Chumphon gehört zu den weniger bekannten Reisezielen Thailands. Zwischen einsamen Stränden, spektakulären Aussichtspunkten, buddhistischen Tempeln und vorgelagerten Inseln wartet hier ein authentisches Thailand-Erlebnis abseits der Touristenmassen.
Chumphon an der südöstlichen Küste des Golfs von Thailand ist für die meisten Reisenden nur Durchgangsstation zu den Inseln Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui. Was viele internationale Touristen jedoch nicht wissen: In der Nähe der Provinzhauptstadt reiht sich ein schöner Strand an den nächsten – und auch im Hinterland gibt es jede Menge zu entdecken. Ein weiteres Highlight sind Bootsausflüge zu den Inseln des Mu Ko Chumphon National Park.
Bisher war ich immer nur kurz auf der Durchreise in Chumphon und habe dort auch schon übernachtet. Vom traumhaften, vergleichsweise gut erschlossenen Thung Wua Laen Beach aus erkunde ich nun endlich eine Woche lang das Umland von Chumphon – und bin begeistert!

Chumphon ist ein echter Geheimtipp für alle, die in Thailand eine authentische und entspannte Region abseits der Touristenströme suchen.
Die schönsten Strände, Sehenswürdigkeiten, Reisetipps und persönliche Eindrücke gibt es in diesem Reisebericht.
Schönster Strand von Chumphon: Thung Wua Laen Beach
Der Thung Wua Laen Beach gilt als Hauptstrand und schönster der Region Chumphon. Er liegt 15 Kilometer vom Zentrum der Provinzhauptstadt entfernt. Der Strand befindet sich in einer fünf Kilometer langen, geschwungenen Bucht mit hellem Sand, schrägen Palmen und häufig kristallklarem, je nach Tageszeit smaragdgrün schimmerndem Wasser – also allem, was man sich in Thailand wünscht.

Obwohl einige Ausländer den Thung Wua Laen Beach besuchen, sind einheimische Gäste deutlich in der Überzahl. Unter der Woche geht es sehr ruhig zu. Übers Wochenende kommen zahlreiche Thais vorbei. Dann herrscht spätnachmittags eine sehr angenehm entspannte Stimmung am sonst einsamen Thung Wua Laen Beach. Die Einheimischen picknicken nah am Wasser, gehen schwimmen, lassen es sich gutgehen.

An der Straße liegen Unterkünfte, Restaurants, Shops und Massagestudios. An der nördlichen Hälfte des Strandes wirken die Einrichtungen moderner. Die Lokale an der südlichen Hälfte sind einfacher und erinnern an das Thailand von früher. Das Essen dort ist überall sehr gut und günstig.
Ganz am südlichen Ende kurz vor dem Chumphon Cabana Resort* steht ein sehenswerter buddhistischer Tempel, der Wat Thung Sai Thong.


Jedes Jahr Ende März findet am Thung Wua Laen Beach ein mehrtägiges Festival statt. Schon Tage zuvor wird der Sand planiert, wird aufgebaut, freuen sich die Einheimischen auf das Spektakel.
Am Thung Wua Laen Beach gibt es gute Unterkünfte. Dazu gehört mittig am Strand das Baantalay Thungwualaen*. Ein paar Meter die Straße weiter liegt das ansprechende Talay Sai Hotel*. Kurz dahinter in der Stichstraße, keine 50 Meter vom Strand entfernt, befindet sich das Life Beach 1*, ein günstiges, einfaches Guesthouse mit Familienanschluss, in dem ich eine Woche wohne. Südlich am Strand macht das Chumphon Cabana Resort* einen guten Eindruck. Gut sehen die Bungalows des Thungwua Laen Resorts* sowie des Tawan Resorts* aus. Das Nana Beach Resort* bietet sogar einen Swimmingpool.
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An der Strandstraße steht häufig ein alter VW-Bully, der originell zur Kaffeebar umgebaut wurde: zum „VolksCoffee“. Dort genieße ich mehrmals hervorragenden Kaffee Americano – mit heißem Wasser verlängerter Espresso.

Gleich am ersten Abend komme ich mit Santhip ins Gespräch. Er betreibt am Thung Wua Laen Beach ein Reisebüro. Der Thai spricht sehr gut Deutsch (und Englisch) und bietet Ausflüge mit dem Fahrrad, Auto oder Boot in die Umgebung von Chumphon sowie in ganz Thailand an.
An der Hauptstraße weiter oben etwa einen Kilometer vom Strand entfernt gibt es mehrere Supermärkte, darunter zwei 7-Eleven und einen Big-C, Friseure, eine Post, etc.
Am Sonntag-Nachmittag und -Abend findet beginnend am Big-One-Supermarkt ein großer Markt statt. Dann ist die Hauptstraße gesperrt. Dutzende Stände bieten vor allem Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch, aber auch Kleidung an.

