Reisebericht Skopelos, Griechenland: Familienurlaub auf der „Mamma Mia!“-Insel

Skopelos, die zweitgrößte Insel der Nördlichen Sporaden, begeistert uns mit malerischen Stränden, viel Grün, einer hübschen Altstadt und den „Mamma Mia!“-Drehorten. Unser Reisebericht aus Griechenland.

Skopelos ist unsere zweite Station beim Inselhüpfen durch die Nördlichen Sporaden. Bis vor wenigen Jahren galt die Ägäis-Insel eher als Geheimtipp und war fast nur Griechenland-Kennern bekannt. Dann lenkte der Musical-Spielfilm „Mamma Mia!“* mit Meryl Streep, Pierce Brosnan & Co., der im Jahr 2007 zu großen Teilen hier gedreht wurde, die Aufmerksamkeit auf Skopelos.

Die knapp 100 Quadratkilometer große, sehr grüne Insel ist landschaftlich außerordentlich reizvoll. Reisende dürfen sich auf tolle Badebuchten, die hübscheste Altstadt der Nördlichen Sporaden, üppig bewachsene Berghänge sowie viele Kirchen und Klöster freuen.

Skopelos-Stadt (Chora)

Wir erreichen Skopelos-Stadt, auch Chora genannt, mit der Fähre von Skiathos. Zwei Drittel der 6000 Inselbewohner leben in diesem schönen, entspannten Ort, der an einer Hafenbucht liegt. Bei unserer Ankunft gegen Mittag erschlagen uns die Hitze und das grelle Licht. Beim ersten Spaziergang spätnachmittags wirkt die Inselhauptstadt dagegen malerisch. Wir schlendern am Hafen entlang: rechts das Wasser und zahlreiche Boote, links Restaurants mit tollen Blicken auf die maritime Kulisse.

Skopelos-Stadt, auch Chora genannt, liegt an einer Hafenbucht

Erster Spaziergang in Skopelos-Stadt

Von der Bucht ziehen sich meist weiße Häuser mit roten Dächern den Hügel hinauf. Nach der ersten Reihe beginnt ein Labyrinth aus schmalen Gassen. Mal geht es ein paar Treppen hinauf, mal hinab. Skopelos-Stadt wirkt herausgeputzt. Es gibt pittoreske Kirchen, nette Cafés und ansprechende Lädchen. In einem investiert unsere achtjährige Tochter Emma ihr Taschengeld in eine hübsche Geldbörse in Katzenform. In einer Bäckerei stärken wir uns mit Olivenbrot. Süßes Baklava motiviert Emma zum weitergehen.

Blickfang am Hafen von Skopelos-Stadt: die Kirche Panagia tou Pyrgou

Foto-Tipp: Morgens sind die weiß getünchten Häuser von Skopelos-Stadt, die sich den Hügel hinauf ziehen, komplett angeschienen und kommen auf Bildern am besten zur Geltung.

Am Hafen werden für 25 bis 30 Euro pro Person Bootstouren nach Alonnisos und in den dortigen Meeresnationalpark angeboten. Da wir die Nachbarinsel ohnehin als nächste Station beim Inselhüpfen bereisen und in Corona-Zeiten nicht dicht an dicht mit vielen anderen sitzen wollen, unternehmen wir sie nicht.

Der Stadtstrand Órmos Skopélou wirkt wenig einladend – im Gegensatz zu vielen anderen Stränden auf der Insel.

Platz mit Aussicht: Restaurant am östlichen Hafenbecken von Skopelos-Stadt

Strände auf Skopelos

Skopelos hat wunderschöne Stände und tolle Badebuchen. Diese befinden sich vor allem im Süden und Südwesten der Insel. Der Osten besteht überwiegend aus felsiger Steilküste.

Stafylos Beach (auch Stafilos, Staphylos)

Der Stafylos Beach ist einer der bekanntesten Strände der Insel und entsprechend gut besucht. Er befindet sich nur 3,5 Kilometer beziehungsweise acht Fahrminuten mit dem Bus von Skopelos-Stadt entfernt an der Südküste. Von der Busstation geht es eine ganze Weile auf einer Asphaltstraße den Berg und am Ende einige Steintreppen hinab – und auf dem Rückweg wieder hinauf, was bei Hitze durchaus anstrengend ist.

