Die Insel Koh Chang in Thailand begeistert mit traumhaften Stränden, üppiger Natur und sehr guter Infrastruktur. Die Highlights, persönliche Eindrücke sowie praktische Tipps gibt es in diesem Reisebericht.
Koh Chang liegt im östlichen Golf von Thailand nahe der Grenze zu Kambodscha. Mit rund 30 Kilometern Länge und bis zu 13 Kilometern Breite gilt sie – je nach Quelle – als zweit- oder drittgrößte Insel des Landes.
Trotz guter Erreichbarkeit über das Festland bei Trat geht es auf der bis zu 744 Meter hohen, dicht bewachsenen Insel angenehm ruhig zu. Noch ist Koh Chang vom Massentourismus verschont – doch das könnte sich ändern. Eine Brücke vom Festland ist bereits in Planung.
„Koh“ bedeutet „Insel“, „Chang“ steht für Elefant. Der Name leitet sich von der Form der Insel ab, die an einen Elefantenkopf erinnert. Tatsächlich leben hier auch heute noch zahlreiche Elefanten.

Die meisten Strände und ein Großteil der touristischen Infrastruktur befinden sich an der Westküste. Der dem Festland zugewandte Osten hingegen ist deutlich ursprünglicher und von Mangroven geprägt.
Vor 15 Jahren war ich schon einmal auf Koh Chang. Diesmal bleibe ich eine Woche und erkunde die Insel mit dem Motorroller. Mein Fazit vorweg: Koh Chang ist nach wie vor uneingeschränkt zu empfehlen – eine entspannte, wunderschöne Urlaubsinsel mit erstaunlich vielen Facetten.

In diesem Reisebericht folgen die Highlights von Koh Chang von Norden nach Süden – zunächst die beliebte Westküste hinab, dann die wenige besuchte Ostküste entlang.
Die schönen Strände von Koh Chang im Überblick
Für die meisten Besucher sind die Strände der Hauptgrund für eine Reise nach Koh Chang – und das völlig zu Recht. Viele von ihnen können es problemlos mit den bekannten Topstränden im Süden Thailands aufnehmen.
Alle Hauptstrände befinden sich an der Westküste der Insel und bieten beste Voraussetzungen für spektakuläre Sonnenuntergänge. Sehr angenehm: Im Gegensatz zu manchen Stränden auf Phuket und Koh Samui gibt es auf Koh Chang kein Jetski & Co. Hoffentlich bleibt das so.
Allerdings sind die Strände stark von den Gezeiten abhängig. An einigen Abschnitten zieht sich das Meer bei Ebbe weit zurück. Vereinzelt wird zudem vor Quallen oder Unterströmungen gewarnt. Und auch wenn es nicht die Regel ist: Gelegentlich treibt Müll im Wasser.

Chang Noi Beach und Half Moon Beach
Der erste Traumstrand von Koh Chang wird von den meisten übersehen: der Chang Noi Beach. Nur wenige Hundert Meter vom Fähranleger entfernt liegt er in einer geschützten Bucht, die auch als Blue Haven Bay bekannt ist. Am südlichen Ende wird der Strand von einem Fluss begrenzt.
Der schmale, sichelförmige Strand besticht durch feinen, hellen Sand und zahlreiche Palmen. Das Wasser ist sehr flach – ideal für Familien mit kleinen Kindern, weniger geeignet für ausgedehntes Schwimmen.

Am Strand gibt es eher höherpreisige Unterkünfte, darunter sehr schöne, private Poolvillas wie die Sunrise Pool Villa* sowie das Little Sunshine Boutique Beach Resort & Spa*. Es gibt ansprechende Strandbars und einen großen Swimmingpool, den vor allem die Kids schätzen.

Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt befindet sich mit dem Half Moon Beach ein weiterer Strand. Dieser ist nur knapp 50 Meter lang, sehr hell und seicht. Es gibt eine Handvoll Strandvillen, aber kaum Besucher.
White Sand Beach View Point
Auf dem Weg vom Hafen kommend Richtung Süden lohnt sich ein Stopp an einem der schönsten Aussichtspunkte der Insel. Vom White Sand Beach View Point eröffnet sich ein beeindrucken der Blick auf den gleichnamigen Strand und den Ort sowie die hügelige Landschaft im Hintergrund.
Häufig sind an diesem Aussichtspunkt Affen anzutreffen. So fotogen sie sind – Abstand ist ratsam. Die Tiere sind schnell und zum Teil aggressiv. Ich beobachte, wie einer der älteren Affen einem Passanten eine Tüte Bananen klaut und die Früchte genüsslich verspeist – und seine Artgenossen fortjagt. Ein anderer Affe springt auf mein Moped, faucht mich an und sorgt bei mir für einen gehörigen Schrecken.

White Sand Beach (Haad Sai Khao)
Der knapp drei Kilometer lange White Sand Beach ist das touristische Zentrum von Koh Chang – und gleichzeitig der längste Strand. Mit weißem, feinem Sand macht er seinem Namen allen Ehren. Allerdings ist er an vielen Stellen inzwischen sehr schmal geworden.

Es gibt reichlich schräge Palmen und andere Bäume, die Schatten spenden. Der größte Teil des White Sand Beach ist komplett zugebaut mit Resorts. Sehr ansprechend und mit großem Poolbereich wirkt das KC Grande Resort Koh Chang*. Noch weiter nördlich um das Rock Sand Resort* wirkt der White Sand Beach mit urigen, aus Holz zusammengezimmerten Bars und windschiefen Bambushütten wie das Thailand von früher. So empfinde ich das schon beim ersten Besuch auf Koh Chang vor 15 Jahren. Und dieser Eindruck bleibt bis heute.


An der Rural Road gibt es mit Supermärkten, Restaurants, Reisebüros, Shops, etc. die komplette touristische Infrastruktur – und auch die größte Auswahl auf Koh Chang. Ab spätnachmittags bieten mehr als ein Dutzend Stände Streetfood an.
Wer Wert auf einen schönen Strand, kurze Wege und eine gute Infrastruktur legt, ist am White Sand Beach genau richtig.
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Chai Chet Beach und Klong Prao Beach
Etwas weiter südlich wartet mit dem Klong Prao Beach ein weiterer Topstrand. Der obere Abschnitt nennt sich Chai Chet Beach. Dieser versandet am südlichen Ende und wird von einem Fluss unterbrochen, der bei Ebbe durchwatet werden kann. Dann beginnt der „normale“ Klong Prao Beach.
Der Chai Chet Beach ist eine Augenweide. Der Sand ist fein und hell und der Strand nicht zu schmal. Schräge Palmen sorgen für Postkartenmotive, weitere Bäume für Schatten. Das Panorama perfekt machen mehrere vorgelagerte Inseln.


Das Wasser ist klar. Hinein geht es sehr seicht, auch bei Flut. Kein Wunder, dass viele Familien mit kleinen Kindern den Chai Chet Beach sehr schätzen.
Direkt hinterm Strand gibt es ansprechende Resorts, darunter (von Nord nach Süd) das Coconut Beach Resort* (mit schönem Strandcafé und eigener Bäckerei), Koh Chang Paradise Resort & Spa*, Miracle Beach Club Resort* mit Poolbar, Tides Signature Koh Chang Boutique Resort*, Flora I Talay* sowie Sol Beach Koh Chang*. Die Anlagen sehen alle Klasse aus.

Wer günstiger aber dennoch gut übernachten möchte, findet an der Straße ein paar empfehlenswerte Optionen, unter anderem das Eastique Hotel* (meine Wahl) sowie das The Habitat Koh Chang*.
An der Straße gibt es einen 7-Eleven- und einen Lotus-Supermarkt, eine Apotheke, ein Massagesalon, Shops und Reisebüros sowie einige günstige Thai-Restaurants. Aufgrund der großen Auswahl an vegetarischen Gerichten ist das Siam Kitchen mein Favorit. Aber die Lokale daneben sind ebenfalls gut und günstig.
Am Chai Chet Beach verbringe ich meinen ersten Sonnenuntergang auf Koh Chang: auf einer Schaukel sitzend, mit den Füßen im Sand, dem rauschenden Meer zu hörend, dem minütlich wechselnden Farbenspiel des Himmels zuschauend und einem Bier Chang in der Hand – herrlich. Genau deshalb komme ich fast jeden Abend wieder.
Wer am Chai Chet Beach wohnt, darf sich auf einen superschönen Strand und gute Infrastruktur freuen, ohne zu viele Leute um sich zu haben.

