Höhlen, Heiligtümer, Karstfelsen, Reisfelder. Die landschaftlich schöne Umgebung der Stadt Hpa An im Südosten von Myanmar hat Reisenden viel zu bieten.
Mit dem Bus geht es weiter von Mawlamyine nach Hpa An in die Hauptstadt des Karen- beziehungsweise Kayin-Staates. Bis vor wenigen Jahren war sie noch Sperrgebiet für Ausländer.
Vorn beim Fahrer hängen Ketten aus Lotusblüten sowie Bilder von Buddha und geistlichen Würdeträgern. Die Türen des Busses lassen sich nicht schließen. Aber es steigt sowieso ständig jemand ein oder aus. Zum Beispiel Verkäufer. Lauthals preisen sie ihre Waren an: Wachteleier, Mandarinen, Erdnüsse.
Im Bus von Mawlamyine nach Hpa An
Später ist selbst im Gang jeder Kubikzentimeter vergeben. Ein grauhaariger Mann hockt mit seiner Tasche voll getrocknetem Fisch auf einer Werkzeugkiste. Er nutzt meinen Rucksack als Armlehne, meinen Oberschenkel als Rückenstütze. Zwei Stunden soll die 50 Kilometer lange Fahrt dauern. Allerdings benötigen wir schon eine knappe Dreiviertelstunde, bis alle Passagiere eingesammelt sind und wir Mawlamyine verlassen.
In dieser Region flammen regelmäßig Kämpfe zwischen der burmesischen Armee und der Karen National Liberation Army auf. Denn das Volk der Karen strebt nach Unabhängigkeit und will die Union von Myanmar verlassen. Deshalb sehen wir unterwegs immer wieder von Soldaten gesicherte Orte. Sogar die Sandsäcke tragen Tarnfarbe. Aber niemand der Mitreisenden wirkt beunruhigt. An einem Kontrollpunkt will ein Offizier meinen Reisepass sehen und notiert die Daten. Auch Einheimische müssen ihre Papiere zeigen und sich ins Gepäck schauen lassen.
In Hpa An gibt die Tatmadaw Ratschläge
Als wir Hpa An erreichen, mahnt an einer Kreuzung ein riesiges Schild der Militärorganisation Tatmadaw zur Linientreue: „Tatmadaw and the people in eternal unity, anyone attempting to devide them our enemy.“
Kurz nach der Ankunft in Hpa An gehe ich in ein Restaurant nahe des Marktes. Ein Schulheft, in das die angebotenen Gerichte von Hand geschrieben wurden, dient als Speisekarte.
Nach dem Essen fährt mich ein Angestellter der Unterkunft, in der ich wohne, in der Umgebung von Hpa An herum. Wir besuchen die Kawt Gon-Höhle, eine von vielen Höhlen in dieser Region. In ihr errichteten die Menschen ab dem siebten Jahrhundert unzählige Buddhastatuen. Tausende wurden aus dem Fels gehauen. Buddhas, Buddhas, Buddhas – Das ist Myanmar!
Tausende Buddhas in der Kawt Gon-Höhle nahe Hpa An
Leider trübt jede Menge Müll die spirituelle Atmosphäre. Denn die umherstreunenden Affen werden mit Keksen gefüttert. Aber statt den Tieren nur das Gebäck zu geben, werden ihnen die kompletten Packungen hingeworfen.
Die Mönche des Höhlenheiligtums nötigen mich zu einem Eintrag in ihrem Gästebuch. „Was hat die Menschen damals wohl veranlasst, ausgerechnet hier so viele Buddhas zu errichten?“, schreibe ich. Und weiter: „Bitte lasst doch beim Füttern der Affen die Plastikverpackungen der Kekse weg. Dann wäre es hier nicht von Müll übersät.“
Auf dem Rückweg nach Hpa An kommen wir an einem spitzen Felsen vorbei, der von der Bevölkerung Kyauk Ka Lat genannt wird. Er ragt von einer Insel in einem kleinen See empor und gilt als buddhistisches Heiligtum. Natürlich befindet sich oben eine goldene Pagode.
Karstfelsen und Reisfelder prägen die schöne Umgebung von Hpa An. Diese Region gibt einiges her, um mehrere interessante Tage zu verbringen! Doch leider läuft mein Visum aus. Deshalb fahre ich nach nur einer Nacht weiter. Zum Goldenen Felsen, einem der Wahrzeichen von Myanmar. Auf halber Strecke nach Yangon.
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Text und Fotos: Heiko Meyer
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5 Kommentare zu „Reisebericht Hpa An, Myanmar: Heiligtümer inmitten toller Landschaften“
Lieber Heiko,
mein Herz habe ich auch in und um Hpa An gelassen und war ganz verzaubert von der Landschaft, den Menschen und dem großen Fluss. Wusstest Du, dass der Kyauk Ka Lat von den Einheimischen auch gerne als ihr James Bond-Felsen beworben wird, weil er dem Original in Thailand sehr ähnelt. Im Hintergrund ragen Erhöhungen um den Mount Zwegabin hinauf. Den habe ich damals mit Flipflops bezwungen – Jihaaa! Den Bericht gibt es auch auf meinem Blog zu lesen.
Vielen Dank für die schönen Bilder, die mich wieder in dieses wunderbare Land entführten!
Liebe Mandy,
danke für Deinen netten Kommentar! Ja, diese Gegend hat wirklich Flair. Stimmt, die Ähnlichkeit mit dem James-Bond-Felsen ist nicht von der Hand zu weisen. Für den Mount Zwegabin hatte ich leider nicht genug Zeit. Beim nächsten Mal dann – aber ohne Flipflops ;-)
Liebe Grüße und eine gute Zeit,
Heiko
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