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Reisebericht Vulkaninsel Nisyros, Griechenland: Spektakulärer Krater, atmosphärischer Hafenort

Die griechische Vulkaninsel Nisyros ist berühmt für ihren riesigen Krater und beliebtes Ziel eines Bootsausflugs ab Kos. Doch sie hat noch mehr zu bieten.

Nisyros gehört zur griechisches Dodekanes-Inselgruppe und liegt in der südlichen Ägäis zwischen Kos, Tilos und der türkischen Datça-Halbinsel. Auf dem kreisrunden Eiland mit einem Durchmesser von acht Kilometern leben etwa 1000 Menschen. Im Sommer kommen zahlreiche Tagestouristen mit dem Boot von Kos, um den riesigen Krater zu bestaunen. Denn Nisyros zählt neben Santorini und Milos zu den als aktiv geltenden Vulkaninseln des Kykladen-Bogens in Griechenland. Im Prinzip ist die bis zu 700 Meter hohe Insel ein einziger Vulkan. Dieser brach zuletzt 1887 aus.

Bootstour nach Nisyros ab Kos

Auch wir unternehmen eine Tagestour von Kos nach Nisyros. Unterwegs sind wir mit dem Piratenboot „Pirates of the Aegean“, das speziell Kinder in helle Begeisterung versetzt. Sowohl außen als auch innen erinnert jede Menge an Captain Jack Sparrow und die Spielfilmreihe „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik“. Die Überfahrt von Kardamena auf Kos nach Mandraki auf Nisyros dauert etwa eine Stunde.

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Die „Pirates of the Aegean“ im Hafen von Mandraki auf Nisyros

Während die meisten Bootstouren nach Nisyros morgens beginnen und nachmittags enden, starten wir erst mittags und kehren abends zurück. Deshalb sind viele Tagestouristen bereits wieder weg, sodass Ruhe in den hübschen Hafenort Mandraki einkehrt und dieser mit wunderbarer Lichtstimmung spätnachmittags besonders zur Geltung kommt.

Wer im Rahmen einer Bootstour in Mandraki eintrifft, wird direkt zu einem Bus geleitet, der rund 25 Minuten über eine serpentinenreiche Strecke zur 3,8 Kilometer breiten Caldera im Inselzentrum fährt. Unterwegs bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die beeindruckende Landschaft innerhalb und außerhalb des Kraters.

In der Caldera angekommen, heißt es aussteigen. Dann eröffnen sich Blicke auf den Stefanos-Krater mit 300 Metern Durchmesser. Angesichts des Schwefels riecht es nach faulen Eiern. Hinunter in die Caldera führt ein staubiger Weg. Gut, dass ich eine Sonnenbrille dabeihabe. Unten erinnert die Kulisse an eine Mondlandschaft. Aus der Erde dampfen Fumarolen mit Schwefelablagerungen. Manche Gebiete sind abgesperrt.

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Die Kulisse im Stefanos-Krater erinnert an eine Mondlandschaft
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Aus der Erde dampfen Fumarolen mit Schwefelablagerungen

Einige Touristen haben Dronen dabei, die über dem Krater summen und sicherlich für tolle Fotos sorgen. Wieder oben angekommen, zeigt sich gegenüber der Alexandros-Krater – ganz große Natur!

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Ganz große Natur im Krater des Vulkans auf Nisyros

Viel Zeit zum Genießen bleibt allerdings nicht, denn nach schon 45 Minuten fährt der Bus wieder zurück nach Mandraki.

Unsere Tochter Emma hat eine große Abneigung gegen Serpentinen. Deshalb verbringen Julia und sie gemeinsam Quality time in Mandraki, während ich die Busfahrt zum Vulkankrater unternehme. Wieder zurück von der Caldera schlendern wir ausgiebig durch den atmosphärischen Hafenort und freuen uns über die entspannte Stimmung, viel Sonne und das Meer.

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Emma (l.) und Julia verbringen Quality time in Mandraki, während ich den Ausflug zum Vulkan unternehme

Nisyros‘ hübscher Hafenort Mandraki

Mandraki ist mit 700 von insgesamt 1000 Menschen der größte Ort auf Nisyros. Es gibt viele zweifarbige, vor allem blau-weiße Häuser. Am späten Nachmittag geht es sehr lässig zu. Direkt am Wasser laden urige Restaurants zum Verweilen ein. Das Meer klatscht an die Felsen. Irgendwie erinnert uns Mandraki mit seinem rauen Charme an Essaouira in Marokko, wo uns die Stimmung ähnlich angenehm erscheint. Selbst viele Katzen gibt es in Mandraki – so wie in Essaouira. Durch die schmalen Gassen rattern immer wieder Motorräder oder kleine Fahrzeuge. Es herrscht kein Mangel an Souvenirshops. Trotzdem ist Mandraki ein unstressiger, typisch griechischer Ort.

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Direkt am Wasser gibt es zahlreiche Restaurants
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Das Meer klatscht an die Felsen – rauer Charme in Mandraki
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Mandraki ist ein unstressiger, typisch griechischer Ort

Auf einem Felsen oberhalb von Mandraki thront das weiße Kloster Panagia Spiliani, das zum großen Teil in einer Höhle gebaut wurde. Schon der Weg dorthin durch die engen Gassen Mandrakis lohnt sich. Von oben eröffnet sich eine wunderschöne Sicht auf das weiße Häusermeer, die blaue Ägäis und die umliegenden, unbewohnten Inseln. Im Kloster befindet sich ein Museum mit Exponaten aus den vergangenen Jahrhunderten.