Sehenswürdigkeiten in der Region Chumphon
Die Umgebung von Chumphon eignet sich gut für ausgedehnte Touren mit dem Motorroller oder Auto. Die Straßen sind gut ausgebaut. Der Verkehr hält sich, bis auf die Nationalstraße 41, in Grenzen. Die Entfernungen der einzelnen Ziele sind aber größer, als es beim ersten Blick auf die Karte den Anschein hat.
An mehreren Nachmittagen fahre ich vom Thung Wua Laen Beach aus zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Chumphon.
Wer etwas von der Gegend sehen möchte, braucht ein Fahrzeug. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es an den Stränden kaum, Taxis sind auf Dauer teuer. Taxi-Apps wie Grab bieten die günstigsten Preise.
Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind nur eine Auswahl aus der Umgebung von Chumphon. Wer etwas weiterfahren möchte, kann noch viel mehr entdecken.
Highlights und Sehenswürdigkeiten nördlich des Thung Wua Laen Beach
Nördlich des Thung Wua Laen Beach in Richtung Chumphon Airport und darüber hinaus gibt es zahlreiche Strände, Aussichtspunkte, Tempel und zum Teil riesige Karstfelsen. Die Straßen sind gut ausgebaut und wenig befahren.
Saphli Beach
Gleich nördlich vom Thung Wua Laen Beach folgt der zwei Kilometer lange Saphli Beach. Dieser beginnt an einem Pier hinter dem Meer zugewandten 7-Eleven. Der Strand mit hellem, feinem Sand und zahlreichen Palmen wirkt grundsätzlich idyllisch. Leider liegt an einigen Abschnitten reichlich Plastikmüll.

Wer den Strand besucht, teilt diesen tagsüber nur mit wenigen anderen Menschen. Es gibt eine Handvoll Strandcafés wie das schön gelegene Phoenix Restaurant & Beach Bar nahe beim 7-Eleven und die Leeladee Bar sowie Unterkünfte, unter anderem das strandmittig gelegene Saphli Villa Beach Resort*. Am späten Nachmittag spielen Kids Fußball und genießen Einheimische die Atmosphäre am Strand.

Wat Thung Laem Yang mit liegendem Buddha
An der Straße in Richtung Flughafen einen Kilometer vorm Khao Dinsor View Point (siehe unten) liegt der Wat Thung Laem Yang. Neben dem Tempelgebäude und einem goldenen Stupa zieht vor allem ein großer, liegender, noch nicht fertiggestellter Buddha die Blicke auf sich. Viele Einheimische legen einen kurzen Stopp zum Gebet ein.
Khao Dinsor View Point
Der Khao Dinsor View Point liegt sieben Kilometer nördlich vom Thung Wua Laen Beach auf einem rund 230 Meter hohen Hügel. Von der Hauptstraße führt eine steile, aber gut befahrbare Asphaltstraße in einigen Hundert Metern zum Parkplatz. Bereits dort eröffnen sich schöne Blicke auf die Landschaft und die Buchten inklusive dem Saphli Beach und dem Thung Wua Laen Beach sowie dem Meer und den vorgelagerten Inseln. Eine Ausstellung informiert über Greifvögel in dieser Region.
Vom Parkplatz führt ein etwa 800 Meter steiler Pfad durch das Unterholz hinauf auf den höchsten Punkt. Unterwegs gibt es mehrere lohnenswerte, allerdings baufällige Aussichtsplattformen. Für den Ausflug besser festes Schuhwerk tragen (und keine Flipflops, so wie ich). Bis ganz nach oben schaffe ich es nicht. Denn irgendwann teilt sich der schweißtreibende Weg, und ich bin mir nicht sicher, welche Strecke die richtige ist, und trete deshalb den Rückzug an.

