Beach-Hopping in Kerala, Südindien: Die schönsten Strände

Der Bundesstaat Kerala in Südindien eignet sich perfekt zum Beach-Hopping. Wir stellen die schönsten Strände zwischen Trivandrum und Kochi vor.

Der Bundesstaat Kerala zählt zu den beliebtesten Destinationen in Südindien. Zu Recht! Denn relativ nah beieinander befinden sich viele schöne, abwechslungsreiche Reiseziele: etwa die berühmten Backwaters, die Teeanbaugebiete bei Munnar oder die koloniale Altstadt von Fort Kochi. Aber auch reichlich Strände! Bei fast 600 Kilometern Küste am Arabischen Meer überrascht es kaum, dass sich Kerala perfekt für Strandurlaub eignet. Es folgen die schönsten Strände zwischen Thiruvananthapuram (auch Trivandrum) und Kochi. Los geht´s mit dem Beach-Hopping…

Lighthouse Beach, Kovalam

Blick vom Leuchtturm auf den beliebten Lighthouse Beach von Kovalam nahe der Stadt Thiruvananthapuram

Der beliebte Strandort Kovalam liegt nah beim internationalen Flughafen von Thiruvananthapuram. Daher bietet sich ein Aufenthalt dort zu Beginn oder zum Abschluss einer Rundreise durch Kerala in Südindien an.

In Kovalam und Umgebung befinden sich mehrere schöne Strände. Ausländische Besucher zieht es eher an den Lighthouse Beach. Vom namengebenden Leuchtturm eröffnen sich schöne Blicke auf die Bucht. Schatten gibt es keinen direkt am Strand. Aber für 100 Rupien pro Tag werden Liegen mit Sonnenschirmen vermietet.

Aufgrund starker Brandung und gefährlicher Unterströmungen eignet sich der Lighthouse Beach weniger zum ausgiebigen Schwimmen. Jedes Jahr sterben mehrere Menschen. Deshalb pfeifen Rettungsschwimmer diejenigen aus dem Wasser, die sich zu weit hinauswagen. Da der Strand sanft ausläuft und lange flach bleibt, können Kinder dennoch plantschen.

Der Lighthouse Beach ist durchaus für Kinder geeignet

Parallel zum Strand verläuft eine schmale Promenade mit Restaurants, Cafés, Hotels und Läden. Abseits davon führen engen Gassen zu Schneidereien und Ayurveda-Salons. Überhaupt erscheint Kovalam sehr touristisch. Deshalb lesen sich die Beschreibungen in einigen Reiseführern wenig schmeichelhaft. Doch wir erleben Kovalam als entspannten Einstieg in Südindien. Bei unserem Besuch Mitte März ist es weder besonders überlaufen, noch können wir das Klischee, dass russische Touristen in der Überzahl seien, bestätigen.

Mehr Infos: Kovalam, Südindien – Schöner Reisebeginn in Kerala

Hawah Beach (Howah Beach), Kovalam

Je näher der Sonnenuntergang kommt, desto voller wird es am Hawah Beach

Der Hawah Beach (auch Howah Beach) befindet sich ebenfalls in Kovalam und nur eine Landzunge und einen kurzen Spaziergang Richtung Norden vom Lighthouse Beach entfernt. Diesen Strand besuchen fast nur Inder, darunter viele Frauen mit ihren farbenfrohen Saris.

Tagsüber kann man am Hawah Beach gut baden. Aber je näher der Sonnenuntergang kommt, desto voller wird es. Dann ziehen Motorboote ihre Runden. Garküchen versorgen die Flanierenden mit vegetarischen Gerichten, gerösteten Erdnüssen und Getränken. Und Eis-, Drachen- und Spielzeugverkäufer suchen nach Kundschaft. Eher etwas zum Bummeln.

Mehr Infos: Kovalam, Südindien – Schöner Reisebeginn in Kerala

Varkala Beach

Über dem Strand von Varkala erhebt sich ein Cliff. An dessen Rand schlängelt sich eine schmale Straße entlang

Der beste Strandort in Südindien! Am Varkala Beach eine Fahrstunde nördlich von Thiruvananthapuram werden Reisepläne über den Haufen geworfen. Die Atmosphäre ist wunderbar entspannt, die Infrastruktur gut, und es gibt viele Ausflugsmöglichkeiten.

Das Besondere an Varkala sind die riesigen Klippen aus rotem Stein, die hinterm Strand emporragen. Von oben sind morgens manchmal Delfine zu sehen, nachmittags ziehen Greifvögel ihre Runden, und nachts zeugen mehrere Hundert Lichtpunkte von ebenso vielen Fischerbooten. Malerisch!

