Drei Tage in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina: Reisebericht mit vielen Bildern

Sarajevo ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Geschichte pur. Unser Reisebericht aus der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und vielen Bildern.

Als wir Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, mit dem Bus erreichen, landen wir erst einmal im Stau. Im Stop-and-go-Verkehr geht es an sozialistischen Plattenbauten vorbei zum Busbahnhof. Dort machen wir Bekanntschaft mit einem unfreundlichen Taxifahrer, der schimpfend unser Gepäck wieder auslädt, als wir sein Angebot nicht akzeptieren. Der nächste Fahrer ist wesentlich netter und verspricht uns, dass die Menschen in Sarajevo sehr freundlich seien. Nach drei Tagen in der Stadt können wir das definitiv bestätigen.

Schon am ersten Nachmittag wird uns klar: Sarajevo ist etwas ganz Besonderes. In der Altstadt sehen wir im Umkreis von nur wenigen Hundert Metern katholische und orthodoxe Kirchen, jüdische Synagogen und – natürlich – muslimische Moscheen. Sarajevo ist ein Schmelztiegel der Kulturen – eine interessante Mischung aus Ostblock, österreich-ungarischer Kaiserarchitektur und Islam. Das Straßenbild in Sarajevo wirkt ganz anders als etwa in Mostar. Insofern sollte man nach Möglichkeit beide Städte bereisen.

Sarajevos Altstadt mit dem Basar-Viertel Baščaršija

Wir wohnen direkt in der Altstadt von Sarajevo. Von unserem Hotel sind es an der Herz-Jesu-Kathedrale vorbei nur wenige Gehminuten bis zum orientalisch geprägten Viertel Baščaršija.

Die Herz-Jesu-Kathedrale in Sarajevos Altstadt

Zum touristischen Pflichtprogramm gehören der Baščaršija-Platz mit dem Brunnen Sebilj, die im 16. Jahrhundert errichtete Gazi-Husrev-Beg-Moschee, die größte der Stadt, sowie die Basare, die unter osmanischer Herrschaft entstanden.

Pflichtprogramm in Sarajevo: der Brunnen Sebilj auf dem Baščaršija-Platz

Sehenswert ist ebenso die Kupfergasse. Neben Kunsthandwerk erinnern dort Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und Spielzeug aus Patronenhülsen an den Bosnienkrieg in den 1990er Jahren.

Julia in einem Laden voll Kunsthandwerk aus Kupfer

Kugelschreiber und Schlüsselanhänger aus Patronenhülsen

Wir lassen uns einfach durch die Gassen treiben und folgen den Gerüchen. Überall dampft es, überall wird in Kupferkannen aufgebrühter bosnischer Kaffee getrunken, wird gespeist. In Sarajevo kann man sehr gut essen. Vor allem, wenn man nicht Vegetarier ist, wie wir. Die gegrillten Hackfleischröllchen Ćevapčići, serviert mit Fladenbrot, Salat und Soße, gelten als die Spezialität Bosniens und sollen hier besonders gut sein. Es gibt tolle Lokale für Pita und Börek sowie Läden mit orientalisch-bosnischen Süßigkeiten wie Baklava – in Zuckersirup eingelegtes Gebäck aus Blätter- oder Filoteig, gefüllt mit gehackten Pistazien oder Walnüssen. Und natürlich die komplette Bandbreite an Fastfood, Italienern, asiatischen Restaurants, etc. – zu günstigen Preisen. Während wir in Sarajevo meist Pita oder Falafel-Dürum essen, begeistert sich unsere Tochter Emma für Pizza Margherita für 1,50 KM (75 Euro-Cent) das große Stück. Und in welcher europäischen Hauptstadt bekommt man in einer Bar einen halben Liter Bier für 1,50 Euro?