Die rund 200 Meter lange, sichelförmige Bucht liegt geschützt umgeben von mit Bäumen bewachsenen Felsen, die ein tolles Panorama darstellen. Beim Betreten des Strandes überwiegt feiner Sand, der rasch in Kies übergeht. Das Wasser erscheint extrem klar. Es ist sehr seicht und somit für Kinder bestens geeignet. Es gibt kaum natürlichen Schatten. Sonnenschirme und Liegen kosten sieben Euro pro Paar, sind in der Hochsaison aber schnell ausgebucht. In der Mitte des Strandes verkauft ein Imbiss Snacks und (teure) Getränke. Kanus, SUPs und andere Wassersportgeräte werden verliehen.

Der Stafylos Beach ist einer der bekanntesten Strände von Skopelos

Velanio Beach

Vom Stafylos Beach führt ein kurzer Trampelpfad  zum Velanio Beach. Dort ist es nicht so voll wie beim bekannteren Nachbarn, und es gibt viel Platz für alle. Zwei Felsbrocken teilen den etwa 200 Meter langen, breiten Kiesstrand in der Mitte. Wir bleiben vorn in der Nähe der Felswand, die den Velanio vom Stafyros Beach trennt. Den hinteren Teil dominieren FKK-Badegäste.

Wir finden den ruhigen Velanio Beach sehr atmosphärisch. Für Julia ist es sogar der schönste Strand von Skopelos. Das Wasser ist herrlich klar. Dazu das viele Grün der Bäume sowie die Blautöne von Himmel und Meer. Sonnenliegen kosten sieben Euro pro Set. Ein kleiner Kiosk verkauft Snacks und Getränke.

Am Velanio Beach geht es wesentlich ruhiger zu als beim bekannteren Nachbarn

Nach den Sandstränden auf der Nachbarinsel Skiathos begeistert sich unsere Tochter Emma auf Skopelos für den Kies. Am Velanio Beach lässt sie sich so tief eingraben, dass sie allein gar nicht mehr hinaus kommt. Außerdem betätigt sie sich als „Steinmetz“, in dem sie kleine, flache Kiesel auf einer Art Amboss zertrümmert. Immer wieder. Und Emma schwimmt wirklich stundenlang mit mir parallel zum Strand hin und her, während wir nebenbei Wortspielereien betreiben. Was für eine Ausdauer!

Emma am Velanio Beach

Strände an der Südwestküste von Skopelos

An der Südwestküste von Skopelos gibt es mehr als ein Dutzend sehr schöner Strände. Da wir nur einige Tage auf der Insel bleiben, konzentrieren wir uns auf die eher bekannteren, gut mit öffentlichen Bussen erreichbaren Strände.

Milia Beach

Milia ist zweifellos einer der schönsten Strände von Skopelos. Die Kulisse mit Blick auf die vorgelagerte Insel Dasia, die bewaldeten Felshänge, die blaue Ägäis und die Silhouette der Nachbarinsel Skiathos sind einfach traumhaft.

Blick auf den Milia Beach

Von der Busstation geht es ein paar Hundert Meter eine Straße hinab (und beim Rückweg wieder hinauf). Einige Felsen unterteilen den Milia Beach in eine je etwa 300 Meter lange Nord- und Südhälfte. An beiden Abschnitten des Kiesstrandes gibt es Liegestuhl- und Schirmverleih (sieben Euro pro Set) sowie eine Beach-Bar. Je weiter weg von der Mitte, desto ruhiger wird es. Auch wenn in der Hauptsaison alle Liegen ausgebucht sein sollten, gibt es ausreichend Platz. Dann sollte ein eigener Sonnenschutz dabei sein, denn Schatten existiert kaum.

Beiderseits nahe der Mitte liegen Felsplatten im Meer. Das Wasser ist klarer, wie es kaum sein kann, und schimmert je nach Tageszeit in unterschiedlichsten Tönen Blau und Türkis.

Julia und Emma am Milia Beach

Vom nördlichen Milia Beach führt ein Trampelpfad zur nächsten Bucht, dem Kastani Beach. Unterwegs gibt es einige von Felsen umrahmte Minibuchten, in denen man meist allein ist.