Der sich südlich anschließende Klong Prao Beach wirkt ebenfalls sehr atmosphärisch – auch wenn sich das Wasser bei Ebbe sehr zurückzieht und der Sandstrand an vielen Stellen gar nicht mehr existiert. Einige Strandabschnitte sind noch unbebaut. Je weiter südlich, desto konzentrierter.


An einem besonders schönen, weißsandigen Strandabschnitt hat sich das gemütliche Lin Restaurant mit zugehöriger Bungalow-Anlage angesiedelt. Auch in den Locations daneben stehen Stühle und Tische einladend im Sand.


Von den Unterkünften wirkt das The Dewa Koh Chang* besonders ansprechend. Größte Häuser am Strand sind das Centara Koh Chang Tropicana Resort* sowie das Vignette Collection Dinso Resort & Villas Ko Chang*. Am südlichen Ende des Klong Prao Beach bietet das Chokdee Resort* gut gelegene Bungalows für diejenigen an, die nicht in einer großen Anlage mit Swimmingpool & Co. unterkommen möchten. Vom nahen, auf Stelzen erbauten, auf Seafood spezialisierten Seachill Restaurant bieten sich Topblicke auf den Strand. Schließlich isst das Auge mit.

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Der Klong Prao Beach eignet sich nicht nur zum (Sonnen-)Baden, sondern insbesondere für Strandspaziergänge. Am südlichen Ende liegen Felsen im Wasser.
Wasserfall Khlong Phlu
Auf Koh Chang gibt es mehrere Wasserfälle, die in der Regenzeit reichlich Wasser führen. Da ich gegen Ende der Trockenzeit unterwegs bin, sind meine Erwartungen nicht allzu hoch. Deshalb „picke“ ich mir nur den Wasserfall Khlong Phlu heraus. Zum einen soll er sehenswert sein. Zum anderen liegt er an der mittleren Westküste zwischen Klong Prao und Kai Bae, ist also für die meisten Besucher gut erreichbar.
Den Roller parke ich etwas abseits vom Eingang. Da der Wasserfall zum Ko-Mu Chang-Nationalpark gehört, werden 200 Baht Eintritt fällig. Wer am selben Tag weitere Wasserfälle oder die südöstlich vorgelagerte Insel Koh Ngam besucht, braucht kein zweites Mal zahlen.
Zum Wasserfall führt ein etwa 20-minütiger Spaziergang durch tropische Vegetation. Neben Bäumen und einem Fluss mit vielen Fischen zeigen sich Schmetterlinge und sogar ein Waran.

Der Wasserfall ist schmal und ergießt sich über eine hohe Klippe in ein natürliches Becken. Viele Besucher schwimmen darin und kühlen sich ab. Diverse Fische drehen ihre Runden, auch ganz nah am Ufer. Wer mit den Füßen im Wasser steht, erhält von den kleinen Exemplaren ein kostenloses Fisch-Spa.
Auf den Felsen drumherum machen es sich die Besucher gemütlich.

Kai Bae Beach
Die Hauptstraße führt weiter nach Kai Bae. Der Ort mit Tempeln, Krankenhaus und einem Markt hat sich zur zweitgrößten Touristensiedlung auf Koh Chang entwickelt. Die Atmosphäre wirkt entspannt. Es gibt viele originelle Bars und Restaurants. Besonders abends herrscht eine schöne Stimmung.

Zum Kai Bae Beach führen von der Main Road Stichstraßen. Das nördliche Ende des Strandes beginnt am Koh Chang Cliff Beach Resort*. An diesem schönen, ruhigen, hellen Abschnitt folgen die Cabana Beach Bar mit dem Patoo Resort* sowie gewobene Resorts wie das Gajapuri*. Ein Fluss begrenzt den Übergang zum Hauptabschnitt des Kai Bae Beach.