Motorroller-Tour in den Norden von Chumphon
Am landschaftlich reizvollsten erscheint der mit seinen Karstfelsen an die Region Krabi erinnernde Norden der Provinz Chumphon. Unterwegs locken sehenswerte Tempel, einsame Strände und originelle Beach-Bars. Vom Thung Wua Laen Beach sind es 55 bis 65 Kilometer dorthin. Die Strecke ist wenig befahren, aber zieht sich.
Wat Bo Samrong
Schon kurz vor den eigentlichen Highlights lohnt sich ein kurzer Halt beim Wat Bo Samrong. Von der Straße geht es einige Meter hinauf bis zu einem großen goldenen Buddha und vielen weiteren Statuen. Darüber hinaus bietet sich von der Plattform eine eindrucksvolle Aussicht auf die von Karstfelsen geprägte Landschaft.

Spirituell, spektakulär, bizarr: Wat Kaew Prasert
Den Besuch des Wat Kaew Prasert empfiehlt meine Vermieterin am Thung Wua Laen Beach – ein sehr guter Reisetipp! Die beeindruckende buddhistische Tempelanlage liegt auf einem Hügel oberhalb einer Bucht mit spektakulären Blicken auf die Karstfelsen, die vorgelagerten Inseln und das Meer – vor allem von der Aussichtsplattform unterhalb eines kolossalen, sicherlich mindestens 50 Meter hohen Buddhas.


Rechts daneben wirkt die Kulisse bizarr. In einem Wald befinden sich lebensgroße Figuren, die gefoltert werden. Es wirkt so, als ob es sich um Darstellungen aus der Hölle handelt.

Einige Meter daneben folgt das Gegenteil: betende Figuren, die sich um Buddha versammeln und selig zu sein scheinen – so wünschen sich die Religionsführer das offensichtlich. Hinauf führen Treppen in Regenbogenfarben und von Mönchsstatuen gesäumt.


Auf dem Gelände befinden sich darüber hinaus eine große Guan-Yin-Statue – die Götting der Barmherzigkeit – und viele weitere buddhistische Stätten, aber auch Dinosaurier in Lebensgröße, große Modelle von Krabben und Haien – insgesamt eine sehr skurrile Mischung. Dazu tönen auf dem gesamten Areal religiöse Lieder aus den Lautsprechern. Obwohl die Anlage riesig und offensichtlich von großer Bedeutung ist, bin ich an einem Freitagnachmittag der einzige Besucher weit und breit.
Baan Koh Teab
Baan Koh Teab liegt beeindruckend zwischen Karstfelsen und mit Blicken auf die vorgelagerten Inseln. Bei der Ankunft wirkt das Fischerdorf sehr einfach. Am naturbelassenen Strand liegen diverse Boote im Wasser.

Ein paar Meter südlich am Strand befinden sich zahlreiche Holzpavillons, in denen es sich nahezu ausschließlich Einheimische gemütlich machen oder in denen sie Zelte zum Übernachten aufstellen. Dahinter bieten mehrere originelle Strandbars Getränke und Essen an. Die Strandschaukeln wirken atmosphärisch. Der Strand selbst eignet sich aufgrund vieler Steine und Korallenreste nicht gut zum Baden.
Bei meinem Besuch an einem Freitagnachmittag sind schon viele Einheimische vor Ort und bereiten sich auf das Wochenende vor. Für sie scheint Baan Koh Teab ein Top-Spot zu sein – bei dieser Kulisse kein Wunder.

Thung Mueang Beach
Einige Hundert Meter zurück führen zwei Stichstraßen durch Palmenplantagen zu einem weiteren Strand. Bei der ersten Abzweigung weist ein Schild auf den Arunrak Beach hin, bei der zweiten auf den Good View Beach. Es handelt sich jedoch um zwei weitere Namen für den Thung Mueang Beach.
Dieser liegt eindrucksvoll zwischen zwei hochaufragenden Karstfelsen. Der Strand ist breit, das Wasser seicht. Es gibt nur eine Handvoll Bungalows – und einige grüßende Einheimische.

Highlight: Thung Yang Beach mit Happy Bar
Ein paar Hundert Meter nördlich verweist ein Schild auf die Happy Bar. Die originelle, bei Einheimischen sehr beliebte Location liegt am etwa 300 Meter langen, breiten, von zwei steilen Felswänden begrenzten Thung Yang Beach. Der Sand ist hell, ins Wasser geht es seicht, sodass auch Kleinkinder ihren Spaß haben.
Die Happy Bar bietet diverse Holzpavillons und Sitzgelegenheiten an. Die Auswahl an Speisen und Getränken ist groß, und die Preise sind angesichts dieser malerischen Kulisse sehr fair. Beispiele: Große, gute Fruchtshakes kosten 65, ein großes Bier 80 Baht.


