos Beach und die Insel Imeri Gramvousa

Der lagunenartige Balos Beach zählt zu den bekanntesten Postkartenmotiven Kretas, und überall auf der Insel werden Tagesausflüge dorthin angeboten. Von unserer Basis Kissamos sind es nur 13 Kilometer. Der größte Teil der Strecke führt über eine unbefestigte Piste. Schon bei der Übergabe des Mietwagens wurde gewarnt, dass nur das Fahren auf Asphaltstraßen versichert sei. Zudem würden wir uns auf dieser Art der Anreise eine weitere Sehenswürdigkeit entgehen lassen: die Festung auf der Insel Imeri Gramvousa.

Deshalb wählen wir den bequemsten Weg zur Lagune von Balos: per Schiff. Tägliche Ausflüge ab Kissamos-Hafen bietet www.cretandailycruises.com an. Die Tickets kosten inzwischen stolze 27 Euro pro Erwachsener (plus einen Euro Eintritt) sowie 13 Euro für Kinder. Los geht es entweder um 10:40 Uhr (Rückkehr um 17:45 Uhr) oder um 12:30 Uhr (Rückkehr um 19.30 Uhr). Wir entscheiden uns für die spätere Variante. An Bord werden Snacks und Getränke zu halbwegs humanen Preisen verkauft. Durchsagen finden auch in deutscher Sprache statt.

Die erste Stunde fahren wir an der Halbinsel Gramvousa vorbei. Erster Stop ist die Insel Imeri Gramvousa. Das Wasser ist kristallklar. Ein Schiffswrack zieht die Blicke auf sich. Rechterhand vom Bootsanleger befindet sich ein schöner Sandstrand. In Ufernähe liegen Felsen, dahinter schimmert es Türkis. Wer nicht badet, steigt einen Pfad hinauf zur venezianischen Festung, die etwa 140 Meter über dem Meer auf einem Plateau liegt. Diese wurde im 16. Jahrhundert erbaut und bot den Venezianern Schutz. Als im 17. Jahrhundert die Osmanen die Gegend besetzten, passierte lange Jahre erst einmal gar nichts. Während der griechischen Revolution im 19. Jahrhundert übernahmen kretische Rebellen die Festung. Aufgrund der isolierten Lage, gingen sie der Piraterie nach, um sich zu ernähren. Weshalb das Eiland auch Pirateninsel genannt wird – und der Balos Beach Piratenbucht.

Strand auf der Insel Imeri Gramvousa. Das Wasser ist kristallklar, im Hintergrund ist das Schiffswrack klein zu sehen

Die Blicke von der Festung auf die Meeres-Kulisse sind wirklich spektakulär. Skurril: Als ich dort oben herumspaziere, inszeniert sich ein russisches Paar mit Fotokamera und Stativ in wirklich gefährlicher Lage über den Felsen und gerät währenddessen in Streit. Statt diese einmaligen Blicke zu genießen, beschimpfen sie sich gegenseitig lautstark, und am Ende fällt sogar noch die Kamera herunter.

Wer nicht badet, steigt einen Pfad hinauf zur venezianischen Festung, die etwa 140 Meter über dem Meer auf einem Plateau liegt

Die Blicke von der Festung sind wirklich spektakulär

Bis zur Lagune von Balos dauert die Fahrt weitere 15 Minuten. Als wir das Schiff verlassen, sind wir erst einmal geschockt. Hunderte Touristen – inklusive uns, vor allem Russen – tummeln sich an diesem Strand voller Sonnenschirme. Die Szenerie erinnert uns etwas an die Maya Bay auf der Insel Koh Phi Phi in Thailand, die viel zu viele Menschen besuchen (und die inzwischen gesperrt ist). Während Emma durchs warme Wasser watet, steige ich den schweißtreibenden Pfad hinauf und stelle fest, dass es angesichts des Gegenlichts nichts mit dem ultimativen Panoramafoto vom Balos Beach wird.

Gleich nach der Ankunft in der Lagune von Balos watet Emma durchs warme Wasser

Blick auf den Balos Beach – theoretisch einer der schönsten Strände Kretas, wenn nicht die Menschenmassen wären. Und wir sind noch nicht einmal während der Hauptsaison da

Wieder zurück baden wir im extrem klaren Wasser vor dieser tollen Bergkulisse. Als am späten Nachmittag die meisten Besucher den Ort verlassen haben, wird es endlich gemütlich. Aber das Horn unseres Schiffes kündigt die zeitnahe Abreise an.