Dieser ist einige Hundert Meter lang und sehr von den Gezeiten geprägt. An der nördlichen Hälfte begeistern feiner, heller Sand und schräge Palmen, an der südlichen reicht das Wasser bei Flut fast bis an die Bungalowanlagen. Es gibt schöne Schaukeln. Die Blicke auf die vorgelagerten Inseln sind traumhaft. Bei der urigen Porn’s Bar lässt sich der Sonnenuntergang auf der oberen Terrasse besonders genießen, denn die Sonne geht genau mittig zwischen den Inseln unter.
Auf die vorgelagerte Insel Koh Man Nai soll man bei Ebbe hinüber gehen können.

Am Kai Bae Beach lassen sich spätnachmittags häufig Elefanten antreffen. Dann kommen die Mahouts aus dem nahen Camp mit ihren Tieren zum Baden und Waschen – und bieten den Touristen Fotos an. Wer diese Gelegenheit wahrnimmt, kann auf dem Elefanten sitzen, wird von dessen Rüssel hochgehoben, etc. Das wirkt natürlich verlockend, entspricht aber nicht artgerechter Haltung.

Am Kai Bae Beach gibt es diverse Bungalows direkt am Strand. Alle Anlagen machen einen sehr guten Eindruck, darunter (von Nord nach Süd) das große Kai Bae Resort* und das Kai Bae Beach Grand View*. Etwas einfacher, aber um so atmosphärischer, wirkt Porn‘s Bungalow mit der erwähnten Bar.
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Kai Bae View Point
Hinterm Kai Bae Beach steigt die Hauptstraße steil hinauf zum Kai Bae View Point. Die Aussicht auf die Küste ist phänomenal: Die vier Inseln Koh Man Nai, Koh Man Nok, Koh Pli und Koh Yuak bilden gemeinsam mit dem Golf von Thailand und dem grünen Dschungel von Koh Chang ein tolles Panorama. Es gibt mehrere Sitzgelegenheiten und ein Café.

Ein paar Hundert Meter die kurvenreiche Straße weiter hinauf lädt das Sylvie Café bei ebenfalls wundervollen Blicken zu Kaffee und Kuchen ein.
Lonely Beach
Der nächste Teil der Strecke ist nichts für ungeübte Fahrer. Nach zahlreichen Kurven und Steigungen erreiche ich schließlich den Lonely Beach. Dieser Ort umfasst nicht nur den gleichnamigen Strand, sondern auch die gesamte Siedlung. Hier kommen vor allem Backpacker, jüngere Leute und Einzelreisende her. Trotz seines Namens ist der Lonely Beach der beste Ort auf Koh Chang, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.
Der attraktive Strand ist einige Hundert Meter lang und mit hellem Sand gesegnet. Dahinter bieten Restaurants und Bars Essen und Getränke an. Einige Bäume spenden Schatten.
Am Strand entlang sowie auf der Hauptstraße folgt als nächstes der LB Complex – mit atmosphärischen Bars direkt am Meer und Unterkünften dahinter.
Das Zentrum des Lonely Beach liegt noch ein paar Meter südlich. Hier haben sich zahlreiche Bars, Restaurants, Unterkünfte & Co. angesiedelt. Zum späten Frühstück halte ich am Café del Sunshine*, das neben seinem besonderen Vibe und riesiger Auswahl an (auch vegetarischem) Thai-Food, Bowls, Frühstücken, Getränken, etc. bietet. Ein schöner Ort!
Etwas nachteilig ist die südliche Lage des Lonely Beach. So ist es zu vielen anderen Top-Spots der Insel immer recht weit.