Die Happy Bar ist ein Ort, an dem man problemlos viele Stunden verbringen und den Abend ausklingen lassen kann. Leider bin ich nur auf der Durchreise und kann nur ein paar Getränke lang bleiben.

Der Felsen rechts von der Happy Bar nennt sich Khao Thung Yang. Hinauf führt (nur bis 16 Uhr erlaubt) ein anspruchsvoller, von Seilen unterstützter Pfad. Schon von der ersten Anhebung bieten sich phänomenale Blicke auf die Küste (siehe Beitragsbild ganz oben). Ein paar anstrengende Klettermeter höher wird es noch besser. Den steilen Weg über Felsen ganz nach oben traue ich mir mit Flipflops nicht zu. Man muss seine Grenzen kennen, auch wenn die Aussicht oben sicherlich noch spektakulärer sein dürfte.

Schweren Herzens fahre ich von der Happy Bar weiter zu den nächsten Spots.
Thun Thong Pier
Angesichts der knappen Zeit statte ich dem nahen Thung Sai Beach keinen Besuch ab und fahre weiter zum nördlich gelegenen Thun Thong Pier. Dieses stellt das südliche Ende einer viele Kilometer langen, geschwungenen Bucht dar. Am Pier angeln Einheimische, Kids springen ins Wasser, Hunde drehen ihre Runden. Der Strand nahe beim Pier wirkt mit weißem, feinem Sand und sich mit dem Wasser bewegenden Fischerbooten sehr atmosphärisch – wenn da nicht der Plastikmüll wäre.

An der Straße werben mehrere Schilder für die „Große Sanddüne“. Als es soweit ist, stelle ich den Motorroller ab und spaziere die Treppen dorthin. Ja, es liegt etwas Sand in den Dünen. Aber der Besuch lohnt sich nicht. Die Sanddünen in Warnemünde an der Ostsee beeindrucken deutlich mehr.
Bang Boet Beach
Letztes Ziel dieser Motorroller-Tour ist der Bang Boet Beach, das nördliche Ende dieser großen Bucht. Dieser markiert die Grenze zwischen den Provinzen Chumphon und Prachuap Khiri Khan.
Der Strand liegt an einem Fischerdorf vor der stimmungsvollen Kulisse eines dicht bewaldeten Felsens. Davor liegen bunte Fischerboote im Wasser – und am Strand leider reichlich Müll. Etwas entschädigt das schöne Panorama der Karstfelsen im Hintergrund.
Am Bang Boet Beach gibt es einfache Unterkünfte und Restaurants.


Sehenswürdigkeiten südlich des Thung Wua Laen Beach
Südlich des Thung Wua Laen Beach mangelt es nicht an Sehenswürdigkeiten. Es gibt Strände, Fischerorte, Aussichtspunkte, Tempel, einen Nationalpark und noch vieles andere mehr.
Suspension Bridge mit Hirschen und Holzbrücke
Rund zehn Kilometer westlich vom Thung Wua Laen Beach bietet sich am Spätnachmittag ein Besuch der Suspension Bridge an. Die Hängebrücke aus Holz ist sehr beliebt bei Einheimischen. Sie befindet sich in einem weitläufigen Park rund um einen künstlich angelegten See, dem Nong-Yai-Development-Projekt.
Die Holzbrücke ist mit Unterbrechungen mehr als einen Kilometer lang. Die meisten Besucher kommen jedoch nicht weit und bleiben zu Beginn bei der Hirschherde. Die Tiere kommen der Brücke ganz nahe und freuen sich über Obst, das vor Ort gekauft werden kann.
Eintritt: frei.

Provinzhauptstadt Chumphon mit Chumphon Night Market
In der Provinzhauptstadt Chumphon leben etwa 33.000 Menschen. Es gibt diverse Supermärkte, eine Immigration, Unterkünfte und Restaurants, aber keine echten Sehenswürdigkeiten.
Wer in der Stadt Chumphon übernachtet, sollte sich den Chumphon Night Market nicht entgehen lassen. Beiderseits einer Hauptstraße im Stadtzentrum werden ab etwa 17 Uhr mal mehr, mal weniger Essensstände aufgebaut.

In den Garküchen lässt es sich wunderbar schlemmen. Auf dem Heimweg zum Thung Wua Laen Beach halte ich am Chumphon Night Market. Für je 50 Baht gibt es vegetarisches Pad Thai sowie den Papaya-Salat Som Tam. Beides sehr lecker und nette Gespräche mit den Köchinnen inklusive.


