Koh Rong Beach Guide, Kambodscha: Die schönsten Strände, Bootstouren und Resorts

Im Koh Rong Beach Guide stellen wir die schönsten Strände, Bootstouren und Resorts der beliebtesten Insel von Kambodscha vor. Mit vielen Fotos.

Koh Rong, Kambodschas zweitgrößte Insel, hat eine beispiellose touristische Karriere hinter und noch vor sich. 2005 bei meiner ersten Reise in das südostasiatische Königreich gab es auf dem 78 Quadratkilometer großen Eiland, das 25 Kilometer westlich der Hafenstadt Sihanoukville im Kampong-Som-Archipel im Golf von Thailand liegt, neben vier Fischerdörfern nur einfache Bungalowanlagen. Koh Rong war damals kein echtes Reiseziel und wurde, wenn überhaupt, als Tagestour besucht.

Heute spucken die Fähren in der Hauptsaison deutlich mehr als Tausend Touristen pro Tag aus. Koh Rong ist inzwischen fester Bestandteil der Südostasien-Route junger Backpacker. Ihrem Ruf als Partyinsel wird sie zwar gerecht, vor allem im Hauptort Koh Toch. Dennoch sollten sich Reisende davon nicht abschrecken lassen. Koh Rong ist mit 15 Kilometern Länge und neun Kilometern Breite relativ groß und mit einer ganzen Reihe schöner Strände gesegnet, sodass alle ihren Aufenthalt eigenen Vorlieben entsprechend verbringen können.

Mit zunehmender Popularität schreitet die Erschließung voran. Deshalb sollte Koh Rong besser früher als später besucht werden. Schön jetzt sind auf der Insel mehr Touristen unterwegs, als ihr vermutlich gut tut. Und es gibt es großes Müllproblem. Als abschreckendes Beispiel mahnt das nahe Sihanoukville. An dessen schönen Stränden wurden innerhalb weniger Jahre, von stark steigenden Besucherzahlen aus China getrieben, riesige Hotelbunker hochgezogen.

Koh Rong ist übrigens nicht zu verwechseln mit der kleineren Nachbarinsel Koh Rong Samloem.

Koh Rongs Hauptort Koh Toch Village

Für die  allermeisten Reisenden stellt der Hauptort Koh Toch Village (auch Koh Touch, Koh Tuch oder Koh Tui geschrieben) das Einfallstor nach Koh Rong dar. Schließlich legen dort die meisten Fähren an. Vor allem an den drei Pieren herrscht geschäftiges Treiben. Wer ankommt, blickt zunächst auf einen schönen, hellen Strand und die Gebäude in der ersten Reihe, die einige Hundert Meter eng an eng stehen: Restaurants, Bars, Touranbieter, einfache Unterkünfte, aber auch Minimärkte, Massage-Salons und Obstverkäufer. Zum Sonnenuntergang werden Stühle in den Sand gestellt und BBQs aufgebaut.

Wer im Koh Toch Village ankommt, blickt zunächst auf einen hellen Strand und die Gebäude in der ersten Reihe

Abendstimmung im Koh Toch Village

Vom Strand führen schmale Straßen, in denen sich weitere Restaurants, Unterkünfte und Shops befinden, ins Hinterland. Im Hauptort Koh Toch sind die Wege kurz. Auch in dieser Richtung ist nach wenigen Hundert Metern Schluss.

Koh Toch ist das Touristenzentrum von Koh Rong. In dem Ort wohnt jüngeres, internationales Publikum, darunter viele Backpacker. Für Inselverhältnisse kommt man hier günstig über die Runden. In den Restaurants gibt es vegetarische Thai- und Amokcurrys bereits ab drei US-Dollar. An der Straße kosten Fruchtshakes einen Dollar. Bier ist überall billig und meist für einen Dollar pro Glas oder Dose zu haben. Zur Happy Hour gibt es dafür sogar zwei. Abends, wenn die jungen Leute mit Bikini, Shorts und Bier in der Hand den Strandweg entlang cruisen und die Restaurants und Bars füllen, kann es in Koh Toch Village sehr laut werden.

Irgendwie wirkt die Szenerie jedoch skurril. Der Ort gehört den Einheimischen, doch Touristen sind in der Überzahl. Während sie die Lokale bevölkern und sich die Strandpromenade durchfeilschen, hocken Frauen am Straßenrand und verkaufen Fische und Obst. Spielen Kleinkinder auf dem Beton mit Steinen. Ziehen buddhistische Mönche in ihren orangenen Gewändern durch die Gassen.