Minibucht auf halber Strecke vom Milia zum Kastani Beach

Emma und ich schwimmen um die Felsen herum zum Kastani Beach. Zum einen begeistert mich erneut die Ausdauer unserer Tochter. Zum anderen habe ich immer wieder ein leichtes Grinsen im Gesicht wie sonst eher bei südostasiatischen Traumstränden. Denn das Wasser ist so unglaublich klar. Manchmal versuche ich, zum mir nahe erscheinenden Meeresboden zu tauchen, was mir nicht gelingt.

Kastani Beach

Nur einige Felsen trennen den Milia Beach von seinem nördlichen Nachbarn, dem Kastani Beach. An diesem Kiesstrand wurden unter anderem die Anfangsszenen von „Mamma Mia!“* gedreht. Die Bucht ist nur rund 100 Meter lang, weshalb es im Hochsommer angesichts vieler Menschen sehr eng wird. Hinterm Strand lädt die Kastani Summer Bar auf grünem Rasen zum Verweilen ein – was viele in Anspruch nehmen.

Das Panorama und das Wasser sind ähnlich toll wie am Milia Beach. Es wird schnell tief, aber auf den ersten eins, zwei Metern können auch kleine Kinder bedenkenlos planschen.

Am Kastani Beach wurden unter anderem die Anfangsszenen von „Mamma Mia!“ gedreht

Andrina Beach

Die Felsen am südlichen Ende des Milia Beach führen zum Andrina Beach. Dieser kleine Kiesstrand gehört quasi dem Andrina Beach Hotel*. Es gibt Sonnenliegen. Das Wasser ist auch hier „wow“, und die Blicke reichen bis hin zum Panormos Beach. Es gibt einen Bootssteg.

Der kleine Andrina Beach

Panormos Beach

Der mehrere Hundert Meter lange Panormos Beach liegt von steilen Felswänden umgeben sehr geschützt zwischen Felszungen, sodass es kaum Brandung gibt. Der touristisch komplett erschlossene, beliebte Kiesstrand begeistert Besucher mit sehr klarem Wasser und einem tollen Panorama. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stränden liegt die Busstation vom Panormos Beach direkt an der Strandstraße.

Der Panormos Beach ist touristisch komplett erschlossen

Limnonari Beach

„Dieser Strand gefällt mir“, sagt Julia gleich zu Beginn – unter anderem, weil der Limnonari Beach nicht so überlaufen ist. Was wahrscheinlich daran liegt, dass man von der Busstation noch etwas mehr als einen Kilometer auf einer Asphaltstraße zum Strand gehen muss. Die tollen Blicke unterwegs auf die grünen Berghänge und aufs Meer entschädigen für diesen minimalen Aufwand. Wir machen es uns unter einem Olivenbaum im Garten einer Taverne auf Liegen nah am Meer gemütlich. Julia relaxt die meiste Zeit und liest. Emma und ich stürzen uns ins Nass.

Der malerische Limnonari Beach liegt geschützt in einer von steilen Felsen umgebenden Bucht. Anfangs überwiegt Kiesstrand, dann folgt ein langer Streifen mit feinem, weißen Sand. Nahe des Ufer liegen manchmal Felsplatten. Dahinter folgt feinster Meersand. Auch wenn es mehrere Meter tief ist, erscheint der Boden zum Greifen nah. Wie so häufig auf Skopelos ist das Wasser extrem klar.

Der Limnonari Beach liegt geschützt in einer von steilen Felsen umgebenden Bucht

Drei Tavernen bieten gutes Essen und kühle Getränke an. Die Preise sind deutlich niedriger als an den bekanntesten Stränden. Sonnenschirme und Liegen werden vermietet.

Wer mit dem Bus zurück nach Skopelos-Stadt will, muss beim Rückweg weitere zehn Minuten zur Bushaltestelle von Agnontas gehen. Denn der Bus hält nicht – wie bei der anderen Richtung – an der Abzweigung zum Limnonari Beach.