Auf der Durchreise zwischen den Inseln haben ich schon mehrfach einige Stunden in Chumphon verbracht. Nach einer unangenehmen Katamaran-Fahrt von Koh Tao ans Festland während unserer Elternzeit in Thailand übernachten Julia und ich einmal in Chumphon und fahren tags drauf weiter nach Ban Krut.
Fischerdorf Pak Nam
In Pak Nam knapp 20 Kilometer südlich von Chumphon-Stadt dreht sich alles um Seafood. In dem Fischerdorf, das beiderseits eines Flusses liegt, gibt es diverse Fischerboote und Markthallen. Für zehn Baht kann man mit der Flussfähre übersetzen.
Wer an den Piers fragt, kann eine Tour auf dem Fluss vorbei an den Fischerbooten unternehmen.


Highlight in Chumphon: Khao Matree View Point
Der Khao Matree View Point – auch Khao Masree View Point – ist einer der schönsten Aussichtspunkte der Region Chumphon.
Die Asphaltstraße hinauf ist steil und kurvenreich. Beim ersten Anlauf traue ich mir die letzte Passage nicht zu, stelle den Motorroller ab und möchte die Treppen hinaufgehen. Als einziger Passant weit und breit genieße ich die volle Aufmerksamkeit einer Horde Hunde und mache mich schnell wieder aus dem Staub. Der zweite Versuch einen Tag später klappt. Keine Hunde, und im Nachhinein erscheint die Straße nicht mehr so anspruchsvoll.
Oben angekommen, eröffnen sich von verschiedenen Plattformen fantastische Blicke auf den unterhalb liegenden Pharadonphap Beach, das Meer und das Fischerdorf Pak Nam. Zwei Cafés bieten Snacks und Getränke bei wunderbarer Aussicht an. Vor allem einheimische Touristen kommen gern zum Khao Matree View Point und genießen die Kulisse.
Am höchsten Punkt befindet sich ein Schrein mit einer goldenen Statue der Guan Yin, der Göttin der Barmherzigkeit. Von dort bietet sich die beste Aussicht.

Pharadonphap Beach
Unterhalb des Khao Matree View Points liegt der Pharadonphap Beach. An ihm vorbei führt eine schöne Straße in Richtung Sai Ree Beach.
Der Pharadonphap Beach ist eher kein Strand zum Baden, sondern zum Schauen. Der Strand ist naturbelassen. Es gibt mehrere Restaurants mit Aussicht auf die Fischerboote und die vorgelagerten Inseln sowie einige Unterkünfte.

Sairee Beach bei Chumphon
Der Sairee Beach bei Chumphon (auch Sai Ri Beach oder Hat Sai Ri) – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Strand auf Koh Tao – zählt neben dem Thung Wua Laen zu den bekanntesten Stränden der Region. Internationale Gäste sind an diesem ruhigen, bei Einheimischen beliebten Ort die Ausnahme.
Der mehrere Hundert Meter lange, seichte Strand ist bei Flut schmal, bei Ebbe weitläufig. Direkt hinterm braunen Sand führen Betontreppen zu einer breiten Promenade mit Garküchen und Sitzpavillons. An der Straße haben sich auf Seafood spezialisierte Restaurants und Unterkünfte, darunter das The Nest Private Beach Resort*, De Sea Almond* sowie The Nouveau Chumphon Beach Resort & Golf*, angesiedelt.
Vom Sai Ree Beach bieten sich malerische Blicke auf die vorgelagerten Inseln, darunter die nahe Koh Maphrao mit einer hellen Sandzunge.
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Prince-of-Chumphon-Schrein
Am nördlichen Ende des Sairee Beach thont unübersehbar der Prince-of-Chumphon-Schrein (auch Phra-Tamnak-Krom-Luang-Chumphon-Khet-Udomsak-Schrein). Der moderne, einem Kriegsschiff nachempfundene Bau erinnert an den gleichnamigen, in Thailand sehr verehrten Admiral, der genau an diesem Ort im Jahr 1923 starb. Von dort eröffnen sich Panoramablicke auf den Sairee Beach.

In dem tempelähnlichen Bau befindet sich eine mit Blattgold überzogene Statue des Prinzen von Chumphon. Davor beten Einheimische.
Unterhalb des Schreins steht ein 68 Meter langes, 1975 ausgemustertes Torpedoboot: die HTMS „Chumphon“.
Khao Chao Mueang View Point
Am südlichen Ende des Sairee Beach führt eine gute Asphaltstraße hinauf zum Khao Chao Mueang View Point. Die Blicke von dort auf das Meer und die vorgelagerten Inseln, besonders Koh Maphrao mit einer hellen Sandzunge, sind traumhaft.