Bosnischer Kaffee und Baklava als kleine Stärkung

Durch die Altstadt spazieren Einheimische, westliche und ostasiatische Touristen sowie viele Besucher aus dem Mittleren Osten. Besonders auffällig sind die verschleierten Frauen in schwarzen Gewändern, die Sarajevo aufgrund der heißen Temperaturen in ihrer arabischen Heimat als Sommerfrische schätzen. Zumal über die Hälfte der Einwohner Muslime sind. Burka neben Minirock. In Sarajevo geht das.

Geschichte pur in Sarajevo

Sarajevo ist Geschichte pur. Gegründet vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts, bauten die Osmanen die Stadt ab 1463 zu einem ihrer Zentren auf dem Balkan aus. Doch Sarajevo ist vor allem für drei historische Ereignisse bekannt: ein Attentat, das 1914 zum Ersten Weltkrieg führte, die Olympischen Winterspiele 1984 und die 1992 beginnende, 1425-tägige Belagerung im Bosnienkrieg.

Auslöser des Ersten Weltkriegs: ein Attentat in Sarajevo

Wir setzen unsere Besichtigung von Sarajevo fort und kommen an der Lateinerbrücke vorbei. Die osmanische Steinbrücke führt über den Fluss Miljacka und ist eine der ältesten der Stadt. Berühmt-berüchtigt ist sie jedoch aufgrund eines bedeutenden historischen Ereignisses, das am 28. Juni 1914 auf ihr stattfand. An diesem Tag ermordete ein serbische Nationalist den österreich-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg. Dieses Attentat führte zu einer Krise zwischen mehreren europäischen Staaten, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führte.

Geschichtsträchtiger Ort: die Lateinerbücke in Sarajevo, auf der 1914 das Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chtek stattfand

Nationalbibliothek Vijećnica

Nur ein paar Meter flussaufwärts befindet sich ein sehr markantes Gebäude: die Vijećnica, das alte Rathaus von Sarajevo, das heute die Nationalbibliothek beherbergt. Im August 1992 wurde es durch Beschuss schwer beschädigt und nach dem Bosnienkrieg wieder aufgebaut.

Julia und Emma vor der Vijećnica, der heutigen Nationalbibliothek von Bosnien-Herzegowina

Seilbahn auf den Trebević

Eins der Highlights von Sarajevo, das wir uns nicht entgehen lassen, ist die Tour auf den Hausberg Trebević. Die ursprünglich 1959 eröffnete Seilbahn wurde im Bosnienkrieg zerstört und erst 2018 wieder eröffnet. Die Hin- und Rückfahrt kostet 20 KM (zehn Euro, Kinder bis sieben Jahren frei, einfache Strecke 15 KM). In etwas mehr als sieben Minuten geht es hinauf auf den bis zu 1629 Meter hohen Trebević. Unterwegs bieten sich tolle Blicke auf den Kessel von Sarajevo und die umliegenden Berge. Während der Fahrt ist es angenehm still. Wir gondeln gegen 10:30 Uhr hinauf – eine gute Zeit. Denn als wir am späten Mittag wieder unten ankommen, steht eine lange Warteschlange an der Bahn.

Eins der Highlights von Sarajevo: mit der Seilbahn auf den Hausberg Trebević

Oben auf dem Trebević gibt es mehrere Wanderwege. Aufgrund noch nicht geräumter Minen sollten die Pfade keinesfalls verlassen werden.

Wir genießen die trockene, warme, frische Luft und die Ausblicke und wandern zu einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit…

Lost Place in Sarajevo: die Olympia-Bobbahn

1984 wurden die Olympischen Winterspiele in Sarajevo ausgetragen, und auf dem Hausberg Trebević befanden sich zahlreiche Sportanlagen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Begehen der alten Olympia-Bobbahn, einem sogenannten „Lost Place“. Wir wandern innen auf der Betonbahn entlang. Graffiti-Sprayer nutzen sie als Darstellungsfläche. Ein toller Ort. Wir könnten gefühlt ewig weiter spazieren, doch Emma fängt an zu jammern und zu motzen. Erst nach einem klärenden Gespräch wechselt die Stimmung wieder ins Positive.