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Auf einem Felsen oberhalb von Mandraki thront das weiße Kloster Panagia Spiliani
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Von oben eröffnet sich eine wunderschöne Sicht auf das weiße Häusermeer, die blaue Ägäis und die umliegenden, unbewohnten Inseln

Unterhalb des Klosters bietet sich ein Besuch des Restaurants Oxos an. Bei unserer Stippvisite ist es den ganzen Nachmittag komplett besetzt mit überwiegend jungen Griechinnen und Griechen. Die Gerichte sehen superlecker aus, und die Atmosphäre ist sehr angenehm.

Wer von dort um den Felsen spaziert, landet wenig später am Hohlakia Beach. Sand gibt es dort keinen Sand, dafür schwarze, runde Kieselsteine, die dem Strand gemeinsam mit der Felswand eine einzigartige Note verleihen. Schatten spenden nur eine Handvoll Sonnenschirme. Aber das Wasser ist glasklar, und die Brandung angesichts der geschützten Lage vergleichsweise gering.

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Der Hohlakia Beach auf Nisyros mit schwarzen Kieselsteinen

Unweit vom Hafen von Mandraki gibt es einen kleinen, sandigen Strand. Dieser wirkt auf den ersten Blick wenig attraktiv. Doch im Wasser schwimmend oder im Schatten des nahen Restaurants aufs Meer schauend, ändert sich schnell die Wahrnehmung.

Nisyros ist berühmt für seine Bodenmosaike aus Kieselsteinen, die wir unzählige Male in Mandraki sehen.

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Nisyros ist berühmt für seine Bodenmosaike aus Kieselsteinen

Fazit Nisyros

Leider kommen wir nur für einen Tagesausflug nach Nisyros. Mindestens eine Übernachtung wäre gut gewesen, um neben Mandraki in Ruhe das Fischerdorf Pali sowie die Bergdörfer Nikia und Emporios zu besichtigen und die Atmosphäre von Nisyros aufzusaugen. Wer nicht in Eile ist, kann auf Nisyros sicherlich ein paar sehr entspannte, schöne Tage verbringen. Uns jedenfalls gefällt Nisyros sehr gut – und mit der Caldera gibt eine wirklich spektakuläre, natürliche Sehenswürdigkeit.

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Uns gefällt Nisyros sehr gut

Mehr Eindrücke von Nisyros gibt es in diesem Reisebericht von „Greece Moments“.

Organisatorisches zur Bootstour von Kos nach Nisyros

Die meisten Bootstouren nach Nisyros beginnen ab Kardamena auf der Insel Kos um 9:30 Uhr mit Rückkehr um 16:30 Uhr (Abfahrt Nisyros um 15:30 Uhr). Mehrmals wöchentlich gibt es Ausflüge mit Beginn um 12 Uhr und Rückkehr um 19:30 Uhr (Abfahrt Nisyros: 18:30 Uhr).

Neben dem Preis der Bootstour kostet die 25-minütige Busfahrt zum Krater sechs Euro für Erwachsene beziehungsweise vier für Kinder. Am Stefanos-Krater werden weitere drei Euro Eintritt fällig.

Einmal die Woche gibt es eine Tagestour nach Nisyros in Verbindung mit zwei anderen Inseln.

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Anreise Nisyros

Die meisten Touristen kommen per Bootstour von Kos. Einen Flughafen gibt es auf Nisyros nicht. Aus Deutschland und Mitteleuropa ist der schnellste Weg nach Nisyros ein Direktflug nach Kos mit anschließender Fährüberfahrt. Je nach Flugzeit ist eventuell eine Übernachtung auf Kos nötig.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Von Kos aus gibt es neben den Bootstouren ab Kardamena mehrmals wöchentlich Fähren von Kos-Stadt sowie in der Hauptsaison täglich von Kefalos nach Mandraki auf Nisyros.

Tickets lassen sich direkt am jeweiligen Hafen sowie online unter anderem bei www.directferries.de* buchen

Mietwagen auf Nisyros

Wer von Nisyros nicht nur Mandraki und den Vulkankrater sehen möchte, erkundet die Insel am besten mit einem Mietwagen. Vor Ort gibt es mehrere Verleiher, unter anderem direkt am Hafen von Mandraki.

Hotels und Apartments auf Nisyros

Im Vergleich zu anderen griechischen Inseln ist die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten auf Nisyros überschaubar, aber ausreichend. Bei booking.com* lassen sich Hotels, Apartments und andere Unterkünfte vergleichen und buchen.

Von außen einen guten Eindruck machen das Romantzo* sowie das Three Brothers*, die trotz der Nähe zum Hafen von Mandraki sehr ruhig liegen. Weitere ansprechend erscheinende Unterkünfte in Mandraki sind das Traditional House by the Sea*, das Porfyris Hotel* mit Swimmingpool sowie das Nisyros Views*.

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Beste Reisezeit für Nisyros

In Nisyros dauert die Touristensaison von Ende April bis Ende Oktober.

Grundsätzlich ist es auf Nisyros im Sommer heiß und trocken. Bei unserer Reise im August zeigt das Thermometer tagsüber mehr als 30 Grad Celsius. Aufgrund des Windes und des nahen Meeres empfinden wir es nicht so heiß.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei „Stiftung Warentest“. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer Nisyros

Nahezu alle Griechenland-Reiseführer, darunter der mehr als 880 Seiten umfassende „Lonely Planet“*, enthalten Kapitel zu Nisyros. Ein separater Reiseführer nur zu Nisyros ist uns nicht bekannt.

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Abschied von Nisyros. Diese typisch griechische Kirche befindet sich am Hafen von Mandraki

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Text und Fotos: Heiko Meyer

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