Thung Makham Beach
Zwei Kilometer südlich vom Sairee Beach liegt in einer geschwungenen Bucht der naturbelassene Thung Makham Beach. Bei meinem Besuch sehe ich reichlich angeschwemmten Müll. Es geht seicht ins Wasser. Das Panorama mit den vorgelagerten Inseln und einer bewaldeten Halbinsel im Osten ist schön anzuschauen. Es gibt einige Unterkünfte. Wer sich für diesen Strand als Basis entscheidet, mag es gern einsam.

Wat Tham Pong Pang
Am südlichen Ende des Thung Makham Beach lohnt der bei Einheimischen beliebte Wat Tham Pong Pang einen kurzen Besuch. Der kunstvolle, von einer Naga-Schlange umgebene Tempel liegt direkt am Meer. Im Inneren steht ein großer, weißer Buddha.
In der nahen Höhle befinden sich ein großer, goldener Buddha und weitere Statuen.


Khao Phang Pang View Point
Auf dem Hügel oberhalb liegt der Khao Phang Pang View Point. Dorthin führt eine drei Kilometer lange, kurvenreiche Asphaltstraße. Von dort eröffnet sich eine schöne Aussicht auf den Thung Markham Beach und die vorgelagerten Inseln. Bei meinem Besuch bin ich allein vor Ort.
Mangroven-Walk im Mu Ko Chumphon National Park
Einige Hundert Meter unterhalb des Aussichtspunkts befindet sich der Eingang zum Mu Ko Chumphon National Park. Für Besucher interessant ist vor allem der etwa einen Kilometer lange Nature Trail. Dieser führt über einen Holzsteg durch einen Mangrovenwald.
Geöffnet von 8 bis 16:30 Uhr. Eintritt: 200 Baht für erwachsene Ausländer, Kinder 100 Baht.

„Big Buddha of Chumphon“: Wat Khao Chedi Wisai Tri Rattanaram
Nahe der viel befahrenen Nationalstraße 41 – knapp 40 Kilometer südlich des Thung Wua Laen Beach beziehungsweise 20 von Chumphon – thront auf einem Hügel ein gigantischer, sitzender, goldener Buddha. Dieser ist 45 Meter hoch und gehört zum Wat Khao Chedi Wisai Tri Rattanaram. Hinauf geht es entweder über eine Betontreppe oder eine steile Straße. Oben beeindruckt nicht nur der „Big Buddha of Chumphon“, wie die Einheimischen ihn nennen, sondern auch die wunderbare Aussicht.

Schnorchel- und Tauchausflüge sowie Bootstouren ab Chumphon
Vor Chumphon liegen überraschend viele Inseln. Einige davon lassen sich im Rahmen von Schnorchel-, Tauch- beziehungsweise Bootsausflügen besuchen. Vor Ort kosten die Schnorchel-Touren derzeit ab 1390 Baht, je nach Programm und Service. Tauchgänge sind teurer. Inklusive sind meist Transfers, (auch vegetarisches) Essen und Getränke sowie Schnorchel-Ausrüstung. Hinzu kommen 200 Baht Eintrittsgebühr für den Mu Ko Chumphon National Park, die von den Rangern kassiert werden. Die Touren können direkt im New Chumphon Diving Center nahes des Chumphon Cabana Resort* sowie in Unterkünften und Reisebüros vor Ort gebucht werden.
Am häufigsten werden die für ihre intakten Korallenriffe und ein Schiffswrack bekannten Inseln Koh Ngam Yai und Koh Ngam Noi angefahren. Manche Anbieter wechseln das Programm an geraden und ungeraden Tagen. Immer wieder ist von Walhai-Sichtungen in diesen Gewässern zu lesen. Das halte ich anfangs für eine Marketingstory – und werde während der Tour vom Gegenteil überzeugt.
Reisebericht Schnorchel-Tour Chumphon
Nahezu alle Unterkünfte bieten Schnorchel-Touren zu ähnlichen Preisen an, und wahrscheinlich landen alle am Ende auf demselben Boot. Ich buche schließlich direkt im New Chumphon Diving Center nahe des Chumphon Cabana Resort* für 1390 Baht. Die zusätzliche Nationalparkgebühr von 200 Baht verlangt im Laufe des Tages erstaunlicherweise niemand von mir, obwohl die Ranger mit dem Boot anlegen.
Um 8 Uhr ist Treffpunkt, etwa 15 Minuten später geht es los zu einem Pier nahe des Fischerdorfes Pak Nam. Wir – bis auf eine Belgierin und mich nur Thais – steigen um auf ein gut ausgestattetes Tauchboot und fahren erst den Fluss hinauf vorbei an diversen Fischerbooten und dann aufs Meer.