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Bailan Bay
Als Nächstes folgt die Bailan Bay. Dort gibt es neben Felsküste nur einen kleinen Strandabschnitt nahe dem Mercure Koh Chang Hideaway*. Der Ort bietet ausreichend Infrastruktur und wirkt sehr entspannt.
Fischerdorf Bang Bao
Das Fischerdorf Bang Bao in einer Bucht ganz im Süden von Koh Chang wurde an einem Pier auf Stelzen überm Wasser errichtet. Da hier die Boote und Fähren zu Ausflügen und zu anderen Inseln abfahren, kommen reichlich Touristen vorbei. Entsprechend gibt es viele Souvenirshops, Reisebüros, aber auch Seafood-Restaurants und einige Gästehäuser sowie einen 7-Eleven. Vom Leuchtturm am Ende des Piers bieten sich schöne Rundumblicke.
Wenn nicht gerade ein Touristenboot abfährt, geht es sehr gemächlich in Bang Bao zu. In jedem Fall lohnt sich ein kurzer Besuch.


Top-Spot für den Sonnenuntergang auf Koh Chang: Rasta View Bar
Auf dem Weg von Bang Bao zum nächsten Strand halte ich an der bekannten Rasta View Bar. Diese lohnt in vielerlei Hinsicht einen Besuch. Zum einen wirkt sie sehr urig und ist komplett in Rot, Gelb und Grün gestaltet. Auf mehreren Etagen nehmen die Besucherinnen und Besucher auf Matten oder Kissen Platz und lauschen der Reggae-Musik. Dabei blicken sie auf die gesamte Bucht von Bang Bao – traumhaft!
Bei meiner Stippvisite um die Mittagszeit sind schon einige Gäste dort. Doch für den Sonnenuntergang dürfte das einer der absoluten Top-Spots auf Koh Chang sein.

Klong Kloi Beach
Von der Rasta View Bar sind es nur wenige Hundert Meter bis zum Klong Kloi Beach. Der lange, helle Strand ist fast der letzte, der mit der Küstenstraße erreichbar ist. Gleich daneben folgt nur noch der sogenannte Boat Beach, an dem sich das inzwischen abgebrannte Geisterschiff befand.

Der Klong Kloi Beach wirkt zu Beginn mit Müll am Strand und windschiefen Holzhütten sehr einfach. Es gibt aber ansprechende Bars, Restaurants und Unterkünfte, darunter das Chivapuri* und das Bangbao Beach Resort*. Viele Bäume spenden Schatten. Die Kulisse mit Blick auf die Bucht und die Inseln ist schön. Die Atmosphäre wirkt angenehm.
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Tagesausflug an die Ostküste von Koh Chang und nach Koh Ngam
Ein schöner Tagesausflug führt mit dem Motorbike oder Taxi an die Ostküste von Koh Chang. Dort geht es deutlich weniger touristisch und ursprünglicher zu als im Westen der Insel. Die Küste ist geprägt von Mangroven und Felsstränden.
Zunächst geht es über die kurvenreiche, steile Straße vom White Sand Beach zum Hafen. Dann gibt es deutlich weniger Verkehr, und der größte Teil der Strecke ist einfach zu fahren. Meist geht es direkt an der Küste entlang – auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die grün überwachsenen Berge. Auf dem Weg liegen mehrere Dörfer und auch Wasserfälle, die ich am Ende der Trockenzeit auslasse.
Beim Dorf Salak Phet befindet sich der Tempel Wat Salek Phet mit einem großen Buddha und kunstvollen Wandmalereien. Drum herum wurden zahlreiche Garküchen aufgebaut. Offensichtlich werden zu Feierlichkeiten viele Gäste erwartet.

Salak Phet Mangrove Forest
Zwei Kilometer weiter lohnt sich ein Besuch des Salak Phet Mangrove Forest. Ein mehrere Hundert Meter langer roter Holzsteg führt durch Mangrovenwald. Die Kulisse ist sehr beeindruckend. Zum Teil wirkt es wie eine große, grüne Wiese, nur dass es sich um Wald handelt. Mein Besuch findet bei Ebbe statt, sodass der Meeresgrund freiliegt und einige Fischer von der Küste entfernt nach Meerestieren suchen. Andere Touristen berichten, dass etwas früher am Tag bei Flut für 200 Baht etwa 45-minütige Touren mit dem Boot durch die Mangroven angeboten werden. Sicherlich ein beeindruckendes Erlebnis. Am Abend sollen Glühwürmchen zu sehen sein.

