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Mit dem Motorrad durch Zentrallaos: Der Loop von Thakhek bis zur Kong-Lo-Höhle

Der Loop – die Schleife – heißt eine abenteuerliche Motorradtour durch Zentrallaos. Sie führt von Thakhek am Mekong vorbei an spektakulären Karstbergen bis hin zur riesigen Kong-Lo-Höhle. Aber eigentlich ist der Weg das Ziel.

Wer die touristischen Highlights des Nordens und Südens bereits kennt, findet in Zentrallaos kaum bekannte Attraktionen. Am Besten lässt sich diese wenig besuchte Region mit einem Motorrad erkunden. Ein Abenteuer ist die sogenannte Schleife: der Loop. Dabei handelt es sich um einen drei-bis viertägigen Roadtrip, der überwiegend durch die zentrallaotische Provinz Khammouan (auch Khammuan) führt. Der Loop beginnt in Thakhek am Fluss Mekong und führt je nach Route zwischen 300 und 500 Kilometer meist entgegen der Uhrzeigerrichtung rund um den Nationalpark Phou Hin Boun. Beeindruckende Karstberge, die Erkundung der Kong-Lo-Höhle (Konglor Cave), Dorfbesuche und nicht zuletzt das Gefühl von Freiheit stellen die Highlights dieser Tour dar.

Ich entscheide mich für die dreitägige Variante. Weil ich mir nicht zutraue, den Loop durch Zentrallaos allein zu fahren, miete ich in der Thakhek Travel Lodge* (siehe unten) zum Motorbike den Fahrer gleich mit. Eine gute Wahl! Als Sozius genieße ich während der Reise die tollen Landschaften, ohne mich auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Außerdem erweist es sich immer wieder als nützlich, einen Ortskundigen dabei zu haben.

Weil ich mir nicht zutraue, den Loop durch Zentrallaos allein zu fahren, miete ich zum Motorbike den Fahrer gleich mit

Loop durch Zentrallaos beginnt in Thakhek

Der Loop durch Zentrallaos beginnt rund 335 Kilometer südlich von Vientiane in Thakhek (Muang Khammouan). Die Provinzhauptstadt mit rund 50.000 Einwohnern liegt am Fluss Mekong mit Blick auf das thailändische Nakhon Phanom. Echte Sehenswürdigkeiten gibt es in dem verschlafen wirkenden Städtchen nicht. Einige Häuser aus der französischen Kolonialzeit, ein schöner Sonnenuntergang am Mekong und ein paar Straßenrestaurants am Abend – Im Prinzip reicht es, einen Nachmittag durch das Zentrum von Thakhek zu spazieren. Die wenigen Touristen schätzen die entspannte, sympathische Atmosphäre, organisieren alles für den Loop und lassen den Tag mit einem Beer Lao ausklingen.

Flussfischerin bei der Arbeit. Die zentrallaotische Provinzhauptstadt Thakhek liegt am Mekong

Diese Flussfähre pendelt auf dem Mekong zwischen Thakhek in Laos und Nakhon Phanom in Thailand

Häuser in Thakhek

Freundliche Verkäuferin in einem Straßenrestaurant

Karstberge, Reisfelder und Höhlen

Das erste Teilstück führt von Thakhek nach Osten in Richtung vietnamesische Grenze. Dabei entschädigt die schöne Landschaft mit Karstbergen und Reisfeldern für die vielen LKWs. Unterwegs lassen sich zahlreichen Höhlen besichtigen. Nicht jede davon muss man gesehen haben. Aber wenigstens können wir uns etwas die Beine vertreten. Es gibt auch einige Badestellen.

Schöne Landschaft mit Karstbergen und Reisfeldern

Auf dem Weg lassen sich zahlreiche Höhlen besichtigen

Wir halten in Mahaxai und besuchen ein Büro der Mines Advisory Group (MAG), die nicht detonierte Bomben und Minen entschärft. Ähnlich wie in der Ebene der Tonkrüge wurden während des sogenannten Geheimen Kriegs auch in diesem Teil von Laos unzählige Sprengkörper abgeworfen – und stellen noch heute eine Gefahr für die Bevölkerung dar.