Auch für mich ein ganz besonderes Erlebnis: das Begehen der alten Olympia-Bobbahn in Sarajevo

Gelbe Festung

Etwa 20 Gehminuten von der Altstadt einen Berg hinauf liegt die Gelbe Festung. Wo früher Kanonen auf Sarajevo gerichtet waren, befindet sich heute ein Ausflugslokal. Als wir am späten Nachmittag ankommen, hält ein Hochzeitspaar eine Fotosession ab. Und Lehrerin Julia trifft einen ehemaligen Schüler aus München. Die Gelbe Festung ist ein guter Ort für den Sonnenuntergang mit schönen Blicken auf Sarajevo. Wer das Stadtzentrum fotografieren möchte, sollte lieber morgens vorbeikommen. Denn nachmittags gibt es Gegenlicht.

Blick von der Gelben Festung auf Sarajevo

Kovači-Šehid-Friedhof

Auf die Unabhängigkeitserklärung des Staates Bosnien-Herzegowina von Jugoslawien reagierte die Armee der bosnischen Serben am 5. April 1992 mit einer Belagerung der neuen Hauptstadt Sarajevo. Diese dauerte 1425 Tage und kostete mehr als 11.000 Menschen das Leben. Noch viel mehr wurden verletzt, zum Teil schwer. In der ganzen Stadt verteilt gibt es große Friedhöfe, die durch ihre weißen Grabsteine schon von Weitem zu sehen sind. Beim Aufstieg von der Altstadt zur Gelben Festung kommen wir am Kovači-Šehid-Friedhof vorbei. Dort finden mehrere Tausend getötete bosnische Verteidiger Sarajevos ihre letzte Ruhe, wie die Jahreszahlen auf den weißen Grabsteinen bezeugen. Auch Alija Izetbegović, der 2003 verstorbene erste Präsident des unabhängigen Bosnien-Herzegowinas, liegt hier begraben.

Auf dem Kovači-Šehid-Friedhof liegen Tausende Opfer der Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg

Weiße Festung – Bijela Tabija

Von der Gelben benötigen wir eine weitere Viertelstunde hinauf zur Weißen Festung (Bijela Tabija). Die Bastion liegt auf einem knapp 700 Meter hohen Hügel über Sarajevo und kann für fünf KM besichtigt werden. Doch wir bleiben draußen. Denn die schönen Blicke auf die Stadt und die umliegenden Berge gibt es auch gratis. Deswegen extra hier hoch zu kommen, ist aus unserer Sicht nicht nötig. Denn schon von der Gelben Festung ist die Aussicht so schlecht nicht, und die besten Blicke auf Sarajevo gibt es ohnehin vom Berg Trebević.

Von der Ferhadija-Straße zum Pijaca-Markale-Markt

Weiter geht es von der Altstadt zunächst auf der Ulica Ferhadija in Richtung Westen. In der modernen Einkaufs- und Fußgängerstraße gibt es viele Läden, Restaurants und Cafés. Wir kommen unter anderen an der Markthalle von Sarajevo vorbei, die von außen eher wie ein Theater wirkt. Innen bieten diverse, feinsäuberlich angeordnete Stände Lebensmittel wie Eier, Honig, Käse und Fleisch an.

Wirkt von außen eher wie ein Theater: die Markthalle von Sarajevo

Dahinter, auf der anderen Straßenseite, bietet sich ein kurzer Besuch des Pijaca-Markale-Marktes mit Obst, Gemüse und Blumen aus regionalem Anbau an. Auf dem Markt schlug am 28. August 1995 eine Mörsergranate ein und tötete und verletzte diverse Menschen. An dieses Massaker erinnert eine Rose von Sarajevo.