Julio und Emma auf dem Rückweg vom Limnonari Beach zur Bushaltestelle von Agnontas

Agnontas Beach

Das Örtchen Agnontas liegt an einer kleinen, tief eingeschnittenen Bucht und ist berühmt für seine Fischtavernen. Gespeist wird mit Blick aufs Meer, die schaukelnden Boote und Holzstege. Neben den Lokalen befindet sich ein kleiner Kiesstrand. Das Wasser erscheint auch hier sehr klar. Sonnenschirme spenden Schatten. Die Bushaltestelle liegt direkt an der Straße.

In dieser Bucht und am nahen Kap Amarantos wurden Szenen von „Mamma Mia!“* gedreht.

Aus unserer Sicht ist Agnontas kein eigenes Ausflugsziel – aber ein netter Stopp in Verbindung mit dem Besuch des Limnonari Beach.

Der kleine Kiesstrand von Agnontas

Glisteri Beach (auch Glysteri Beach)

Der Glisteri Beach (auch Glysteri Beach) befindet sich knapp fünf Kilometer nördlich von Skopelos-Stadt. Er liegt in einer tief eingeschnittenen, sehr schönen, von Felsen umgebenen Bucht mit einem schmalen Meerzugang. Deshalb gibt es kaum Brandung, sodass sich der Strand mit klarem Wasser sehr gut für Kinder eignet. Je nach Strömung wird zum Teil etwas Seegras angeschwemmt. Durch die hohen Felsen liegt spätestens ab 18:30 Uhr die ganze Bucht im Schatten. Eine Beach-Bar beschallt den Strand mit manchmal guter, manchmal weniger guter, aber meist zu lauter Musik. Dennoch ist die Stimmung schön. Für acht Euro pro Set werden Strandliegen plus Sonnenschirm vermietet.

Julia am Glisteri Beach

Auch Emma hat Spaß

Der Glisteri Beach ist nur per Auto oder längerem Fußweg erreichbar, nicht aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die kurvenreiche Strecke nach Skopelos-Stadt führt durch Olivenhaine mit vielen tollen Blicken auf die Küste und die Ägäis.

Agios Ioannisos Beach

Dieser kleine Strand liegt im Norden von Skopelos ganz in der Nähe und mit Blick auf den spektakulären Felsen mit der „Mamma Mia!“*-Kapelle Agios Ioanninos (siehe unten). Die fotogene Bucht ist umrahmt von Felsbrocken. Der Strand besteht aus eher dunklem Kies. Die Brandung ist stark, sodass maximal Erwachsene, nicht aber Kinder ein Bad nehmen können. Deshalb belassen wir es mit unserer Tochter Emma im Schlepptau bei einer kurzen Stippvisite und besuchen stattdessen die Hauptsehenswürdigkeit. Einige Strandliegen und Sonnenschirme werden für sieben Euro pro Set vermietet.

Der kleine Agios Ioanninos Beach im Norden von Skopelos

Weitere Sehenswürdigkeiten auf Skopelos

Neben der schönen Inselhauptstadt und den attraktiven Stränden gibt es auf Skopelos eine Handvoll Sehenswürdigkeiten.

Agios Ioanninos sto Kastri („Mamma Mia!“-Kapelle)

Die Agios Ioanninos sto Kastri ist die Topsehenswürdigkeit von Skopelos! Die kleine Kapelle thront auf einem gigantischen Felsen im Meer und wurde bekannt als Drehort für die Hochzeitsszene in „Mamma Mia!“*. Doch auch wer sich nicht für den ABBA-Spielfilm interessiert: Angesicht der atemberaubenden Lage lohnt sich ein Besuch in jedem Fall.

Die kleine Kapelle thront auf einem gigantischen Felsen im Meer und wurde als Drehort für „Mamma Mia!“ bekannt

Julia, Emma und ich stapfen am frühen Nachmittag bei über 30 Grad Celisus die mehr als 200 steilen Treppen hinauf. Die Blicke oben auf die zerklüftete Steilküste und das wilde Meer sind spektakulär. Die Kapelle selbst ist sehr klein, weshalb die Film-Hochzeit in den Londoner Pinewood Studios gedreht wurde.

Blick von der Agios Ioanninos sto Kastri auf die Steilküste von Skopelos

Vor dem Ort Glossa führt an der Shell-Tankstelle und einem unauffälligen Straßenschild eine Asphaltstraße nach rechts durch Olivenhainen über eine sehr serpentinenreiche Straße mit tollen Blicken auf die Küste zur Agios Ioanninos. Unter herrscht oft Parkchaos. Es gibt einen Kiosk und einen Laden, der regionale Spezialitäten verkauft.