Obstverkäuferin

Koh Rongs schöne Strände im Überblick

Die Hauptsehenswürdigkeit von Koh Rong sind die Strände, einer feiner als der nächste. Einige lassen sich zu Fuß vom Hauptort Koh Toch erreichen, die weiter entfernten nur per Taxiboot, als Teil einer Bootstour oder mit dem Motorbike. Echte Straßen gibt es bislang nicht. Meist nur Schotter- oder Sandpisten, viele davon sehr holprig und mit großem Gefälle.

Beach Hopping auf Koh Rong: Mit diesem Motorbike-Fahrer erkunde ich einen Nachmittag die Strände der Insel

Koh Toch Beach

Der Hauptort Koh Toch liegt am rund einen Kilometer langen Koh Toch Beach (auch Koh Touch Beach, Koh Tuch Beach oder Koh Tui Beach). Nahe der Piers ist das Wasser zu dreckig zum Baden. Rechterhand vom Fähranleger (mit dem Wasser im Rücken) ändert sich die Kulisse schnell zum Besseren. Vor allem am Ende nahe der Felsen wirkt der Strand mit weißem Sand, klarem Wasser sowie Blicken auf das türkise Meer und die Insel Koh Rong Samloem sehr ansehnlich. Man kann wunderbar schwimmen, zumal es etwas schneller tiefer wird als an den meisten anderen Stränden auf Koh Rong. Für Kinder ist es trotzdem okay.

Koh Toch Village liegt am rund einen Kilometer langen Koh Toch Beach

An Wochenenden, wenn die einheimischen Ausflügler vom Festland anreisen, kann es am Koh Toch Beach voll werden. Dann werden Street-Food-Stände aufgebaut, wird flaniert, zieht auch mal ein Jetski seine Runden. Die Stimmung bleibt entspannt.

Street Food am Koh Toch Beach: Die Dame bereitet mir einen wunderbaren, scharfen Papayasalat zu – Som Tam

Eine sehr gute Lage direkt am Koh Toch Beach haben die Paradise Bungalows (booking.com*/Agoda*) und die White Beach Bungalows (booking.com*/Agoda*). Von den ruhigen Strandabschnitten sind es nur wenige Schritte bis ins Wasser, und doch ist das geschäftige Koh Toch Village ganz nah.

Long Set Beach bzw. 4K Beach

Vom Koh Toch Beach führt ein Pfad über die Felszunge an den Treehouse Bungalows und einer weiteren kleinen Strandbucht, dem White Beach, vorbei zum Long Set Beach. Dieser wird auch 4K Beach genannt und trägt diesen Namen aufgrund seiner Länge von vier Kilometern. Beim Anblick dieses Strandes kann ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Das Wasser ist megaklar und seicht – perfekt für Kinder. Weiter vom Ufer entfernt schimmert es in diversen Türkistönen. Bei Ebbe legt das Meer weiße Sandbänke frei. Von überall gibt es schöne Blicke auf die kleine vorgelagerte Insel und auf Koh Rong Samloem. Für die perfekte Postkartenkulisse sorgen an manchen Stellen schräge Palmen.

Der Long Set Beach wird auch 4K Beach genannt. Bei Ebbe legt das Meer weiße Sandbänke frei

Spätnachmittags ist die Atmosphäre besonders schön: Die Sonne scheint in weichem Licht, ein laues Lüftchen weht, das Meer rauscht. Dazu schallt relaxte Musik aus den wenigen Strandbars. Sonnenliegen können meist gratis genutzt werden. Es wird erwartet, dort Getränke oder Essen zu kaufen.

Am Long Set Beach beziehungsweise 4K Beach wandere ich kurz nach der Ankunft auf Koh Rong mit der Kamera in der Hand entlang. Und ich verbringe den ganzen letzten Tag an diesem Traumstrand – wunderbar entspannend in paradiesischer Umgebung und ausnahmsweise ohne Fotos. Ein bisschen baden und die Fische verscheuchen, ein bisschen sonnen, dazwischen einen Fruchtshake genießen, und dann wieder von vorn. Herrlich.