Ganz im Südosten von Koh Chang wird es landschaftlich am beeindruckendsten – allerdings auch fahrerisch am anspruchsvollsten. Die Straße ist gut asphaltiert, aber die Steigungen, Gefälle und Kurven sind signifikant, sodass mir als eher ungeübten Motorbike-Fahrer mehrmals der Angstschweiß auf die Stirn kommt. Unterwegs gibt es mehrere Aussichtspunkte.

Long Beach
Nächstes Ziel ist der Long Beach. Der mehrere Hundert Meter lange Strand liegt in einer Bucht und wirkt sehr attraktiv. Eine Bar serviert Essen und Getränke, Bungalows gibt es für einige Hundert Baht pro Nacht, direkt am Strand liegt ein Beach-Volleyball-Feld. Der Sand ist sehr fein und hell. Allerdings zieht sich bei Ebbe das Meer sehr weit zurück.

Trauminsel Koh Ngam
Zwei Kilometer weiter ist das Hauptziel des Tages in greifbarer Nähe: Koh Ngam. Die Insel besteht unter anderem aus einer palmenbewachsenen Landzunge mit attraktiven Stränden auf beiden Seiten – ein sehr fotogener Spot.
Um dorthin zu gelangen, muss man 100 Baht für den Transport mit einem Boot zahlen (für beide Strecken) oder ein Kayak für 200 Baht mieten. Das geht gut beim Tantawan Resort oder beim gegenüberliegenden Strand. Auf der Insel werden weitere 200 Baht Nationalparkgebühr fällig. Wer am selben Tag einen oder mehrere der Wasserfälle auf Koh Chang besucht, zahlt nichts extra.

Angekommen auf Koh Ngam macht sich zuerst ein Lächeln breit. Die palmenbewachsene Landzunge mit Stränden auf beiden Seiten ist wirklich außergewöhnlich und eine echte Sehenswürdigkeit. Trotz Hauptsaison sind nur wenige Touristen vor Ort. Die meisten schwimmen im Wasser und genießen die Kulisse.

Siesta bei Aoy‘s Little Farm & Bakery
Anschließend fahre ich zu einem Fischerdorf auf der Halbinsel gegenüber. Vorbei an Seafood-Restaurants und auf Stelzen gebauten Häusern ist Aoy‘s Little Farm & Bakery das Ziel. Schon die Ankunft ist ein Erlebnis: Einige Ziegen hüpfen über das Gelände, das wie ein großer Garten Eden wirkt. Diverse Pflanzen werden angebaut. Es gibt selbst gemachte Baguettes und Kuchen, und das Personal sowie die Betreiber sind sehr freundlich. Ich bestelle einen superleckeren Schokoladenkuchen und einen Kaffee – genau die richtige Stärkung nach dieser Motorradtour – bevor es zurück auf die Westseite von Koh Chang geht.


Bootstouren ab Koh Chang
Ab Koh Chang führen mehrere Halb- oder Ganztagsausflüge mit dem Boot zu den umliegenden Inseln, darunter Koh Wai und Koh Khlum. Je nach Programm wird an schönen Stränden gebadet oder an Korallenriffen geschnorchelt.
Die Ausflüge lassen sich in Reisebüros vor Ort oder online unter anderem bei GetYourGuide* buchen.
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Elefantencamps auf Koh Chang
Wenig überraschend für die Insel der Elefanten – Koh Chang – leben einige dieser imposanten Tiere hier in Camps. In diesen werden Elefantenreiten und -fütterungen angeboten. In der Zwischenzeit stehen die Tiere meist angekettet herum. Die Elefantencamps auf Koh Chang sind nicht auf Tierschutz und artgerechte Haltung ausgelegt wie manch gute Beispiele in Nordthailand.