Ziel sind die beiden unbewohnten Felsinseln Koh Ngam Yai und Koh Ngam Noi. Die meisten Teilnehmer unserer Tour sind Taucher, inklusive mir sind es wenige Schnorchler. Wir halten am ersten, Hin Pae genannten Spot. Nach den Tauchern hüpfen wir hinein. Das Wasser ist erstaunlich klar. Wir sehen viele bunte Fische und Korallen, auch wenn einige abgestorben sind. Ein Guide kommt mit ins Wasser rund zieht an einem Rettungsring eine Gruppe Thais durchs Meer.

Das in meinem Fall vegetarische Mittagessen wird an Bord serviert. Dabei blicken wir auf das Panorama der Felsinsel. Das Tauchboot ist sehr gut ausgestattet. Es gibt eine Toilette, zwei Süßwasserduschen, viele Getränke und Snacks und sogar Handtücher, was ich bislang bei keiner Schnorchel-Tour in Thailand gesehen habe. Außerdem wirkt der Ausflug sehr angenehm. Die Crew ist entspannt und hilfreich. Wir sind das einzige Boot an den Inseln – das kenne ich von bekannten Spots in Thailand ganz anders.
Spot Nummer zwei ist die nahe Felsinsel Koh Ngam Noi. In 20 Metern Tiefe liegt ein Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg. Wir Schnorchler bekommen es nicht zu sehen, sondern „nur“ viele bunte Fische und Korallen.
Nach uns kommen die Taucher zurück an Bord – und sind begeistert. Denn sie sehen einen etwa fünf Meter langen Walhai und schwimmen die ganze Zeit neben ihm. Dabei entstehen tolle Fotos. Der Guide fragt mich, ob ich den Walhai auch sehen möchte. „Natürlich!“ Wir springen ins Meer, strampeln mit den Flossen. Von Bord wird uns die Richtung gezeigt, doch am Ende sehe ich den Walhai doch nicht. Trotzdem bleibt mir diese Schnorchel-Tour in sehr guter Erinnerung, zumal ich bereits 2011 auf den Philippinen das Vergnügen hatte, mit Walhaien zu schwimmen. Eine thailändische Teenagerin empfiehlt mir, dass ich Tauchen lernen sollte. Dann könnte ich ebenfalls Walhaie sehen. Recht hat sie! Schließlich treten wir Schnorchler zufrieden – und die Taucher glücklich – die Heimreise an.


Unterwegs in Chumpon
Um die Region Chumphon zu erkunden, braucht man möglichst ein eigenes Fahrzeug. Mit einem gemieteten Motorroller oder Auto ist man natürlich am flexibelsten, zumal die Entfernungen zu den Top-Spots größer und Supermärkte wie 7-Eleven anderthalb Kilometer vom Thung Wua Laen Beach entfernt sind. Motorroller kosten pro Tag ab 200 Baht.
Etwa alle zwei Stunden fährt ein gelbes Sammeltaxi für 40 Baht vom Thung Wua Laen Beach ins Zentrum von Chumphon-Stadt.
Die günstigsten Taxipreise gibt es mit der App Grab. Beispiel: Vom Chumphon Night Market zu meiner Unterkunft am Strand: 140 Baht (3,75 Euro) für 13 Kilometer.
Wer von einem der Strände pünktlich irgendwo hin muss, sollte vorab ein Taxi organisieren. Denn nicht immer sind am gewünschten Ort sofort Fahrer verfügbar.

Anreise nach Chumphon und Weiterreise
Die Anreise nach Chumphon ist mit dem Flugzeug, dem Bus, der Bahn und mit dem eigenen Auto möglich.
Der kleine Flughafen von Chumphon (IATA-Code: CJM) – mit einem Gepäckband – liegt 35 Kilometer nördlich von der Innenstadt sowie 25 Kilometer vom Thung Wua Laen Beach entfernt. Air Asia und Nok Air fliegen je einmal täglich von Bangkok Don Mueang (DMK) dorthin und wieder zurück.
Ich recherchiere Flüge am liebsten bei Skyscanner* und booking.com*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen finden, sondern auch gute Angebote regionaler Fluggesellschaften.
Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Alle Züge von Bangkok in Richtung Süden halten in Chumphon, sodass die Anreise mit der Bahn grundsätzlich eine gute – und die günstigste – Option ist. Leider kommen die meisten Züge erst spät abends oder mitten in der Nacht in Chumphon an.