Am Rand des sogenannten North Cliffs, des touristischen Zentrums von Varkala, schlängelt sich eine schmale Straße entlang. An ihr befinden sich Unterkünfte aller Preisklassen, Restaurants und Geschäften. Weniger los ist am sich nördlich anschließenden Odayam Beach sowie am South Cliff.

Blick von Varkalas North Cliff in Richtung Odayam Beach

Der Weg vom Cliff hinunter zum Varkala Beach führt über steile, teils brüchige Treppen. Es handelt sich um einen wirklich schönen, feinsandigen Strand, der noch dazu mehrere Kilometer lang und zumindest vor dem North Cliff sehr breit ist. Deshalb verteilen sich die Besucher gut. Recht voll wird es lediglich spätnachmittags an Wochenenden und Feiertagen kurz vor dem Sonnenuntergang.

Besondere Freude bereitet das Baden im Meer – bei nahezu perfektem Wasser: weder zu warm, noch zu kalt, trotzdem etwas erfrischend. Zwar ist die Brandung relativ stark. Aber die Wellen laufen ruhig aus, und es bleibt lange flach. Deshalb können Kinder wie unsere Emma gut planschen und spielen. Sonnenschirme und Liegen werden günstig vermietet.

Mehr Infos: Varkala Beach, Südindien – Schöner Strand, steiles Cliff, viele Ausflüge

Der Weg vom Cliff zum Varkala Beach führt über steile, teils brüchige Treppen

Kappil Beach

Der Kappil Beach ist ein naturbelassener Strand an einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und Backwaters

Eher ein Ausflugs- als ein eigenes Reiseziel stellt der Kappil Beach zehn Kilometer nördlich von Varkala dar. Dabei handelt es sich um einen naturbelassenen Strand an einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und Backwaters.

Baden ist nicht geplant. Aber Emma stürzt sich wie die Inder in kompletter Kleidung begeistert ins Meer und beteiligt sich an der Schlammschlacht einiger indischer Jungs.

Marari Beach (Mararikulam Beach)

Der sehr schöne, breite, helle, kilometerlange, meist einsame Marari Beach eignet sich perfekt für lange Spaziergänge

Der Marari Beach (auch Mararikulam Beach) liegt 15 Kilometer nördlich von Alappuzha (Alleppey), wo die meisten Backwaters-Touren starten. Bis nach Kochi sind es 60 Kilometer. In Reiseführern ist der malerische Strand bislang oft nicht mal erwähnt. Entsprechend wenig Ausländer „verirren“ sich dorthin. Bei Indern hingegen gilt der Marari Beach als beliebtes Ausflugsziel.

Der sehr schöne, breite, helle, kilometerlange, meist einsame Sandstrand mit Palmen und Fischerbooten eignet sich ideal für lange Spaziergänge. Einzig am Hauptzugang, wo sich ein einfacher Imbiss, Eisverkäufer und Rikschas befinden, geht es an Wochenenden und Feiertagen spätnachmittags trubelig zu. Bei unserem Besuch an Ostern sind viele Inder schick angezogen. Wir empfinden unsere Kleidung – Badeshorts und Bikini – als sehr unangemessen.

Aufgrund der starken Brandung können Kinder am schnell abfallenden Marari Beach nicht baden, und auch Erwachsene sollten nah beim Ufer bleiben.

Der Marari Beach lässt sich gut als Nachmittagsausflugs von Alappuzha aus besuchen. Aber wer mit einem schönen, ruhigen Strand und netter Umgebung zufrieden ist, bleibt gern länger. Die Auswahl an günstigen Homestays und hochpreisigen Resorts ist recht groß.

Der Marari Beach lässt sich gut als Ausflug von Alappuzha aus besuchen. Aber es gibt auch reichlich Unterkünfte

Cherai Beach

Der Cherai Beach liegt in der Nähe der Großstadt Kochi

Der Cherai Beach befindet sich 24 Kilometer nördlich von Fort Kochi auf Vypeen Island. Er gilt als erster schöner Strand in der Nähe der Großstadt.

Parallel zum mehrere Kilometer langen, sandigen Cherai Beach dienen klobige Steine als Wellenbrecher. Beim Strandzentrum gibt es eine kleine Promenade, an der spätnachmittags Spielzeugverkäufer ihre Runden ziehen. Wer dort tagsüber in Badehose oder Bikini herumläuft, zieht alle Blicke auf sich. Denn der Cherai Beach gilt als beliebtes Ausflugsziel. Besonders an Wochenenden kommen ganze Busladungen mit Schulklassen und indischen Touristen zum Strand. Ein paar Hundert Meter rechts und links davon wird es schnell einsam, und das Sonnen und Baden in Bikini und Co. ist vertretbar. Allerdings ist die Brandung recht stark.