Wie lange auf Koh Chang bleiben?
Koh Chang ist groß und hat viel zu bieten. Daher sollten es schon mindestens vier bis fünf Tage sein. Wer die gesamte Insel mit dem Roller erkunden und eventuell Bootstouren zu weiteren Inseln unternehmen möchte, sollte einige Zusatztage einplanen. Diesmal bleibe ich eine Woche auf Koh Chang, und es hätten durchaus einige Tage mehr sein können.
Unterwegs auf Koh Chang
Unabhängig ist man mit dem gemieteten Motorroller. Alternativ pendeln den Tag über Sammeltaxis, sogenannte Songthaews, die Westküste entlang vom Fähranleger ganz im Norden bis nach Bang Bao im Süden. Die Ostküste lässt sich nur mit eigenem Fahrzeug oder im Rahmen eines organisierten Ausflugs besuchen.
Die Ringstraße Straße führt noch nicht durchgängig um die Insel. Ein kleiner Abschnitt im Süden fehlt noch und wird gerade gebaut. Wer also zum Beispiel vom Klong Kloi Beach zum Salak Phet Mangrove Forest fahren möchte – Luftlinie sind es nur wenige Kilometer –, muss die Insel einmal komplett umfahren.
Motorroller fahren auf Koh Chang
Mit dem Motorroller lässt sich Koh Chang unabhängig und günstig erkunden. Die Preise beginnen bei 250 Baht pro Tag für kleinere Scooter. Bei mehreren Tagen kann verhandelt werden. Wer den Reisepass nicht hinterlegen möchte, muss einige Tausend Baht Kaution zahlen.
Die Straßen sind in gutem Zustand. Die Strecken im Norden zwischen Hafen und White Sand Beach sowie im Süden speziell zwischen Kai Bae Beach und Lonely Beach sind jedoch steil und kurvig. Insofern ist Koh Chang nicht die ideale Insel, um Motorbike fahren zu lernen. Speziell nach Regen sind die Straßen rutschig und gefährlich.
Auch sollte man sich nicht überschätzen und im Zweifel lieber zu langsam als zu schnell fahren. An der berühmten S-Kurve im Süden der Insel hat es schon so manchen Traveller aus der Bahn geworfen – nicht selten mit schweren Verletzungen. Auch ich bin beim Weg hinauf unachtsam und biege von der Straße ab, um ein Foto zu machen. Dabei verliere ich die Kontrolle über den Roller und fahre mit geringer Geschwindigkeit seitlich gehen den Berg. Zum Glück komme ich mit dem Schrecken und einigen Schürfwunden am Arm davon.

Wichtig: Nur mit gültigem internationalem Führerschein fahren. Sonst werden die im Schadensfall zum Teil hohen (Gesundheits-)kosten nicht von der Versicherung übernommen.
Anreise nach Koh Chang und Weiterreise
Die meisten Touristen reisen von Bangkok mit kombinierten Minibus- oder Bus-Fährtickets nach Koh Chang. Diese komfortable, günstige Variante dauert etwa acht bis zehn Stunden inklusive Fährüberfahrt und Hoteltransfer.
Nur vier bis fünf Stunden nimmt ein Privattransfer zum Pier in Anspruch, der sich für Familien und Reisegruppen nicht nur zeitlich, sondern auch von den Kosten her lohnen kann.
Wer es ganz eilig hat, fliegt mit Bangkok Airways bis zu dreimal täglich von Bangkok Suvarnhabhumi (IATA-Code: BKK) in einer Stunde nach Trat (TDX). Von dort fahren Minibusse in 30 Minuten zum Fähranleger.
Die Autofähren nach Koh Chang legen vom Ao-Thammachat-Pier 15 Kilometer westlich von Laem Ngop ab. Eine Alternative ist der Centerpoint-Pier in Laem Ngop. Die Schiffe verkehren täglich von etwa 6:30 bis 18:30 Uhr alle 30 bis 60 Minuten zum Ao-Sapparot-Pier auf Koh Chang. Nach der Ankunft fahren Sammeltaxis (Songthaews) die Besucher vom Pier zu den Stränden.