Trotz steigender Zahl an Unterkünften gibt es reichlich Platz am Long Set Beach. An einigen der schönsten Abschnitte liegen das Reef On The Beach (booking.com*/Agoda*) und das Pura Vita Resort (booking.com*/Agoda*). Oft ausgebucht ist das Long Set Resort (booking.com*/Agoda*), auf dessen Liegen sich bei meiner Stippvisite eher älteres Publikum aufhält. Günstig kommen Reisende im gut gelegenen Suns of Beach Hostel unter und finden garantiert Anschluss. Am Strand kann gezeltet werden.

Am Long Set Beach gibt trotz steigender Zahl an Unterkünften noch reichlich Platz

Wer am Long Set Beach wohnt, kann an einem atemberaubenden Strand entspannen und trotzdem in 30 bis 45 Minuten nach Koh Toch laufen, wo „was los“ ist.

Sok San Beach bzw. Long Beach

Der Sok San Beach an der Westküste ist eine echte Augenweide und gehört sicherlich zu den schönsten der an schönen Stränden nicht armen Insel Koh Rong. Der Strand ist acht Kilometer lang – deshalb auch Long Beach –  und einer der besten Orte für den Sonnenuntergang. Er besticht mit blendend weißem Sand und extrem klarem, grün schimmerndem Wasser. Alles könnte perfekt sein – wenn da nicht der angetriebenen Müll wäre, wie bei meinem Besuch. Vor und im Umfeld der Resorts wird er zeitnah weggeräumt.

Der Sok San Beach ist acht Kilometer lang – eindeutig ein Long Beach

Am nördlichen Ende des Strandes liegt das Sok San Village mit einer beachtlichen Auswahl an einfachen Unterkünften – darunter rustikale Beachfront-Bungalows – und einigen Restaurants. Die Atmosphäre in diesem Fischerdorf wirkt eher ländlich. Die einheimischen Erwachsenen grüßen, die Kinder machen High-Five, und die entspannten Besucher dösen am Meer in den Tag hinein.

Pier am nördlichen Ende des Sok San Beaches

Einfaches Strandrestaurant im Sok San Village

Mit dem Sok San Beach Resort (booking.com*/Agoda*), das von außen einen guten Eindruck macht, befindet sich eine Mittelklasseunterkunft an diesem Strandabschnitt. Dahinter wird es einsam.

Macht von außen einen guten Eindruck: das Sok San Beach Resort

Am südlichen Sok San Beach lädt das exklusive The Royal Sands (booking.com*/Agoda*), in dem eine Übernachtung mindestens mehrere Hundert Euro beziehungsweise Dollar, gern auch vierstellig, kostet, zum luxuriösen Strandurlaub. Auf den Buchungsportalen sehen die Bilder der Zimmer sehr ansprechend aus. Der Strandabschnitt dort ist einfach der Hammer: feinster, weißer Sand, der quietscht, wenn man darüber geht. Und dieses transparent-grüne Meer. Und der blaue Himmel. Wirklich wow! Schade, dass mich das Sicherheitspersonal gleich zurückpfeift, als ich nur ein Foto machen möchte.

Der Sok San Beach beim The Royal Sands ist einfach der Hammer: feinster, weißer Sand, der quietscht, wenn man darüber geht

Mehrere Wege führen zum Sok San Beach. Vom Hauptort Koh Toch führt ein Dschungelpfad (nicht mit Flipflops!) in etwa 45 Minuten dorthin. Wer mittags losgeht, kann ein paar Stunden am Strand relaxen und kurz nach Sonnenuntergang mit den Bootsleuten für fünf Dollar Festpreis wieder zurück fahren. Nicht das letzte Boot verpassen!

Der Sok San Beach ist Zwischenstopp bei einigen Bootstouren. Mit Motorbike erreicht man den Strand je nach Abschnitt in 20 bis 45 Minuten von Koh Toch Village.

Wer am Long Beach wohnt, befindet sich an einem echten Traumstrand. Abends mal schnell durch Koh Toch schlendern, geht aber nicht. Doch auch das Sok San Village hat seine Reize.