Bergdorf Glossa

Der Bergort Glossa liegt fotogen an einem Hang oberhalb des Fährhafens von Loutraki im Norden von Skopelos. Glossa gilt als beliebtes Ausflugsziel. Wir statten dem Ort mit einem Mietwagen einen Besuch ab. Nachdem Töchterchen Emma und wir durchschwitzt vom Aufstieg zur „Mamma Mia!“-Kapelle sind, machen wir es uns in einer Taverne im Schatten gemütlich. Emma und Julia (als Fahrerin) trinken Lemon-Soda, ich ein Mythos-Bier mit Blick auf die Ägäis, auf Skiathos und die vorgelagerten Inseln. In manchen Blogs schwärmen die Autoren von Glossa. Durch schmale Gassen geht es bergauf und bergab vorbei an bunten Häusern. Bei unserem Besuch gegen 15 Uhr an einem Sonntag scheint noch Siesta zu herrschen. Niemand ist auf den Straßen. Den mehrfach ausgeschilderten „Central Square“ finden wir nicht. Deshalb machen wir uns nach einer guten Stunde wieder auf und fahren durch das bis zu 681 Meter hohe Delphi-Gebirge zum Glisteri Beach. Unterwegs bieten sich immer wieder tolle Blicke auf die zerklüftete Küste und das grüne Inselinnere von Skopelos.

Nichts los im Bergdorf Glossa

Unser Griechenland-Sommeressen auf Skopelos

Obwohl es auf Skopelos ganz sicher tolle Tavernen gibt, sind wir Selbstverpfleger. Das liegt vor allem daran, dass wir mit Kind reisen und in der Unterkunft essen meist entspannter ist als im Restaurant. „Schick“ essen gehen, würde mit unserer Tochter sowieso nicht klappen. Außerdem sind wir Vegetarier und darum nicht ganz so angetan von Souflaki, Gyros & Co. wie viele andere.

Frühstück essen wir in unserer Ferienwohnung. Mittags decken wir uns mit Strandverpflegung ein: mit Cheese Pie, Spinach Pie (mit Feta oder Spinat gefüllte Teilrollen) oder Olivenbrot. Ab und zu darf es auch etwas Süßes ein. Unser Favorit nach erstmaligem probieren: Skopelos Milk Pie – eine frittierte Filoteigrolle gefüllt mit einer Milch-Gries-Zucker-Mischung und überstreut mit Puderzucker. Sehr, sehr lecker – vor allem, wenn er noch warm ist.

Abends steht Emma auf Nudeln mit geriebenem Käse. Für uns gibt es häufig Griechischen Salat mit minimalen Variationen bei den Gemüsen. Und danach für uns beide einen Ouzo. Das ist unser Griechenland-Sommeressen.

Taverne in Skopelos-Stadt

Emmas „Mamma Mia!“-Party

Zur Einstimmung auf die Reise schauen wir uns „Mamma Mia!“* an. Tochter Emma ist begeistert von den gefälligen ABBA-Songs, wir von den schönen Landschaftsaufnahmen. Im Verlauf der Reise besuchen wir tatsächlich einige der im Film vorkommenden Orte. An einem Abend auf Skopelos schaut Emma auf YouTube ABBA-Musikvideos und tanzt über die Betten. Das gefällt ihr offenbar so gut, dass am nächsten Morgen der Wunsch zu einer „Mamma Mia!“-Party entsteht. Am ersten Abend nach unserer Rückkehr aus Griechenland möchte sie erst „Mamma Mia!“ sehen und schauen, ob sie beziehungsweise wir Orte von Skopelos wiedererkennen. Anschließend möchte sie – und sollen wir – wie auf Skopelos zu ABBA-Songs aus dem Film tanzen. Während der nächsten Tage bringt sie anhand eines Partyplans ihre genauen Vorstellungen zu Papier, inklusive Ablauf, Dekoration und Einkaufsliste.