In Mahaxai besuchen wir ein Büro der Mines Advisory Group (MAG)

Die Organisation entschärft in Laos nicht detonierte Bomben und Minen

Nach diesem geschichtlichen Exkurs fahren wir weiter nach Norden. Dabei wird die Karstkulisse immer spektakulärer. Die höchsten Felsen im Nationalpark Phou Hin Boun sollen bis zu 1500 Meter hoch sein.

Jugendliche in Zentrallaos. Im Hintergrund sind Karstberge zu sehen. Die höchsten sollen bis zu 1500 Meter hoch sein

Tagesziel ist das Dörfchen Nakai (Ban Oudomsouk). Außer staubigen Straßen, Holzbaracken und Satellitenschüsseln gibt es dort nichts zu sehen. Doch wie so häufig in Laos ergeben sich viele nette Situationen mit den dort lebenden Menschen.

Staubige Straße in Nakai (Ban Oudomsouk)

Satellitenschüsseln nahe des Marktes von Nakai

Wie so häufig in Laos ergeben sich viele nette Situationen mit den dort lebenden Menschen

Am nächsten Morgen setzen wir den Loop fort und fahren unter anderem an Tausenden abgestorbenen Bäumen vorbei – verursacht durch den Nam-Theun-II-Staudamm, der einen Fluss aufstaut und Wälder überflutet.

Wir setzen den Loop fort und fahren an Tausenden abgestorbenen Bäumen vorbei

Tankstelle in Zentrallaos

Streetfood in Laos: Gegrillte Hühnerbeine

Spontane Begegnung

Die größte Höhle von Laos: Tham Kong Lo (Konglor Cave)

Das Hauptattraktion des Loops rückt näher: der Besuch der Höhle Tham Kong Lo (Tham Konglor). Dabei handelt es sich um die mit rund sieben Kilometern Länge wahrscheinlich größte Höhle von Laos. Der Eingang wirkt mit fünf Metern Höhe und 25 Metern Breite recht klein. Doch während der Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss durch die Höhle stoppen wir in riesigen, bis zu 100 Meter hohen Hallen, steigen aus und bewundern die teils mehrere Meter hohen Tropfsteine. Manchmal müssen wir das Boot über das Flussbett schieben, um weiterzukommen. Etwa eine Stunde dauert die unheimliche Fahrt bis zum Höhlenausgang. Nach einer Verschnaufpause im Hellen geht es dieselbe Strecke durch die Dunkelheit wieder zurück.

Eingang zur Tham Kong Lo (Tham Konglor), der wahrscheinlich größten Höhle von Laos

Die etwa einstündige Fahrt auf dem unterirdischen Fluss durch die Kong-Lo-Höhle beginnt

Mehrere Meter hohe Tropfsteine

Wir übernachten im 45 Kilometer entfernten, unaufgeregten Örtchen Nahin, in dessen Umgebung kolossale Felswände ein beeindruckendes Panorama abgeben. Am nächsten Morgen ermöglicht ein Aussichtspunkt in der Nähe tolle Blicke über die Bergwelt des Phou-Hin-Boun-Nationalparks – bevor wir die Rückreise antreten und sich der Loop schließt.

Wir übernachten in Nahin. In dem kleinen Ort gibt es recht viele Restaurants und Guesthouses

In der Umgebung von Nahin geben kolossale Felswände ein beeindruckendes Panorama ab

Zwei Laotinnen

Ein Aussichtspunkt ermöglicht tolle Blicke über die Bergwelt des Phou-Hin-Boun-Nationalparks

Fazit: Lohnt sich der Loop durch Zentrallaos?

Lohnt sich der Loop durch Zentrallaos? Definitiv! Obwohl es bis auf die Karstberge und die Kong-Lo-Höhle keine wirklichen Sehenswürdigkeiten gibt, ermöglicht die landschaftlich sehr schöne Motorradtour tiefe Einblicke ins ländliche Laos. Der Weg ist das Ziel! Die meisten Straßen sind in einem sehr guten Zustand und nahezu komplett asphaltiert. Nur einige wenige Abschnitte führen über Schlaglochpisten. Ein gewisses Sitzfleisch ist für den Loop jedoch erforderlich.