Palm Beach

Abgeschieden im Nordosten, aber mit Motorbike und Taxiboot erreichbar, macht der Palm Beach mit reichlich Palmen seinem Namen allen Ehren. Wie überall auf Koh Rong ist das Wasser extrem klar, und bei Ebbe werden fotogene Sandbänke frei. Für das ultimative Urlaubsbild stehen Wasserschaukeln bereit. Am besten Strandabschnitt hat sich das Palm Beach Bungalow Resort (booking.com*/Agoda*) angesiedelt. Es gibt weitere Anlagen.

Auf der vorgelagerten Insel kosten im exklusiven Song Saa Private Island Resort (booking.com*/Agoda*) selbst die günstigsten Bungalows fast 1000 Euro pro Nacht.

Der Palm Beach macht mit reichlich Palmen seinem Namen allen Ehren. Auf der Insel im Hintergrund ist das Song Saa Private island Resort zu sehen

Coconut Beach

Auch am Coconut Beach am östlichsten Zipfel von Koh Rong gibt es eher mehr als weniger Kokospalmen. Der attraktive Strand besteht aus zwei kleinen Buchten, die durch eine Pier von einander getrennt sind. Mit weißem Sand, seichtem, klarem Wasser und urigen Restaurants erfüllt der Coconut Beach das Klischee eines Tropentraums. Die ansprechenden Unterkünfte – darunter das Messuas Orchard (booking.com*/Agoda*) und das Sunrise Resort* – fügen sich unaufdringlich in die Umgebung ein. Der Coconut Beach ist ein entspannter, ruhiger Ort, an dem es trotzdem etwas Auswahl gibt.

Koh Rongs attraktiver Coconut Beach

Koh Rong Police Beach Party

Vom Koh Toch Village führt ein Pfad nahe am Ufer entlang in etwa zehn Minuten zum Police Beach – der so heißt, weil sich dort früher die Polizeistation befunden haben soll. Jetzt finden dort mittwochs und samstags Techno-Partys statt. Dem Einlasser zufolge kommen meist zwischen 250 bis 300 Leute.

Ich bin früh dran und nehme außerhalb des Partygeländes in einer provisorisch aus Holz zusammengezimmerten Bar Platz, aus der gute Musik auf den Weg schallt. Der nette türkische Betreiber grüßt per Handschlag, reicht mir das bestellte Bier und bietet einen Joint an. Sehr freundlich, danke, nein. Zwei weitere Gäste kommen und ordern einen Maracuja-Mojito. Mehr als 15 Minuten schaue ich seinem grinsenden, extrem zugedrönten Kumpel, der offensichtlich schon zu lange auf Koh Rong lebt, dabei zu, wie er wankend versucht, den Cocktail zu mixen. Am Ende mit Erfolg. 

Um 22 Uhr öffnet das Gelände, und die Police Beach Party beginnt. Das Ticket dafür kostet im Vorverkauf inklusive Getränk zehn, an der Abendkasse 12,50 Dollar. Sehr sympathisch: Die Veranstalter achten darauf, keinen Plastikmüll zu erzeugen. Wiederverwendbare Becher können die Gäste mitbringen, oder sie bekommen einen am Eingang für zwei Dollar Pfand.

Auf dem Gelände direkt am Strand ziehen schöne Lichtinstallationen die Blicke auf sich. Der DJ verschanzt sich in einem aufwändig beleuchtetem Holzverschlag. Aus den 30.000-Watt-Boxen wummern Trance-Klänge hinauf aufs Meer. Überall riecht es nach Gras. An der Bar gibt es „Happy Cookies“ (Haschkekse).

Schöne Lichtinstallationen bei der Koh Rong Police Beach Party

Immer wieder kommen Leute aus der Dunkelheit zur Party. Irgendwann reicht es den Gästen nicht mehr, nur zuzuschauen und zuzuhören. Gegen Mitternacht tanzen die Ersten. Ab und zu huschen ein kambodschanisches Kleinkind oder ein paar Hunde über die sandige Tanzfläche.

Gegen Mitternacht tanzen die Ersten

Im Laufe der Zeit werden die Leute berauschter und tanzen ausgefallener, wie das auf so einer Party eben ist. Weil ich nur einen Eindruck gewinnen will, trete ich früh den Rückzug an.

Wer nach Sonnenaufgang immer noch nicht genug hat, kann im Anschluss an die Koh Rong Police Beach Party auf der Sun Dance Beach Party weiter feiern – donnerstags und sonntags am 4K Beach von Sonnenauf- bis -untergang.