Die Anreise mit dem Bus ist eine weitere beliebte und günstige Möglichkeit. Von Bangkok dauert es je nach Station etwa sechseinhalb bis acht Stunden. Die Busstation von Chumphon liegt einige Kilometer außerhalb.
Darüber hinaus bietet es sich an, Chumphon vor oder nach einer Reise zu den Golf-Inseln Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui einzubauen. Nach Koh Tao fahren unter anderem die Katamare von Boonsiri, zu allen drei Inseln der Fähranbieter Lompraya.
Tickets und Fahrpläne lassen sich online unter anderem auf 12Go Asia* vergleichen und buchen.
Mit welchen Reisezielen lässt sich Chumphon kombinieren?
Chumphon lässt sich gut in eine Thailand-Rundreise einbauen. Sinnvolle Anschlussreiseziele sind unter anderem nördlich am Golf von Thailand Ban Krut, Prachuap Khiri Khan, Hua Hin und Bangkok, südlich Koh Phayam, der Khao-Sok-Nationalpark, Khao Lak, Phuket und Khanom sowie die Golf-Inseln Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui.
Für mich geht es von Chumphon diesmal über Surat Thani nach Khanom.
Unterkünfte in Chumphon und am Thung Wua Lean Beach
Vom kommunikativen Hostel über das einfache Guesthouse bis zum schicken Resort gibt es in Chumphon-Stadt, am Thung Wua Laen Beach sowie an vielen anderen Stränden diverse Unterkünfte für unterschiedlichste Ansprüche. Diese lassen sich unter anderem bei Booking.com* vergleichen und buchen.
Konkrete Empfehlungen gibt es oben bei den jeweiligen Stränden.
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Sieben Nächte im Life Beach 1 Guest House
Strandnah, gut ausgestattet und preiswert: Das sind meine Wünsche für eine Unterkunft am Thung Wua Laen Beach nahe Chumphon. Und diese werden im Life Beach 1 Guest House* gut erfüllt. Die familiengeführte Unterkunft liegt in der Mitte des Thung Wua Laen Beach nur 50 Meter vom Strand entfernt in einer Seitenstraße, mit Restaurants und Shops in der Nähe.
Mein Zimmer ist groß, sehr sauber, hat einen Kühlschrank, eine Klimaanlage (die braucht man auch), einen Wasserkocher und einiges mehr. Bis zum privaten Bad sind es anderthalb Meter über den Flur. Familienanschluss ist inklusive, denn beim Betreten des Guesthouses gehen die Gäste durch das Wohnzimmer der Familie mit einer reizenden, freundlichen, kleinen Tochter.

Nisi und ihr italienischer Mann Vincent sind zuvorkommend und hilfreich. Auf Wunsch servieren sie Frühstück, verleihen Motorroller, waschen Wäsche und fahren Taxi zu ortsüblichen Preisen.
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Beste Reisezeit für die Region Chumphon
Als beste Reisezeit für die Region Chumphon gilt der Höhepunkt der Trockenzeit von Februar bis April mit viel Sonne und wenig Regen. Auch die eher trockenen, aber wechselhafteren Monate November bis Januar eignen sich gut für Reisen. In der Regenzeit von Mai bis Oktober gibt es oft starke Schauer, dafür die günstigsten Preise und wenigsten Besucher. Außerdem erstrahlt die Natur üppig grün. Im September und Oktober regnet es statistisch am meisten.
Auslandsreisekrankenversicherung
Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei Stiftung Warentest. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.
Reiseführer für Thailand
Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele Südostasiens. Entsprechend groß ist das Angebot an Reisebüchern. Ich bin am liebsten mit dem „Stefan Loose Reiseführer Thailand“* unterwegs. Doch auch der „Lonely Planet“* sowie der „Reise Know-How“* machen einen guten Eindruck und erfüllen sicher ihren Zweck. Alle Bücher enthalten Kapitel zur Region Chumphon.

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Text und Fotos: Heiko Meyer (außer anders angegeben)
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