Am späten Nachmittag wird es endlich gemütlich am Balos Beach. Emma gefällt´s

Elafonisi Beach (Pink Beach)

Nach dem massentouristischen Spektakel am Balos Beach sind wir uns nicht mehr sicher, ob wir den ebenso bekannten Elafonisi Beach überhaupt besuchen wollen. Nach langem Hin und Her folgen wir am Ende dem Rat der Besitzerin unserer Unterkunft und fahren nach Elafonisi (auch Elafonissi geschrieben). Der kürzeste Weg zu dem Postkartenstrand dauert mit dem Auto eine Stunde (44 Kilometer) und führt durch eine tiefe Schlucht vorbei an Bergdörfern zum äußersten Südwestzipfel Kretas. Die vielen uns auf den Serpentinen entgegenkommenden Reisebusse lassen erahnen, dass wir nicht die einzigen sein werden.

Gegen 15:30 Uhr treffen wir am Elafonisi Beach ein. Dieser heißt wegen seines rosafarbenen Muschelpulvers am Ufer auch Pink Beach. So stark ist der Farbeffekt allerdings nicht. Wir ziehen an den ersten Liegestühlen vorbei und breiten auf dem feinen, weißen Sand unser Strandtuch aus. Emma beginnt mit dem Bau einer Sandburg, ich schwimme im extrem klaren, Türkis schimmernden Wasser und fühle mich wie in den Tropen. Während das Meer recht warm ist und von oben die Sonne brennt, sorgt starker Wind für Kühlung und der Sand für ein Haut-Peeling.

Wegen seines (leicht) rosafarbenen Muschelpulvers am Ufer heißt der Elafonisi Beach auch Pink Beach

Ich schwimme im extrem klaren, Türkis schimmernden Wasser und fühle mich wie in den Tropen

Nach dem ersten Baden wate ich den Strand entlang und über Sanddünen und Felsen hinüber zur kleinen Insel Elafonisi. Beiderseits der Landzunge breiten sich lagunenartige Strände aus. Je später der Nachmittag, desto weniger Besucher, desto malerischer die Kulisse.

Am späten Nachmittag wird es etwa ruhiger am Elafonisi Beach

Am frühen Abend treten wir den Rückweg an und nehmen diesmal die längere Küstenstraße. Die malerische, kurvenreiche Route führt an einsamen, zerklüfteten Küstenabschnitten und durch Gebirge mit steilen Hängen vorbei. Angesichts der Bergstraßen ist diese Route nicht für Fahranfänger geeignet.

Anreise Kreta

Die meisten Touristen reisen auf dem Luftweg nach Kreta. Wichtigster Flughafen der Insel ist der Kazantzakis International Airport von Heraklion (IATA-Code: HER). Von dort gibt es die größte Auswahl an Verbindungen zu Zielen in ganz Europa und innerhalb Griechenlands, inklusive zahlreicher Nonstop-Flüge in den deutschsprachigen Raum. Für die Anzahl der Flugzeuge, die dort täglich starten und landen, ist der Flughafen erstaunlich klein. Direkt nach dem Verlassen des Gebäudes liegen die Büros diverser Mietwagen-Anbieter.

Auch in Chania (CHQ) und Sitia (JSH) gibt es internationale Flughäfen – mit deutlich weniger Verbindungen und meist teurer.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Innerhalb Griechenlands bietet sich die An- beziehungsweise Weiterreise mit der Fähre an. Von den Häfen wie Heraklion, Chania, Rethymno und Sitia gibt es Schiffsverbindungen zu zahlreichen griechischen Inseln sowie nach Piräus bei Athen auf dem Festland. Tickets der wichtigsten Fährgesellschaften lassen sich unter anderem bei www.directferries.de* buchen.

Kreta mit dem Mietwagen

Wir wollen nicht nur an einem Ort bleiben, sondern Kreta unabhängig erkunden. Deshalb holen wir uns, beginnend für den Weg von Heraklion nach Plakias, für elf Tage einen Mietwagen. Da die Insel maximal 70 Kilometer breit und rund 250 Kilometer lang ist, bleiben die einzelnen Etappen überschaubar. Speziell auf dem Weg von Nord nach Süd und zurück sollte die Fahrzeit aufgrund der kurvenreichen Strecken durchs Gebirge jedoch nicht unterschätzt werden.

Es lohnt sich, ein paar Euro mehr zu investieren und nicht die billigste Autokategorie zu nehmen. Mit unserem Fiat Panda hatten wir so manches Mal Mühe, die Berge hochzukommen.

Auch für die Mietwagen-Recherche ist Skyscanner* ein guter Ausgangspunkt. Dort lassen sich die Angebote namhafter Autovermietungen vergleichen und buchen.