Gemüse auf dem Pijaca-Markale-Markt

An das Massaker auf dem Pijaca-Markale-Markt erinnert eine Rose von Sarajevo

Rosen von Sarajevo

An Orten, an denen während des Bosnienkrieges Granaten einschlugen und Menschen töteten, wurden die Splitterreste auf dem Asphalt mit rotem Harz ausgemalt – die sogenannten Rosen von Sarajevo, auf die aufmerksame Besucher der Stadt leider häufig treffen.

Denkmäler im Asphalt: Rosen von Sarajevo

Denkmale an der Maršala Tita

Kurz bevor die Fußgängerstraße Ferhadija in die Maršala Tita mündet, erinnert die Ewige Flame an die bosnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Die meisten starben in Folge der vierjährigen Besetzung durch Nazi-Deutschland und das faschistische Kroatien.

Die Ewige Flamme erinnert an die bosnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs

Am imposanten Gebäude der Zentralbank vorbei folgen an der Maršala Tita weitere Monumente: unter anderem das Denkmal der bei der Belagerung von Sarajevo von 1992 bis 1995 getöteten Kinder. Auf den Metallrollen daneben, die Emma zum Spielen nutzt, stehen 521 Namen jeweils mit Geburts- und Todesjahr. 521 Schicksale von Kindern und deren Familien. Wenige Meter weiter folgt im Asphalt – mal wieder – eine Rose von Sarajevo.

Das Denkmal der bei der Belagerung von Sarajevo getöteten Kinder

Sniper Alley – Allee der Scharfschützen

Die sechsspurige Ulica Zmaja od Bosne ist eine der Hauptverkehrsstraßen von Sarajevo. Sie verbindet das Zentrum mit den Wohnstadtteilen und Gewerbegebieten und führt in Richtung Flughafen. Dort befinden sich große Einkaufszentren und Hotels.

Im Bosnienkrieg war die Ulica Zmaja od Bosne berüchtigt und gefürchtet. Sie erhielt den informellen Namen Sniper Alley – Allee der Scharfschützen. Die hohen Gebäude boten Heckenschützen ein weites Sichtfeld. Sie feuerten wahllos auf Menschen und Fahrzeuge. Besonders die Gegend um das damalige Hotel Holiday Inn (heute Hotel Holiday*) genoss den Ruf einer Todeszone. Oftmals wurden die Menschen „nur“ schwer verletzt, um die Retter ebenfalls zu beschießen. Über die Zahl der von Scharfschützen verwundeten oder getöteten Menschen gibt es unterschiedliche Angaben. In jedem Fall waren es viele.

Die Gegend um das damalige Hotel Holiday Inn in Sarajevo galt aufgrund der Sniper Alley als Todeszone

Für seine Serie „War Hotels“ produzierte Nachrichtensender Al Jazeera die Dokumentation „Holiday Inn Sarajevo: Im Auge der Belagerung“, die bei YouTube angeschaut werden kann.

Sarajevo-Tunnel: Tunnel of Hope

Am nächsten Tag unternehmen wir einen Ausflug ins Umland. Mit dem Taxi fahren wir die etwa zwölf Kilometer (30 KM) zum Tunnel of Hope (Tunnel der Hoffnung) nahe beim Flughafen von Sarajevo. Der etwa 800 Meter lange, unterirdische Sarajevo-Tunnel wurde als Verbindung zwischen der von der Armee der bosnischen Serben belagerten Hauptstadt und einem nicht belagerten Vorort unter der Landesbahn des von der UNO übernommen Airports errichtet. Er diente als Fluchtweg sowie zur Versorgung der belagerten Stadt.

Eingang zum Tunnel of Hope in Sarajevo

Heute ist der Tunnel of Hope ein privates Museum (10 KM Eintritt, Kinder bis sieben Jahre kostenlos). Zu sehen sind der Eingang und ein etwa 20 Meter langer Teil des Sarajevo-Tunnels, einige Exponate aus dem Bosnienkrieg sowie Informationstafeln. Außerdem wird ein Dokumentarfilm über den Sarajevo-Tunnel gezeigt.