Für unbeschwerten Badeurlaub eigenen sich Strände wie Varkala und Kovalam besser. Aber aufgrund der Nähe zum Flughafen von Kochi (35 Kilometer) bietet sich der Cherai Beach durchaus an für ein bis zwei Nächste vor dem Abflug. Für einen längeren Strandaufenthalt hat der Ort jedoch zu wenig Charme.

Bei unserem Aufenthalt sehen wir nur sieben andere ausländische Touristen. Dennoch gibt es Unterkünfte in allen Preisklassen, wobei das Angebot oben und unten deutlich geringer wird. Die meisten Unterkünfte liegen an einer Straße zwischen Meer und Backwaters (mit chinesischen Fischernetzen).

Mehr Infos: Südindien – Kochis Highlights und der Cherai Beach in Bildern

Der Cherai Beach gilt als beliebtes Ausflugsziel. Besonders an Wochenenden kommen ganze Busladungen mit Schulklassen und indischen Touristen zum Strand

Anreise

Die den Stränden nächsten internationalen Flughäfen befinden sich in Kochi (IATA-Code: COK) und Thiruvananthapuram (TRV). Ab Deutschland fliegen zum Beispiel Etihad, Emirates und Qatar Airways mit Zwischenstopp in elf, zwölf Stunden dorthin – also relativ schnell.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Tickets für alle Transfers innerhalb von Indien und anderen asiatischen Ländern lassen sich unter anderem bei 12Go Asia* buchen.

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Unterkünfte an Keralas Stränden

An fast allen erwähnten Stränden gibt es Unterkünfte in allen Preisklassen: vom einfachen Homestay oder Guesthouse über das Mittelklassehotel bis hin zum hochpreisigen Resort. Eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten gibt es unter anderem bei booking.com*.

Beste Reisezeit für die Strände von Kerala

Die trockenen Monate Oktober bis April gelten als beste Reisezeit. Klimatisch am angenehmsten dürfte es zwischen Dezember und Februar sein. Bei unserem Aufenthalt Mitte/Ende März ist es sehr schwül und heiß – tagsüber 35 Grad Celsius.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer

Die Auswahl an deutschsprachigen Reiseführern über Indien ist groß. Umfangreiche Kapitel zu Kerala bieten unter anderem der „Lonely Planet Reiseführer Südindien und Kerala“* sowie der „Stefan Loose Reiseführer Indien, Der Süden“*.

Sonnenuntergang am Cherai Beach

Welcher von Keralas Stränden gefällt Dir am besten? Oder fehlt noch einer?

Text und Fotos: Heiko Meyer

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5 Gedanken zu „Beach-Hopping in Kerala, Südindien: Die schönsten Strände

  1. Alexandra

    Hallo Heiko, vielen Dank für die schöne Übersicht! Varkala ist definitiv die Nummer-Eins-Anlaufstelle für alle, die Backpackerfeeling mögen. Ich bin eine ganze Woche dort hängen geblieben und hätte locker noch eine weitere Woche dort verbringen können. Absolut zu empfehlen, den Strand unter den Cliffs hinter sich zu lassen und Richtung Norden spazieren zu gehen. Kovalam fand ich einfach nur schrecklich, zu viele Pauschaltouristen. Marari muss ein Traum sein, steht ganz oben auf meiner Liste! Liebe Grüße, Alexandra

    Antworten
    1. Heiko Meyer Artikelautor

      Hallo Alexandra,

      danke für Deinen Kommentar. Bei Varkala stimme ich Dir zu 100 Prozent zu. Wir sind da auch nur schweren Herzens weitergezogen… Jederzeit wieder!

      Liebe Grüße aus München nach München,
      Heiko

      Antworten
  2. Henrike

    In Varkala war ich auch supgernern! Deshalb bin ich sogar ein zweites Mal hingefahren. Besonders ist in Varkala, dass je nach Saison (Regen- oder Trockenzeit) nur einer der Strände begehbar ist (wegen der Gezeiten). Im Februar/März hatte ich den im Artikel erwähnten Strand besucht, im Oktober/November hingegen ist nur der schwarze Strand in der nördlicheren Bucht wirklich zugänglich, das fand ich wahnsinnig spannend!

    Antworten
  3. Julia

    Hallo Henrike,

    das klingt auf alle Fälle spannend. Wir fanden Varkala auch super und können uns gut vorstellen, noch einmal dort hin zu reisen.

    Viele Grüße,
    Julia

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  4. Pingback: Südindien: Kochis Highlights und der Cherai Beach in Bildern - Wo der Pfeffer wächst – Reisen und Speisen

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