Vom Bang-Bao-Pier im Süden von Koh Chang fahren ein bis zweimal pro Tag Speedboote und Katamarane zu den Nachbarinseln Koh Mak und Koh Kood.
Anbieter wie Boonsiri bieten Kombitickets von Koh Chang zu den Nachbarinseln sowie nach Bangkok, Pattaya, Hua Hin, Chumphon und Koh Tao sowie zu Zielen in Kambodscha an – und in die entgegengesetzte Richtung.
Tickets für alle genannten Verbindungen lassen sich vor Ort in Reisebüros und online unter anderem bei 12GoAsia* vergleichen und buchen (am besten mit ein paar Tagen Vorlauf).
Flüge recherchiere ich am liebsten bei Skyscanner* und booking.com*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen finden, sondern auch gute regionale Angebote.
Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Mit welchen Reisezielen lässt sich Koh Chang kombinieren?
Koh Chang lässt sich sehr gut in eine Thailand-Rundreise einbauen. Es liegt nahe, die Nachbarinseln Koh Mak und Koh Kood zu besuchen. Auch Reiseziele auf dem Weg nach Bangkok wie Chanthaburi, Koh Samet und Pattaya beziehungsweise Jomtien sowie sogar Chumphon und Koh Tao – und damit auch Koh Phangan und Koh Samui – lassen gut kombinieren.

Wenn nicht gerade wieder Streit zwischen Thailand und Kambodscha herrscht, bietet sich ebenfalls an, ins Nachbarland weiterzureisen, unter anderem zu den Inseln Koh Kong, Koh Rong und Koh Rong Samloem sowie natürlich nach Siem Reap für Angkor Wat.
Unterkünfte auf Koh Chang
Vom einfachen Hostel mit Bett im Schlafsaal über den schönen Strandbungalow bis hin zur exklusiven Beachfrontvilla mit privatem Swimmingpool: Auf Koh Chang ist das Angebot an Unterkünften für unterschiedlichste Ansprüche riesig.

Die größte Auswahl gibt es am White Sand Beach sowie am Kai Bae Beach. Auch Chai Chet Beach und am Klong Prao Beach sind gute Optionen. Schließlich wohnt man dann mittig an der Westküste und kommt überall gut hin. Backpacker und Einzelreisende steigen oft am Lonely Beach ab.
Zahlreiche Hotels, Resorts und Bungalowanlagen lassen sich unter anderem auf booking.com* vergleichen und buchen.
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Sieben Nächte im Eastique Hotel am Chai Chet Beach
Für sieben Nächte beziehe ich ein Zimmer im Eastique*, einem guten, relativ günstigen Mittelklassehotel nahe des schönen Chai Chet Beach. Die Lage mittig an der Westküste von Koh Chang ist ideal. Direkt neben dem Resort befindet sich ein etabliertes Reisebüro mit Rollervermietung. An der Hauptstraße gibt es Supermärkte, Garküchen, Restaurants, etc. Zum Strand sind es nur 100 Meter einmal über die Straße und durch das Coconut Beach Resort*.

Die Zimmer haben Klimaanlage, Safe, TV, Kühlschrank und ein sauberes, ansprechendes Bad, manche einen Balkon. Das Personal ist sehr freundlich. Ein einfaches Frühstück lässt sich hinzubuchen (nicht nötig) und wird in einem Restaurant auf der anderen Straßenseite serviert.
Beste Reisezeit für Koh Chang
Als beste Reisezeit für Koh Chang gelten die Monate November bis April in der Trockenzeit mit viel Sonne, wenig Regen und ruhiger See. Absolute Hochsaison ist von Dezember bis Februar. Ab März wird es zunehmend heißer mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius. In der Regenzeit von Mai bis Oktober gibt es oft starke Schauer, dafür die günstigsten Preise und wenigsten Besucher.
Auslandsreisekrankenversicherung
Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.
Reiseführer für Thailand
Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele Südostasiens. Entsprechend groß ist das Angebot an Reisebüchern. Ich bin am liebsten mit dem „Stefan Loose Reiseführer Thailand“* unterwegs. Doch auch der „Lonely Planet“* sowie der „Reise Know-How“* machen einen guten Eindruck und erfüllen sicher ihren Zweck. Alle Bücher enthalten Kapitel zu Koh Chang.

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Text und Fotos: Heiko Meyer
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