Am Tag nach unserer Rückkehr besorgen wir Luftballons, Getränke, etc., und Emma bastelt an der Dekoration. Sie hängt im Wohnzimmer zwei selbstgebastelte Girlanden mit Luftballons auf, platziert Schälchen mit Gummitieren und anderen Knabbereien auf dem Tisch, räumt eine Tanzfläche frei, verteilt in der Wohnung Hinweiszettel („Zur Party ->“) und platziert auf dem Tisch, dem Fenstersims und den Regalen die „anderen Gäste“, ihre Kuscheltiere. „Ist der Raum jetzt partyfroh?“, fragt sie „Ja, klar!“

Nachdem wir erst mitternachts zurückkommen, bleibe ich noch bis kurz vor drei Uhr auf – und bin entsprechend müde am nächsten Tag. „Ruhe Dich aus, Du musst heute abends fit für die Party sein“, sagt Emma und verrät, dass sie ihr „bestes Kleid überhaupt“ tragen werde. Ihr ist es wirklich ernst mit der Party.

Als es dann endlich losgehen soll, tritt ein kleines Problem auf. Die Batterie der Fernbedienung ist leer, und wir können den Film nicht starten. Also eile ich am Samstagabend kurz vor 20 Uhr noch schnell in den Supermarkt und hole Nachschub. Wäre dieses Problem erst nach 20 Uhr bekannt geworden, hätte es an diesem Abend sicher reichlich Tränen gegeben. Aber so folgt eine tolle Party, die wir mit Sicherheit nie mehr vergessen werden.

Nachtrag von November 2020: Inzwischen haben wir auch den zweiten Teil – „Mamma Mia! Here We Go Again“* – gesehen, der allerdings überwiegend auf der kroatischen Adria-Insel Vis gedreht wurde. Auch die ABBA-CDs „Gold – Greatest Hits“* und „More Gold“* erinnern uns immer wieder an die schöne Zeit auf Skopelos.

Familienurlaub in Griechenland

Inselhüpfen in Griechenland ist für uns der perfekte Familienurlaub. Wir alle drei haben unterschiedliche Bedürfnisse. Aber diese Art von Reise ermöglicht uns die größtmögliche Schnittmenge der individuellen Interessen. Emma badet im Swimmingpool und im Meer, Julia macht Yoga und liest am Strand, ich gehe joggen, schwimmen und fotografieren. Wir verbringen viel Zeit am Meer, sehen schöne Orte und müssen nicht um die halbe Welt fliegen.

Emma und Julia in Skopelos-Stadt. Inselhüpfen in Griechenland ist für uns der perfekte Familienurlaub

Busse und Mietwagen auf Skopelos

Auf Skopelos braucht man nicht zwingend ein eigenes Fahrzeug, denn Busse fahren mehrmals täglich zu vielen wichtigen Orten und Stränden. Die Busstation befindet sich am Hafen von Skopelos-Stadt. Dort sind sowohl die Abfahrtzeiten aus Skopelos als auch von den anderen Orten ausgeschildert. Der Fahrpreis hängt von der Entfernung an. Von Skopelos nach Stafylos und Agnontas kostet es (Stand: Sommer 2020) pro Person 1,60 Euro, nach Limnonadi 1,70 Euro, nach Milia und Kastani 3,60 Euro. Im Gegensatz zu den Bussen auf Skiathos zahlen wir auf Skopelos für unsere achtjährige Tochter stets den vollen Fahrpreis. Sowohl bei den Hin- als auch bei den Rückfahrten treffen die Busse nahezu pünktlich ein.

Unterwegs gibt es immer wieder tolle Ausblicke auf die steile, dicht bewachsene Süd- und Südwestküste, auf das Ägäische Meer sowie die vorgelagerten Inseln bis hin nach Skiathos.

Laut Reiseführer* können die Busse zu Stoßzeiten in der Hauptsaison – spätnachmittags vom Strand zurück – voll sein, sodass keine Rückreise möglich ist und nur das Taxi bleibt. Eine gute, teurere, flexiblere Alternative ist ein Mietwagen oder Moped. Im „Corona-Sommer“ 2020 machen wir gegenteilige Erfahrungen. Obwohl die Strände recht gut besucht sind, scheinen die meisten Menschen mit dem Auto anzureisen. Denn die Busse sind nur maximal zur Hälfte gefüllt, sodass wir immer zusteigen konnten – was auf der Skiathos nicht der Fall ist.