Apartments, Resorts und Hotels auf Kreta

Ob Ferienwohnung, Strandresort, Sterne-Hotel oder Hostel: Das Angebot an Unterkünften auf Kreta ist riesig. Jeweils mehrere Tausend lassen sich gut auf Plattformen wie booking.com* und Agoda* vergleichen und buchen. Vor allem in der Hauptsaison ist vieles ausgebucht. Dann besser vorher reservieren.

Damit keine schlechte Laune aufkommt, buchen wir während dieser Reise nur Hotels und Apartments mit Swimmingpool. Schließlich sind wir mit Kind unterwegs.

Unsere Hotels in Ammoudara beziehungsweise Heraklion

Die ersten drei Nächte auf Kreta verbringen wir im Akti Corali Hotel (booking.com*/Agoda*) am Ammoudara Beach nahe Heraklion. Die einfachen Zimmer sind sauber, mit Klimaanlage, Kühlschrank und Balkon ausgestattet. Nichts Besonderes. Aber die in die Jahre gekommene Anlage liegt direkt am Strand, der große Swimmingpool lässt Emmas Augen leuchten, und das Preisleistungsverhältnis ist wirklich okay. Gutes Frühstücksbuffet. Gleich gegenüber der nahen Shell-Tankstelle gibt es eine Haltestelle, an der Busse ins Stadtzentrum von Heraklion sowie in der Hauptsaison direkt nach Knosses fahren. Ein riesiger Carrefour-Supermarkt befindet sich nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt. Und auch bis zu einem Lidl ist es nicht weit.

Der große Swimmingpool im Akti Corali Hotel lässt Emmas Augen leuchten

Vom Akti Corali Hotel bis zur Bushaltestelle sind es nur etwa 100 Meter. Von dort fahren Busse in die Innenstadt von Heraklion sowie nach Knossos

Bei der Rückreise startet unser Flug nach München schon um 7:50 Uhr. Deshalb übernachten wir im Sofia Hotel (booking.com*/Agoda*), nur 1,8 Kilometer vom Flughafen Heraklion entfernt. Die Nähe macht sich tagsüber bis abends durch Fluglärm bemerkbar. Die sauberen Zimmer sind nicht allzu groß, aber mit Klimaanlage, Kühlschrank und Balkon ausgestattet. Es gibt einen Swimmingpool und ein Restaurant. Zu Fuß ins Stadtzentrum soll es 30 Minuten dauern. Alternativ gibt es in der Nähe eine Bushaltestelle.

Unser Apartment in Plakias

In Plakias herrscht wahrlich kein Mangel an Unterkünften, und es werden weitere gebaut. Vom gehobeneren Hotel in der ersten Reihe bis hin zum günstigen Youth Hostel Plakias etwas weiter weg gibt es eine große Auswahl an Zimmern.

Wir bleiben vier Nächte im Manolis Apartments (booking.com*). Die gepflegte Anlage mit viel Grün liegt 200 Meter von Strand, Hauptstraße und Supermärkten entfernt. Die Zimmer sind modern eingerichtet, sehr sauber und haben alle einen Balkon. Den Swimmingpool schätzt unsere Tochter sehr. Das Preisleistungsverhältnis wirkt auf uns attraktiv.

Blick von unserem Balkon in den Manolis Apartments auf den Swimmingpool

„Kleines Paradieschen“ in Chania

In Chania liegen die Unterkunftspreise höher als anderswo in Kreta, vor allem wenn es sehr zentral sein soll. Wir übernachten dreimal in den Frida Apartments (booking.com*/Agoda*). Die schönen Ferienwohnungen gruppieren sich um zwei (!) Swimmingpools mit Blicken auf die Stadt und das Meer. Das große Bett und das Frühstück sind die besten während unserer Kreta-Rundreise. Einziges Manko: Zu Fuß dauert es knapp 30 Minuten bis zum historischen Zentrum. Mit Bus oder  Mietwagen entsprechend weniger. Nach zwei von drei Tagen bezeichnet Emma unsere Unterkunft als „kleines Paradieschen“. Kein Wunder: Der Pool ist ganz nah, und beim Abendessen auf der Terrasse blicken wir auf den Sonnenuntergang.

Die schönen Ferienwohnungen in den Frida Apartments in Chania gruppieren sich um zwei Swimmingpools. Dies ist der kleine. Unser Apartment ist das zwischen den beiden Palmen

Erste Reihe in Kissamos

In Kissamos entscheiden wir uns für vier Nächte in den Mandy Suites (booking.com*/Agoda*), einem einfachen, familiären, Apartment-Hotel. Die zentrale Lage direkt an der Promenade am Meer ist phänomenal. Unsere Ferienwohnung hat zwei Balkone mit Meerblick. Die Luft zieht auf einer Seite ein, strömt auf der anderen Seite wieder heraus. Herrlich!