Die meisten Straßen beim Loop sind in einem sehr guten Zustand und nahezu komplett asphaltiert

Noch mehr Reiseberichte über den Loop…

Noch mehr Reiseberichte über den Loop gefällig? Auch andere Reiseblogger schildern ihre Eindrücke aus Zentrallaos. Lesenswert – und mit vielen nützlichen Infos – sind zum Beispiel:

Unterkunft in Thakhek und während des Loops

Für eine Provinzstadt ist die Auswahl in Thakhek überraschend groß. Meist handelt es sich um einfache, günstige Guesthouses und Hotels. Rund 20 Unterkünfte lassen sich bei booking.com* vergleichen und buchen.

Ein Klassiker und beliebter Traveller-Treffpunkt ist die in vielen Reiseführern positiv erwähnte  Thakhek Travel Lodge*. Es gibt sehr einfache, saubere Zimmer für umgerechnet wenige Euro pro Nacht, Sitzgelegenheiten im Grünen sowie Motorradverleih und viele Infos zum Loop. Ich verbringe eine Nacht in diesem Guesthouse und finde es akzeptabel. Die Bewertungen bei booking.com* klingen allerdings nicht sehr einladend.

Während des Loops wird in einfachen Guesthouses oder sogenannten Homestays bei Familien übernachtet.

Anreise nach Thakhek und Weiterreise

Alle Busse zwischen Nord- und Südlaos halten in Thakhek. Es gibt Direktbusse unter anderem in die Hauptstadt Vientiane (fünf bis sechs Stunden) sowie nach Savannakhet (zwei Stunden) und Pakse (sechs bis sieben Stunden) in Richtung Süden. Zu Zielen innerhalb der Provinz und nach Savannakhet fahren auch sogenannte Songtheos (Songthaews, Pick-ups).

Zu Zielen innerhalb der Provinz und nach Savannakhet fahren auch sogenannte Songtheos (Songthaews, Pick-ups)

Die nächsten laotischen Flughäfen befinden sich in Vientiane (IATA-Code: VTE) und Savannakhet (ZVK). Von dort fliegt Lao Airlines unter anderem in die thailändische Hauptstadt Bangkok (BKK). Noch näher – nur wenige Kilometer von Thakhek auf der anderen Mekong-Seite in Thailand – liegt der Flughafen von Nakhon Phanom (KOP). Von dort fliegen Air Asia und Nok Air zum Don-Muang-Airport nach Bangkok (DMK) und weiter zu vielen anderen Destinationen in Asien.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Beste Reisezeit für Thakhek und Zentrallaos

Die beste Reisezeit für Thakhek und Zentrallaos sind die trockenen Monate November bis Mai. Von Dezember bis Februar ist es tagsüber klimatisch angenehm, nachts allerdings recht kühl. Von März bis Mai kann es sehr heiß und schwül werden. In der Regenzeit können Teilstrecken des Loops unpassierbar sein.

Reiseführer für Laos

Der meiner Meinung nach beste Reiseführer über Laos ist der “Stefan Loose“* von Jan Düker. Auf fast 530 Seiten umfasst das Buch Tausende Reisetipps, diverse Stadtpläne und Karten, umfangreiche Informationen zur Landeskunde sowie Fotos und Anekdoten aus Laos. Von Routenempfehlungen über genaue Informationen zu Unterkünften und Restaurants bis hin zu Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten und Abfahrtzeiten von Verkehrsmitteln enthält dieser Reiseführer alles, was unterwegs wichtig ist. Und während der Rest der Welt mit dem ebenfalls empfehlenswerten, aber nicht ganz so umfangreichen “Lonely Planet“* unterwegs ist, sind einige Reisetipps nur in diesem deutschsprachigen Buch enthalten.

Wäre der Loop in Zentrallaos auch etwas für Dich?

Text/Fotos: Heiko Meyer

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