Wir liebäugeln mit einem Mietwagen. Beim ersten Ausflug nach Stafylos stellen wir fest, dass die Busse pünktlich kommen, preiswert sind und wir auch zusteigen können. Deshalb bleiben wir meist dabei. Doch am letzten Tag mieten wir uns einen Auto und erkunden die Insel. Das kostet uns nah mehrmaligem Fragen 40 Euro pro 24 Stunden inklusive Teilkasko bis 500 Euro oder 50 Euro inklusive Vollkasko, was wir schließlich machen. Auf Skopelos sind Mietwagen teurer als auf der Nachbarinsel Skiathos, wo wir auf Werbetafeln Preise ab 19,50 Euro pro Tag sehen. Aber so sind wir flexibel, sehen Orte, die wir zum Teil öffentlich nicht erreichen (wie die „Mamma Mia!“-Kapelle), und – vor allem – haben einen schönen Tag.

Anreise nach Skopelos

Auf Skopelos gibt es keinen Airport (weshalb die Insel nicht im Fokus von Pauschaltouristen liegt). Die nächsten internationalen Flughäfen befinden sich auf der Nachbarinsel Skiathos (IATA-Code: JSI) sowie auf dem Festland in Volos (VOL), jeweils mit Verbindungen zu zahlreichen europäischen Zielen sowie in die Hauptstadt Athen (ATH). Von dort geht es mit der Fähre weiter nach Skopelos.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Von Skopelos gibt es Fähren zu den Häfen von Volos und Agios Konstantinos am griechischen Festland sowie zu den Inseln Skiathos, Alonnisos und Euböa. Tickets lassen sich in den Büros der Fährgesellschaften in Skopelos-Stadt sowie online unter anderem bei www.directferries.de* buchen. Auf den Fähren muss ein Corona-Fragebogen ausgefüllt werden.

Auf Skopelos gibt es zwei Fährhäfen: Loutraki (Glossa) sowie Skopelos-Stadt.

Skopelos eignet sich gut als Station beim Inselhüpfen durch die Nördlichen Sporaden – mit Skiathos, Alonnisos und Skyros.

Fähre im Hafen von Skopelos-Stadt

Apartments und Hotels auf Skopelos

Auf Skopelos gibt es eine Vielzahl an Unterkünften. Auf Plattformen wie booking.com* und Agoda* lassen sich jeweils um die 200 Apartments und Hotels vergleichen und buchen. Speziell in der Hauptsaison sollte man nicht ohne Reservierung anreisen.

Nach der Online-Recherche entscheiden uns für das Marigoula Village*. Die Unterkunft liegt etwa einen Kilometer beziehungsweise zehn Gehminuten außerhalb von Skopelos-Stadt in einem dörflichen Umfeld, aber nahe genug zur Innenstadt und zu einem großen Supermarkt. Die gepflegte, weitläufige Anlage ist die bisher einzige, die wir kennen, auf der es eine eigene Kapelle gibt. Unsere Tochter Emma begeistert sich vor allem für den großen Swimmingpool, den sie jeden Morgen und Abend nach der Rückkehr von unserem Tagesziel nutzt.

Unsere Tochter Emma begeistert sich im Marigoula Village* vor allem für den großen Swimmingpool

Unser Dreibettzimmer ist einfacher als das vorherige auf Skiathos. Aber wir haben mehr Platz und alles, was wir benötigen: Kochgelegenheit, Kühlschrank, Balkon, Klimaanlage, warmes Wasser, Handtücher, Schränke, Schubladen, etc. Es gibt Frühstück, das wir als Selbstverpfleger nicht in Anspruch nehmen. Alles in allem: kann man buchen.

Griechenland-Urlaub in Corona-Zeiten

Die Flüge und die Unterkünfte für diese Reise nach Griechenland buchen wir Anfang 2020, als Corona noch als chinesisches Problem erscheint und dessen Tragweite für Europa sowie den Rest der Welt nicht ansatzweise deutlich wird. Corona-bedingt fällt bereits unsere für Pfingsten geplante Reise nach Andalusien ins Wasser. Deswegen hoffen wir sehr, dass der Sommerurlaub auf den Nördlichen Sporaden klappt. „Griechenland ist von COVID-19, trotz zuletzt steigender Neuinfektionszahlen, auch weiterhin relativ wenig betroffen“, urteilt das Auswärtige Amt kurz vor unserer Abreise im August.