Die Lage der Mandy Suites direkt an der Promenade von Kissamos ist phänomenal

Einen Swimmingpool gibt es natürlich auch

Beste Reisezeit für Kreta

Kreta liegt geografisch zwischen Europa und Afrika, mit 300 Tagen Sonnenschein pro Jahr. Die beste Reisezeit sind die Monate Mai bis Oktober. Bei unserer Reise im Juni freuen wir uns über nahezu perfektes Wetter: 28 bis 32 Grad Celsius Tagestemperatur, trockene Luft, meist etwas Wind, manchmal sogar zu viel wie in Plakias und Elafonisi. Das Meer ist angenehm kühl, aber nicht kalt. Und es sind nicht zu viele Touristen unterwegs. Wahrscheinlich ist der September ein ähnlich guter Reisemonat: noch ideales Klima, während die Zahl Touristen signifikant abnimmt.

Im Hochsommer, vor allem im August, ist es tagsüber unerträglich heiß und trocken. Dann sind die Preise am höchsten, weil die meisten Besucher – inländische und ausländische – anreisen und sich im Meer abkühlen wollen.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei „Stiftung Warentest“. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer Kreta

Kreta ist ein beliebtes Reiseziel und das Angebot an Reiseführern entsprechend groß. „Best in class“ ist der „Kreta Reiseführer Kreta Michael Müller Verlag“*, der – mit großem Abstand – ausführlichste (756 Seiten) auf dem deutschsprachigen Markt. Die Bilder sind nicht so schön wie im „Lonely Planet Kreta“*, und ein „Kreta mit Kindern“-Kapitel vermissen wir ebenfalls. Aber es gibt detaillierte Beschreibungen aller relevanten Orte, viel Geschichtliches und vor allem eine Fülle an praktischen, gut recherchierten und aktuellen Informationen.

Auch alle Griechenland-Reiseführer enthalten Kapitel über Kreta.

Wie gefällt Dir der Kreta-Reisebericht?

Text und Fotos: Heiko Meyer

Diese Beiträge könnten Dich ebenfalls interessieren:

Paros, Griechenland: Idealer Halt beim Kykladen-Inselhüpfen
Naxos, Griechenland: Tolle Strände, schöne Inselhauptstadt
Spektakulär: Griechenlands schönste Insel Santorini
Mykonos, Griechenland: Kykladen-Inseltraum in Blau-Weiß
Griechische Vorspeisen: 10 vegetarische Mezzedes-Rezepte

Lob? Kritik? Anmerkungen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Gefällt Dir unser Blog? Dann folge uns auf Facebook, Twitter oder Instagram und werde über jeden neuen Beitrag informiert!

Print Friendly, PDF & Email

8 Gedanken zu „Reisebericht Kreta mit Kind und Mietwagen: Die schönsten Strände plus Heraklion, Plakias, Chania & Co.

  1. Pingback: Spektakulär: Griechenlands schönste Insel Santorini - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

  2. Pingback: Naxos, Griechenland: Tolle Strände, schöne Inselhauptstadt - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

  3. Pingback: Paros, Griechenland: Idealer Halt beim Kykladen-Inselhüpfen - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

  4. Pingback: Mykonos, Griechenland: Kykladen-Inseltraum in Blau-Weiß - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

  5. Pingback: Reisebericht: Auf Delos bei Mykonos in die griechische Antike eintauchen - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

  6. Bianca

    Hallo Heiko, das ist ja ein super umfangreicher Kreta Bericht.
    Finde das sehr spannend da ich selbst einmal dort im Urlaub war.
    Ergänzen möchte ich 1 Highlight meiner Kreta Reise: Die Lassithi Hochebene. Man kann dort mit einem Bus hinfahren und sehen wie die Griechen noch vor Jahrhunderten gelebt haben. Super interessant!

    Antworten
    1. Heiko Meyer Artikelautor

      Hallo Bianca, danke für Dein gutes Feedback. Von der Hochebene haben wir gehört. Aber sie lag diesmal nicht auf der Reiseroute. Aber wir wollen ohnehin noch einmal nach Kreta und den Osten der Insel beeisen. Viele Grüße, Heiko

      Antworten
  7. Pingback: Reisebericht Bol: Acht Tage auf der Insel Brač in Kroatien - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.