Ein kurzes Stück des Sarajevo-Tunnels kann begangen werden

Ausgestellt sind Exponate aus dem Bosnienkrieg: unter anderem dieses Minenwarnzeichen

Wenn man schon das Museum für Krieg und Völkermord in Mostar besichtigt hat, lohnt sich der zusätzliche Besuch des Tunnel of Hope nicht wirklich. Zwar lässt sich ein Audio-Guide in mehreren Sprachen als App herunterladen. Doch die allermeisten schriftlichen Informationen auf den Tafeln gibt es nur in Bosnisch. Außerdem ist die Anfahrt recht aufwändig.

Vrelo Bosne – Die Quelle der Bosna

Der Besuch des Tunnel of Hope lässt sich gut mit einem Abstecher zur etwa sieben Kilometer entfernten Vrelo Bosne verbinden. (Taxi: zwölf KM). Die Quelle des Flusses Bosna ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es handelt sich um einen weitläufigen Park (Eintritt: zwei KM) am Fuße des Mount Igman. Der Besuch bietet sich besonders an heißen Tagen an, denn im Schatten der Bäume und an den Bachläufen ist es deutlich kühler. Der Park wirkt auf uns ein bisschen wie der Englische Garten in München. Auf den Wiesen wird ausführlich gepicknickt, es gibt ein Ausflugslokal und einen Spielplatz.

Julia an der Vrelo Bosne, der Quelle der Bosna

Im Park sind viele Besucher aus dem Mittleren Osten unterwegs. Zahlreiche vollverschleierte Frauen in Schwarz machen es sich auf den Wiesen gemütlich oder beten nach Mekka. Auf uns wirkt die Kulisse etwas skurril. Ähnlich wie beim Viktorianischen Picknick im Leipziger Clara-Zetkin-Park während des Wave-Gotik-Treffens. Auf dem Spielplatz wird aber klar: Egal von wo aus der Welt die Kinder kommen, sie wollen alle nur das eine: spielen.

Zahlreiche vollverschleierte Frauen in Schwarz machen es sich auf den Wiesen gemütlich oder beten nach Mekka

Am Haupteingang warten viele Taxis. An einem anderen Ausgang stehen Pferdekutschen bereit, die Touristen eine mehrere Kilometer lange Platanen-Allee entlang fahren. Wir wollen uns bewegen und spazieren die sehr schöne Strecke.

Pferdekutschen fahren die mehrere Kilometer lange Platanen-Allee entlang. Wir gehen

Am Ende der Allee überqueren wir eine Straße und kommen an Karussells vorbei. Dahinter beginnt eine schöne Parkanlage, die zum Hotel Austria & Bosna* gehört. Von dort fahren wir für 20 KM zurück in die Altstadt.

In Sarajevo wird viel Deutsch gesprochen

Ob Taxifahrer, Hotelangestellte, Bedienungen im Restaurant oder bosnische Touristen: Während unserer Zeit in Sarajevo treffen wir täglich mehrmals Einheimische, die zumindest etwas Deutsch sprechen, was häufig für nette Situationen sorgt. Die meisten verbrachten während des Bosnienkrieges ein paar Jahre in Deutschland.

Sarajevo Film Festival

Das Sarajevo Film Festival gilt als das bedeutendste Filmfestival Osteuropas. Während unserer Reise wird es eröffnet, und überall in der Stadt ist Werbung zu sehen. Eine schöne Zeit mit Partystimmung und vollen Kneipen. Am Eröffnungsabend findet ein Umzug mit Musik und Akrobatik statt.

Umzug zur Eröffnung des Sarajevo Film Festivals

Hotels in Sarajevo

Wie es sich für eine europäische Hauptstadt gehört, gibt es in Sarajevo eine große Auswahl Hotels, Ferienwohnungen und Hostels. Mehrere Hundert Unterkünfte lassen sich allein bei booking.com* und Agoda* vergleichen und buchen.