Spätestens 24 Stunden vor Einreise muss man sich unter https://travel.gov.gr/#/ registrieren. Anschließend folgt per E-Mail ein Formular mit einem QR-Code, der bei Einreise vorgelegt werden muss.

Bei der Ankunft am Flughafen von Skiathos spendiert mir die griechische Regierung einen kostenlosen Corona-Test. Das Ergebnis ist negativ. Also alles positiv. Julia und Emma werden nicht getestet.

Auf Skopelos und den anderen Inseln dieser Reise nimmt man die Corona-Schutzmaßnahmen sehr ernst. In Bussen, auf Fähren, in Läden, etc. herrscht Maskenpflicht. Besondere Hygieneregeln gibt es in Hotels. Das Frühstücksbuffet läuft anders ab. Statt Selbstbedienung sagt man, was man möchte, und bekommt es dann serviert. In Fähren und bei Bootsausflügen muss ein Corona-Fragebogen ausgefüllt und abgegeben werden.

An den Stränden stehen Sonnenliegen und –schirme meist mehrere Meter auseinander. Wird ein Set wieder frei, wird es desinfiziert.

Wir halten uns an alle Gebote und beschäftigen uns fast ausnahmslos mit uns selbst. Von Menschenansammlungen, die es bis auf Fähren allerdings kaum gibt, halten wir uns möglichst fern. Wie sonst auch, wohnen wir in Griechenland meist in Apartments und verpflegen uns selbst. Dieser Reisestil fühlt sich diesmal besonders gut an.

Die Corona-Infektionszahlen sind in Griechenland wesentlich niedriger als in Deutschland und speziell in München, wo wir wohnen. Deshalb halten wir das Risiko für überschaubar. Nichtsdestotrotz hätten wir diese Reise im späteren Verlauf der Corona-Pandemie wohl nicht gebucht. Trotzdem: kann man machen.

Insgesamt erleben wir Skopelos und die Nördlichen Sporaden sicherlich anders als sonst im Hochsommer. In diesem August verbringen vor allem Griechen ihren Urlaub auf den Inseln. Andere Ausländer treffen wir nur vereinzelt. Zu normalen Zeiten dürfte die Insel im Sommer wesentlich voller sein.

Beste Reisezeit Skopelos

Die beste Reisezeit für Skopelos ist von Frühjahr bis Herbst. Während die Insel im Frühjahr bereits von reichlich Sonne beschienen wird, ist das Meer noch relativ kühl. Im Herbst dagegen ist es noch schön warm, und die meisten Touristen haben Skopelos bereits verlassen.

Bei unserer Reise nach Skopelos im August freuen wir uns über perfektes Sommerwetter. Tagsüber ist es um die 30 Grad Celsius und trocken, ohne Niederschlag. Die Wassertemperatur ist sehr angenehm. Wir können uns sofort ins Wasser stürzen, ohne einen Kälteschock zu erleiden – wie durchaus im Frühjahr.

Allerdings ist der August auch die teuerste Reisezeit. Die Griechen machen Urlaub, viele Europäer ebenfalls.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei „Stiftung Warentest“. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer Skopelos und Nördliche Sporaden

Für Griechenland gibt es eine Fülle an Reiseführern. Alle enthalten Kapitel zu Skopelos. Wer nur Skopelos und die Nachbarinseln besucht, ist mit dem „Nördliche Sporaden Reiseführer: Skiathos – Skopelos – Alonnisos – Skyros“* von Dirk Schönröck aus dem Michael Müller Verlag bestens bedient. Auf knapp 280 Seiten enthält die inzwischen siebte Auflage eine Fülle an interessanten und praktischen Informationen. Uns erweist dieser Reiseführer gute Dienste. Wir hätten ihn nicht missen wollen.

Bye bye Skopelos! Letzter Blick von der Fähre auf die Inselhauptstadt

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Text und Fotos: Heiko Meyer

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