Weitere Strände auf Koh Rong

Es gibt noch eine Handvoll weitere Strände auf Koh Rong, an denen sich jeweils nur wenige Anlagen befinden, zum Beispiel die Vietnamese Bay, der Nature Beach zwischen dem 4K Beach und dem Coconut Beach, der Lonely Beach ganz im Norden sowie die Bai Cheap Bay im Westen, die ich bei einem Bootsausflug besuche.

Drei verschiedene Bootstouren ab Koh Rong

Was wäre ein tropischer Inselurlaub ohne Bootstouren? Auf Koh Rong sind drei verschiedene Standardprogramme im Angebot. Alle enden mit Plankton-Schwimmen, der „Sehenswürdigkeit“ von Koh Rong schlechthin, von den traumhaften Stränden einmal abgesehen. Die Ausflüge lassen sich problemlos vor Ort in Reisebüros sowie in den meisten Unterkünften buchen.

Die günstigste Variante ist eine täglich angebotene Schnorchel-, Angel- und Plankton-Tour mit einheimischen Bootsleuten in einem Longtail-Boot. Sie kostet zehn Dollar inklusive Barbecue und Getränk und dauert von 13 bis 19.30 Uhr. Zum Sonnenuntergang wird am Long Beach gehalten.

Am bekanntesten sind die ganztägigen, häufig gelobten Boot-Trips von Adventure Adam. Sie führen von 9 bis 19.30 Uhr einmal um Koh Rong herum mit Bade- und Schnorchel-Stopps an mehreren Stränden. Die Touren kosten 25 Dollar mit Getränke und Essen, finden allerdings nur mittwochs und samstags statt – und passen darum nicht in meine Reiseplanung.

Deshalb unternehme ich für 25 Dollar die 3-Island-Tour mit einem Anbieter namens Hakuna Matata. Die Tour beginnt um 12 Uhr am Koh Toch Beach. Mit dabei sind rund 20 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zwei kambodschanische Bootsleute sowie ein australischer Guide. Das Boot hat noch nicht abgelegt, da wird das erste Bier gereicht. Später kommt Whisky-Cola dazu. Und so bleibt es während des ganzen Ausflugs. Mit Alkohol und lauter Musik verwandelt sich das Longtail- im Laufe des Tages zu einem Partyboot, was einigen – aber nicht allen – Passagieren gefällt.

Das erste Bier hinter uns halten wir vor dem kleinen Inselchen Koh Kound zum Schnorcheln – was sich durchaus lohnt. Das Wasser ist sehr klar. Zu sehen sind einige Korallen und Fische sowie viele Seeigel. Einer der Mitreisenden verletzt sich an den Stacheln und blutet. Der Guide empfiehlt: darauf zu pinkeln.

Erster Stopp der Bootstour: Schnorcheln vor Koh Kound

Während die meisten im Wasser schnorcheln, dreht sich die Besatzung einen Joint und macht es sich in der Hängematte gemütlich. Jemand kauft dem Guide Gras ab und raucht mit, nicht das letzte Mal an diesem Tag.

Nach einem kurzem Mittagessen in der M`Pai Bay auf Koh Rong Samloem benötigen wir für die Überfahrt zur Bai Cheap Bay auf Koh Rong etwa eine Stunde. Wieder schnorcheln wir. Diesmal ist das Wasser recht trüb, aber das Schwimmen in tropischer Umgebung natürlich trotzdem toll. Weiter geht es zu einem kleinen Strand mit einem verlassenen Haus, an dem wir knapp zwei Stunden bis Sonnenuntergang verbringen.

Kleiner Strand mit einem verlassenen Haus

Hier erwarten uns wieder klares Wasser und ein feiner Sandstrand. Wer genug vom Baden hat, sitzt am Lagerfeuer und genießt die spätnachmittägliche Atmosphäre. Die Kambodschaner angeln derweil unter anderem einen Kugelfisch.

Sonnenuntergang in der Bai Cheap Bay

Kugelfisch

Nach Sonnenuntergang fahren wir rund 20 Minuten und stoppen ein paar Hundert Meter vor dem Südende des Sok San Beaches. Inzwischen ist es finster. Nur die Lichtpunkte der Resorts und der Sterne sind zu sehen. Auf dem Boot wird das Licht gelöscht. Fast alle springen ins Wasser und sind begeistert von dem fluoreszierenden Plankton, das bei Berührung leuchtet. Ich hatte so etwas schon in bei Bootstouren in Krabi und in Indonesien erlebt. Insofern hält sich meine Euphorie in Grenzen. Stattdessen denke ich daran, welche Meerestiere unser Boot umkreisen könnten – vielleicht ein rachsüchtiger Kugelfisch mit spitzen Stacheln? – und klettere schneller als die meisten anderen wieder aus dem Wasser.