Bei der Recherche für unsere Reise im August 2019 sind wir überrascht über die recht hohen Zimmerpreise. Das liegt aber daran, dass wir unbedingt eine Unterkunft mit Swimmingpool (für Emma) wollen, was die Auswahl schon mal erheblich einschränkt. Dann soll es fußläufig zum Stadtzentrum sein. Und schließlich stellen wir fest, dass parallel zu unserem Aufenthalt das Sarajevo Film Festival stattfindet.

Schlussendlich buchen wir das Boutique Hotel Central (Booking*/Agoda*) und freuen uns über die Entscheidung. Es liegt superzentral, besser geht es wirklich nicht. Unser Dreibettzimmer erstreckt sich über zwei Etagen: unten das schöne Bad und ein kleines Wohnzimmer mit großer Schlafcouch für Emma, oben ein bequemes Doppelbett. Unsere Tochter hat natürlich nur Augen für den riesigen Indoor-Swimmingpool mit Sauna, Dampfbad & Co. Gleich am ersten Abend schwimmen Emma und ich ausgiebig, und sie besucht zum ersten Mal überhaupt eine Sauna. Es gibt ebenfalls einen großen Fitnessbereich, den wir nicht nutzen. Das Frühstück ist ausreichend, für diese Hotel-Kategorie jedoch etwas einfach.

Superzentral: das Boutique Hotel Central in Sarajevo

Anreise nach Sarajevo und Weiterreise

Der internationale Flughafen von Sarajevo (IATA-Code: SJJ) liegt acht Kilometer südwestlich der Stadt. Aus Deutschland bedienen derzeit die Lufthansa von München (MUC) sowie Eurowings von Berlin (BER), Köln (CGN) und Stuttgart (STR) die Strecke nach Sarajevo. Ab Wien (VIE) fliegt Austrian Airlines, ab Zürich (SRH) Swiss Airlines und ab Zagreb ( ZAG) Croatian Airlines. Auch zu zahlreichen anderen Zielen in Europa und im Mittleren Osten bestehen Nonstop-Verbindungen.

Der internationale Flughafen von Sarajevo liegt acht Kilometer südwestlich der Stadt

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Innerhalb von Bosnien-Herzegowina und zu den umliegenden Ländern gibt es diverse Busverbindungen. Nach Mostar zum Beispiel dauert es drei Stunden auf landschaftlich sehr schöner Strecke, die zum großen Teil durch Gebirge sowie an der Neretva und an anderen Flüssen vorbei führt. Bis nach Makarska und Dubrovnik in Kroatien sind es je rund sechs bis sieben, bis Split acht Stunden. Nach Belgrad in Serbien dauert es acht, nach Kotor in Montenegro neun Fahrstunden. Tickets lassen sich an den Busbahnhöfen kaufen.

Beste Reisezeit für Sarajevo

Als beste Reisezeit für Sarajevo gelten die Monate Juni bis September. Im Winter ist es kalt und regnerisch. Im Hochsommer, wenn die meisten Touristen kommen, trocken und warm.

Reisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei „Stiftung Warentest“. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer für Bosnien-Herzegowina und Sarajevo

Bosnien-Herzegowina wird bislang vergleichsweise wenig von ausländischen Touristen besucht. Die Auswahl an Reiseliteratur ist sehr begrenzt. Das wohl beste deutschsprachige Reisebuch ist der „Reiseführer Bosnien und Herzegowina: Unterwegs zwischen Adria und Save“* aus dem Trescher-Verlag, von dem es bereits mehrere Auflagen gibt. Er enthält ein Kapitel zu Sarajevo. Aus dem selben Verlag stammt der „Reiseführer Sarajevo“*, der zwar nicht mehr ganz taufrisch (2016), aber immer noch erste Wahl ist.

Uns gefällt Sarajevo sehr gut – ideal für einen dreitägigen Städtetrip

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Text und Fotos: Heiko Meyer

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3 Gedanken zu „Drei Tage in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina: Reisebericht mit vielen Bildern

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