Auf der Rückfahrt schaukelt es ordentlich, und immer wieder schwappt Wasser aufs Boot. Zum Glück übersteht meine in ein Handtuch gewickelte Kamera das ohne Probleme.

Lohnt sich die 3-Insel-Tour? Grundsätzlich ja. Aber da unser Guide reichlich Alkohol trinkt und kifft und am Ende, wie ein paar Touristen, nicht nur des Schaukelns wegen über die Planken wankt, möchte ich nicht dabei sein, falls in der Dunkelheit auf dem Wasser ein echtes Problem auftritt.

Anreise nach Koh Rong

Der nächste Flughafen befindet sich auf dem Festland in Sihanoukville (IATA-Code: KOS) mit internationalen Verbindungen nach Kuala Lumpur (KUL) in Malaysia, Ho-Chi-Minh-Stadt (SGN) in Vietnam sowie zu mehreren chinesischen Städten. Zudem gibt es Inlandsflüge nach Siem Reap (REP) und Phnom Penh (PNH). Beide Städte werden wesentlich häufiger aus dem Ausland angeflogen als Sihanoukville.

Wir recherchieren Flüge am liebsten bei Skyscanner*. Damit lassen sich nicht nur die besten Langstreckenverbindungen, sondern auch gute Angebote regionaler Billigflieger finden.

Flugverspätung? Flugausfall? Flightright* hilft bei der Durchsetzung von Fluggastrechten – und sorgte dafür, dass uns die Airline eine Entschädigung zahlte. Ein Erfahrungsbericht.

Von nahezu allen größeren Städten Kambodschas gibt es Bus- und Minibusverbindungen nach Sihanoukville. Tickets lassen sich unter anderem bei 12Go Asia* buchen.

Von Sihanoukville fahren verschiedene Fährgesellschaften mehrmals pro Tag von und nach Koh Rong und Koh Rong Samloem, die meisten vom Pier am Serendipity Beach. Tickets sind direkt am Fähranleger oder vorab zum Beispiel bei 12Go Asia* erhältlich. Die einfache Strecke dauert ab eine Stunde und kostet je nach Fähre zwischen zehn und zwölf Dollar, das Returnticket (das einen Tag vorher rückbestätigt werden muss) 20 bis 22 Dollar. Für Fahrten zwischen den Inseln werden meist fünf Dollar fällig.

Wer in Eile ist, sollte sich vorher über die genaue Route erkundigen. Denn nicht alle Fähren fahren nonstop zum gewünschten Ziel, was die Anreise verlängert. Wer wichtige Anschlüsse erreichen muss, sollte sich nicht auf die letzte Fähre des Tages verlassen. Witterungs- und nachfragebedingt werden Verbindungen kurzfristig gestrichen.

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Resorts und Gästehäuser auf Koh Rong

Von sehr günstig bis sehr teuer: Auf Koh Rong gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für jedes Budget, wobei die Auswahl von Jahr zu Jahr steigt. Die Resorts lassen sich gut bei booking.com* und Agoda* vergleichen und buchen. Die Preise sind meist günstiger als vor Ort. Vor allem in der Hauptsaison sind viele Unterkünfte schnell belegt. Dann besser vorher reservieren.

An den Stränden dominieren Mittelklasseanlagen und höherpreisige Resorts das Angebot, wenngleich es oft auch Optionen im Budgetbereich gibt. Unterkünfte, die mir bei der Vorbereitung oder vor Ort positiv auffallen, sind bei den jeweiligen Stränden erwähnt.

Ein schönes Strandresort hatte ich bereits auf Koh Rong Samloem. Auf Koh Rong ist mir eine zentrale Lage wichtiger. Deshalb entscheide ich mich für Koh Toch Village als Basis. Dort ist man mitten im Geschehen und hat es trotzdem nicht weit zum Baden. Allerdings gibt es im Hauptort nur Budgetunterkünfte.

Ich bleibe vier Nächte im Sok Heng Guesthouse (booking.com*/Agoda*). Die Lage etwas weiter von der Promenade und vom Strandlärm weg und doch sehr nah am Ortskern ist ideal. Die Zimmer haben Klimaanlage und einen Kühlschrank, sind jedoch recht schäbig, und das WLAN ist sehr langsam. Aber viel Zeit verbringe ich nicht im Sok Heng Guesthouse, außer nachts natürlich. Und groß ist die Auswahl nicht, wenn es in Koh Toch Village etwas mit Klimaanlage sein soll.

Geld

Auf Koh Rong gibt es keine Geldautomaten (ATMs). Also besser mit ausreichend US-Dollar anreisen. In einigen Unterkünften ist die Zahlung mit Kreditkarte möglich. Wer dringend Bargeld braucht, kann es sich bei manchen Strandresorts gegen Kreditkarte auszahlen lassen – für eine stattliche Gebühr.

Beste Reisezeit für Kambodschas Inseln

Die trockenen Monate November bis April gelten als beste Reisezeit für Kambodschas Inseln. Klimatisch am angenehmsten ist es zwischen Dezember und Februar mit viel Sonne und kaum Regen. Im März und April wird es zunehmend heißer. Bei meinem Aufenthalt auf Koh Rong Mitte März liegen die Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius.

Von Mai bis Oktober herrscht die feuchtheiße Regenzeit. Meist regnet es nicht tagelang ununterbrochen (wie etwa in Goa während des Monsuns), stattdessen gibt es einmal am Tag einen intensiven Wolkenbruch. Allerdings ist das Meer währenddessen sehr aufgewühlt, was das Badevergnügen schmälert und für wackelige Fährüberfahrten sorgt (falls sie überhaupt stattfinden). Jedoch sind die Preise deutlich niedriger, und überall wuchert üppiges Grün.

Gefahren und Sicherheit

Magen-Darm-Probleme, Sonnenstich, Tropenkrankheiten, Schlangenbisse und Verkehrsunfälle sind auf Koh Rong beziehungsweise in Kambodscha überhaupt reale Gefahren, die sich mit etwas Vorsicht aber auf ein Minimum reduzieren lassen. Wer nachts nicht alleine unterwegs ist, sich von Drogen fern hält und dem gesunden Menschenverstand nach handelt, hat meist nichts zu befürchten.

Koh Rongs Strände sind berühmt-berüchtigt für Sandfliegen, die stark juckende, unschön rote, beim Aufkratzen leicht entzündliche Stellen auf der Haut verursachen. Mit etwa einem Dutzend Stichen an den Armen komme ich vergleichsweise glimpflich davon. Angenehm ist es trotzdem nicht. Dagegen hilft nur konsequenter Insektenschutz, zum Beispiel mit Mückenspray wie Nobite Sensitive* oder Doctan*.

Auslandsreisekrankenversicherung

Wichtig! Unbedingt eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, zum Beispiel von TravelSecure*, dem Testsieger bei „Stiftung Warentest“. Die Kosten dafür sind überschaubar. Aber falls wirklich etwas Ernsthaftes passiert, wird es schnell sehr teuer.

Reiseführer Kambodscha

Diesmal bin ich mit dem „Lonely Planet Reiseführer Kambodscha“* unterwegs, dem zum Zeitpunkt der Reise aktuellsten deutschsprachigen Kambodscha-Reiseführer. Mit etwa 420 Seiten, 60 detaillierte Karten, mehr als 600 Tipps für Unterkünfte, Restaurants und Touren sowie vielen schönen Bildern erweist er sich als verlässlich. Mit 512 Seiten noch ausführlicher und mit mehr Details zum Beispiel bei Abfahrtszeiten, Preisen und Unterkünften ist der „Stefan Loose Reiseführer Kambodscha“*. Früher war ich gern mit dem ebenfalls ausführlichen „Reise Know-How Kambodscha“* unterwegs, der jedoch schon länger nicht mehr aktualisiert wurde.

Ein Selfie im Urlaub wird ja wohl erlaubt sein!? Dieser entsteht am Palm Beach auf Koh Rong

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Text und Fotos: Heiko Meyer

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3 Gedanken zu „Koh Rong Beach Guide, Kambodscha: Die schönsten Strände, Bootstouren und Resorts

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